JTL Versandplattform: Was Shipping 2.0 nach dem Livegang für dein Lager bedeutet — Carrier, Kosten, Fristen

Am 20. Juli 2026 hat JTL die Open-Beta-Phase von Shipping 2.0 offiziell für beendet erklärt: Die JTL Versandplattform ist jetzt für alle JTL-Kunden verfügbar, nicht mehr nur im Test. Laut JTL sind damit über 35 Carrier zentral aus JTL-Wawi heraus nutzbar, dazu regelbasierte Automatisierung mit Fallback-Logik und ein Preismodell, das mit dem kostenfreien Start-Plan für fast jeden Händler zugänglich ist. Was davon produktiv läuft, was noch fehlt und welche Fristen jetzt zählen, zeigen wir in diesem Beitrag.

Du fragst dich, was seit dem Livegang wirklich funktioniert, welche Fristen bis Jahresende zusammenkommen und ob dein Wawi-Stand überhaupt reicht?

Dieser Beitrag zeigt den aktuellen Stand nach dem GA-Start: was live ist, was noch fehlt, welche Fristen jetzt zählen und was beim Einstieg zu beachten ist.

JTL Versandplattform Shipping 2.0 — Dashboard, 35+ Carrier und Einrichtung im Überblick

Auf einen Blick

  • Die JTL Versandplattform (Shipping 2.0) hat die Open Beta am 20.07.2026 beendet und ist seitdem für alle JTL-Kunden verfügbar, mit laut JTL über 35 Carriern zentral aus JTL-Wawi heraus. Bis zum 30.09.2026 laufen zwei unterschiedliche Fristen zusammen, bis Jahresende zwei weitere — Details dazu in der Timeline weiter unten.
  • Der Start-Plan bleibt dauerhaft kostenfrei: keine Etikettenbegrenzung, keine Nutzerbeschränkung, Level-1-Carrier-Rabatte inklusive.
  • Shipping 2.0 braucht mindestens JTL-Wawi 2.0 (2.0.5 empfohlen) — eine andere, höhere Versionsschwelle als DHL Versenden 4.0, das bereits ab Wawi 1.11 läuft. Beide Produkte solltest du nicht verwechseln.

Wir haben in den letzten Monaten mehrere Kunden beim Wechsel von DHL Versenden 3.0 auf die neue Infrastruktur begleitet. Die wichtigste Erkenntnis: Wer glaubt, das sei nur ein Plugin-Update, unterschätzt die Tiefe des Eingriffs. Die Versandplattform verändert den gesamten Auslieferungs-Workflow, von der Carrier-Auswahl bis zum Retourenlabel. Das braucht einen strukturierten Umstieg, keinen Schnellschuss.

Was die JTL Versandplattform konkret liefert — die Zahlen dahinter

JTL wirbt für die Versandplattform mit konkreten Größenordnungen: über 35 angebundene Carrier, Zugang zu über 50.000 Versand- und Retourenmethoden, Versand aus 9 Ländern und Lieferung in über 200 Destinationen weltweit. Seit dem Ende der Open Beta am 20.07.2026 ist das kein Beta-Feature mehr, sondern der produktive Stand für alle JTL-Kunden. Stand dieses Beitrags: 28.07.2026. Roadmap-Angaben wie „dieses Quartal“ oder „in Kürze“ veralten erfahrungsgemäß schnell.

Quelle: jtl-software.com/de/versandsoftware, abgerufen 28.07.2026: JTL wirbt damit, dass die Versandplattform über 35 Carrier mit mehr als 50.000 Versand- und Retourenmethoden aggregiert. Der Start-Plan ist ohne Etikettenlimit und ohne Nutzerbeschränkung dauerhaft kostenfrei verfügbar.

Die sechs Kernmodule der Versandplattform im Überblick:

  • Multi-Carrier & Tarife: 35+ Carrier zentral verwalten, zentral verhandelte Rabatte ohne Mindestmengen-Pflicht: DHL, DPD, UPS, GLS, Hermes, FedEx und weitere direkt wählbar
  • Intelligente Automatisierung: Regelbasierte Versandplanung: Wenn Carrier A nicht verfügbar ist, springt automatisch Carrier B ein, ohne manuelle Eingriffe ins laufende Geschäft
  • Tracking & After-Sales: Gebrandete Tracking-Seiten mit eigenem Logo, automatisierte E-Mail-Benachrichtigungen direkt aus der Plattform heraus
  • Retouren-Management: Zentralisierte Retourenabwicklung mit vorgedruckten Etiketten und automatischer Zolldokumentation für internationale Rückläufe
  • Shipping Intelligence: Performance-Dashboards und Carrier-Vergleiche: Welcher Carrier schlägt sich bei welcher Strecke besser? Kostenanalysen direkt in der Plattform
  • Sammelrechnung & Reklamation über JTL: Eine monatliche Sammelrechnung für alle Carrier auf zentral verhandelten Konditionen, von JTL gegen die Carrier-Abrechnung geprüft, dazu Reklamationen, die JTL für dich mit dem Carrier klärt

Die Plattform ist kein Komfort-Feature, sondern die Antwort auf mehrere Carrier-Umstellungen, die 2026 und Anfang 2027 zusammenlaufen: GLS und DPD ersetzen laut JTL ihre bisherigen Schnittstellen, und JTL stellt den technischen Support für die alten GLS-/DPD-Anbindungen zum 30.09.2026 ein. Wer jetzt wartet, hat zum Jahresende mehrere gleichzeitige Umstellungen vor sich; die einzelnen Fristen zeigen wir weiter unten im Detail.

Carrier-Netzwerk, Kosten und Reichweite: der Stand nach dem GA-Start

Vier Punkte aus der aktuellen JTL-Dokumentation, die für die Entscheidung wichtig sind, ob und wie du jetzt mit der Versandplattform startest.

35+ Carrier bereits angebunden

Zum Livegang sind laut JTL bereits über 35 Versanddienstleister angebunden, darunter DHL, DPD, UPS, GLS, Hermes, FedEx, DHL Express, Austrian Post, Bpost, Chronopost, BRT Italy, SpringGDS, ParcelOne und Asendia. JTL betont, dass die Abdeckung laufend erweitert wird. Die laufend gepflegte Dokumentation dazu steht im JTL-Guide zu Shipping 2.0. Quelle: jtl-software.com/de/versandsoftware.

Shipping Start bleibt dauerhaft kostenlos

Jeder JTL-Bestandskunde bekommt den Tarif Shipping Start laut JTL automatisch und kostenfrei, mit Zugriff auf zentral verhandelte Carrier-Rabatte, ohne Etikettenlimit, ohne Nutzerbeschränkung und ohne zusätzliche Freischaltung. Wer bereits einen kostenpflichtigen JTL-Wawi-Tarif nutzt, behält Shipping Start trotzdem kostenlos on top.

„ERP-unabhängig“ positioniert — mit Einschränkung

JTL positioniert Shipping 2.0 als Plattform, die jeder E-Commerce-Händler nutzen kann, unabhängig vom verwendeten ERP- oder Shopsystem. Technisch ist das Stand Juli 2026 mit Einschränkung zu lesen: Ohne eine Anbindung (JTL-Wawi, künftig Shopify oder die geplante API) lässt sich noch keine Sendung anlegen. Wer heute startet, braucht also praktisch eine der bestehenden Anbindungen; die volle Plattform-Unabhängigkeit kommt laut JTL erst mit der Shopify- und API-Anbindung, für die noch dieses Quartal der Start angekündigt ist.

Shopify-Integration für Q3 2026 angekündigt

Aktuell läuft die native Anbindung nur über JTL-Wawi. Für das dritte Quartal 2026 kündigt JTL zusätzliche Integrationen an, allen voran Shopify, sowie eine eigene Shipping-2.0-API. Ein Pilotprogramm für die API ist laut JTL bereits nutzbar. Einen festen Kalendertermin nennt JTL noch nicht. Wir beobachten das für unsere Shopify-Kunden und aktualisieren diesen Artikel, sobald JTL liefert.

JTL Shipping 2.0 Editionen im Preisvergleich: Start, Advanced, Pro, Enterprise (Stand Juli 2026)

Laut JTL vertrauen über 50.000 Onlinehändler auf die Versandsoftware. Der Start-Plan bleibt dauerhaft kostenfrei, ohne Etikettenlimit, ohne Nutzerbeschränkung und ohne Mindestmengen bei den zentral verhandelten Carrier-Tarifen. Bei eigenen Carrier-Verträgen lohnt ein genauer Blick, weil zwei völlig unterschiedliche Dinge hier zusammenspielen: Die Shipping-Edition bestimmt, wie viele eigene Verträge du grundsätzlich einbinden kannst (3 in Start und Advanced, 5 in Pro, bis zu 10 in Enterprise). Die JTL-Edition deiner Wawi-Lizenz bestimmt zusätzlich, ob das überhaupt möglich ist: Bist du JTL-Edition „Start“, sind eigene Verträge in Shipping 2.0 aktuell gar nicht enthalten, unabhängig von der gewählten Shipping-Edition. Bist du JTL-Edition Advanced, Pro oder Enterprise, darfst du sogar im kostenlosen Shipping Start bis zu 3 eigene Verträge weiternutzen. Für den Enterprise-Tarif nennt JTL zudem zwei unterschiedliche Werte: An einer Stelle im offiziellen FAQ ist von 10 eigenen Carrier-Verträgen die Rede, an anderer Stelle von unbegrenzt vielen für Fulfillment-Kunden. Wir stellen beide Angaben nebeneinander, kläre die für dich geltende Zahl im Erstgespräch mit JTL direkt. Quelle: jtl-software.com/de/preise-und-tarife, Stand Juli 2026.

JTL Shipping 2.0 Edition Start Advanced Pro Enterprise
Preis pro Monat kostenlos ab 75 € ab 119 € auf Anfrage
Carrier-Rabattstufe Level 1 Level 2 Level 3 Level 4, individuelle Tarifoptimierung
Eigene Carrier-Verträge einbinden 3 — außer bei JTL-Edition „Start“: dort 0 (siehe Text) 3, kostenlos enthalten 5, kostenlos enthalten bis zu 10 (JTL nennt an anderer Stelle „unbegrenzt“ für Fulfillment-Kunden, siehe Text)
Automatisierung & Tracking Grundautomation, Standard-Tracking und -Benachrichtigungen Automatisierungsregeln, intelligente Routing-Logik, Branded Tracking erweiterte Analytics, vollständig anpassbares Branded Tracking individuelle SLAs und Performance-Benchmarks
Mehrere Lager (Multi-Warehouse) ja ja (geerbt von Pro)
API-Zugang & Support uneingeschränkter API-Zugang, dedizierter Support und Customer Success
Passt am ehesten für Einsteiger, geringes bis mittleres Versandvolumen Händler mit eigenen Carrier-Konditionen, die Automation brauchen Mehrlager-Betrieb mit höherem Volumen und Auswertungsbedarf Konzernstrukturen mit individuellen SLA- und API-Anforderungen

Was Shipping 2.0 (Stand Juli 2026) noch nicht kann

Vor der Entscheidung lohnt der Blick auf die Lücken von Shipping 2.0, Stand Juli 2026. Gefahrgut- und ADR-Versand unterstützt Shipping 2.0 laut JTL noch nicht. Spedition- und Palettenversand kommt erst mit einem für Q4 2026 geplanten B2B-Piloten mit DHL Freight. Die Deutsche-Post-Internetmarke läuft unverändert nur über die alte JTL-ShippingLabels 1.0 weiter, nicht über Shipping 2.0. ZPL-/Zebra-Labels sind laut JTL „bereits eingeplant“, in Shipping 2.0 aber noch nicht verfügbar. Live-Versandkosten im Shop-Checkout sind für Shipping 2.0 als spätere Ausbaustufe angekündigt. Ein CSV-/DATEV-Export der Abrechnung ist für Shipping 2.0 geplant, aber noch nicht da — bis dahin gibt es nur die Sammelrechnung über das Kundencenter. Sendungen lassen sich in Shipping 2.0 aktuell ausschließlich aus einem JTL-Wawi-Auftrag heraus anlegen. Der Sendungsschutz über Cover Genius ist laut JTL „in Kürze“ verfügbar, in Shipping 2.0 aber Stand jetzt noch nicht live. Alle Termine sind JTL-Ankündigungen, keine Zusage von uns.

Warum jetzt? Die zwei Treiber hinter Shipping 2.0

Der Wechsel zur neuen Versandplattform ist eigentlich kein optionales Upgrade. Aus unserer Beobachtung der JTL-Releases und Kundengesprächen kristallisieren sich zwei klare Treiber heraus:

1

API-Abschaltungen erzwingen den Wechsel

DHL hat die alte Geschäftskunden-Versand-API GKV v3 laut DHL Developer Portal zum 31. Mai 2026 abgeschaltet, der direkte Auslöser dafür, dass JTL DHL Versenden 3.0 eingestellt hat. Wer sein JTL-Wawi damals nicht rechtzeitig aktualisiert hatte, stand ab diesem Stichtag ohne funktionierenden DHL-Versand da.

Bei GLS und DPD ziehen jetzt die nächsten Abschaltungen nach: GLS ersetzt die „GLS Shipments API“ zum 31.12.2026 durch die neue „GLS ShipIT API“, DPD tauscht den bisherigen Webservice Anfang 2027 gegen die „DPD Meta API“. Wer auf der alten Infrastruktur bleibt, sammelt im Jahresverlauf mehrere gleichzeitige Umstellungen an. Die genauen Fristen zeigen wir im nächsten Abschnitt.

2

Multichannel-Versand war bisher zu komplex

Das alte DHL-Versenden-Modul war genau das: ein DHL-Modul. Andere Carrier brauchten separate Plugins, separate Konfigurationen, separate Fehlerquellen. Wer DHL, DPD und GLS parallel nutzen wollte, hat drei verschiedene Interfaces gepflegt.

Die neue Versandplattform löst das mit einer einheitlichen Oberfläche in JTL-Wawi. Carrier wechseln, Regeln setzen, Tracking verfolgen, alles in einem Workflow. Das spart bei unseren Kunden erfahrungsgemäß mehrere Stunden pro Woche an manuellem Aufwand.

Die Fristen bis Jahresende 2026 — sauber getrennt

Drei unterschiedliche Sachverhalte laufen bei Shipping 2.0 zusammen, zwei davon fallen sogar auf dasselbe Datum. Wer sie vermischt, übersieht schnell die für die eigene JTL-Edition relevante Frist. Quelle: JTL-Forum, Thread zum Support-Ende, 2026.

1

30.09.2026 — nur JTL-Edition „Start“: Labelerstellung in 1.0 endet

Für Kunden der JTL-Edition „Start“ endet am 30. September 2026 die Etikettenerstellung in JTL-ShippingLabels 1.0. Ab dann läuft die Label-Erstellung über Shipping 2.0 weiter, kostenlos, ohne Abo und ohne feste Labelgebühren für die Standard-Carrier.

2

30.09.2026 — alle Editionen: JTL-Support für die alten GLS-/DPD-Anbindungen endet

Unabhängig von der Edition: Ab dem 30. September 2026 leistet JTL keinen technischen Support mehr für die alten DPD- und GLS-Anbindungen in JTL-ShippingLabels 1.0. Die Schnittstellen laufen technisch weiter, aber ohne JTL-Support und ohne Weiterentwicklung, bis zur jeweiligen Carrier-Abschaltung.

3

31.12.2026 — GLS schaltet die alte Shipments API ab

GLS ersetzt die „GLS Shipments API“ durch die neue „GLS ShipIT API“ und will laut JTL seine Kunden vor dem Weihnachtsgeschäft migriert haben.

4

Anfang 2027 — DPD schaltet den bisherigen Webservice ab

DPD ersetzt den bisherigen Webservice durch die neue „DPD Meta API“. JTL nennt hierfür nur den Zeitraum „Anfang 2027, Änderungen vorbehalten“. Ein festes Datum steht noch nicht fest. Für Hermes und die Österreichische Post gibt es dagegen kein End-of-Life: Beide Carrier führen ihre Kunden aber aktiv auf die neuen Anbindungen in Shipping 2.0, weil diese mehr abdecken.

Was Händler durch den Wechsel gewinnen — konkrete Vorteile

Keine Carrier-Abhängigkeit mehr

Wer seinen gesamten Versand über einen einzigen Carrier abwickelt, trägt dessen Preisentwicklung und Kapazitätsgrenzen ungefiltert mit. Mit der JTL Versandplattform ist der Wechsel zwischen Carriern über die regelbasierte Fallback-Logik eine Frage der Konfiguration, nicht wochenlanger Umstellung: Ist Carrier A nicht verfügbar oder zu teuer für eine Strecke, springt automatisch Carrier B ein.

Sammelrechnung und Reklamation laufen über JTL

Bei zentralen JTL-Konditionen ist JTL selbst Vertragspartner gegenüber dem Carrier: Reklamationen, Nachforschungen und Schadensfälle klärt laut JTL nicht der Händler direkt mit dem Carrier, sondern JTL. Schäden müssen innerhalb von 48 Stunden nach Feststellung gemeldet werden. Dazu kommt eine monatliche Sammelrechnung über alle Carrier, von JTL gegen die Carrier-Abrechnung geprüft, statt einzelner Rechnungen je Carrier. Bei eigenen Carrier-Verträgen reklamiert der Händler weiterhin wie gewohnt direkt beim Carrier.

Die Lektion

Unsere Einschätzung: Die JTL Versandplattform ist mehr als ein technisches Update; sie ist der Einstieg in eine Multi-Carrier-Logik, die bisher kleinen und mittelgroßen Händlern schlicht zu aufwändig war. Das Potenzial ist real, aber es braucht eine saubere Einrichtung der Automatisierungsregeln. Wer das einmalig richtig konfiguriert, profitiert langfristig. Wie die Versandkette von der Wawi bis zum Label zusammenhängt, zeigen wir gebündelt unter JTL-Shipping: Labels, Drucker und Track & Trace.

In 5 Schritten zur JTL Versandplattform

Aus unseren Projekten haben wir einen klaren Ablauf für den Einstieg in die JTL Versandplattform abgeleitet. Die Schritte gelten sowohl für Händler, die direkt von DHL Versenden 3.0 umsteigen, als auch für Neukunden, die erstmalig Multi-Carrier-Versand aufsetzen.

Wawi-Version prüfen (Schritt 1 — vor allem anderen)

Shipping 2.0 läuft ab JTL-Wawi 2.0, empfohlen ist Version 2.0.5. Bist du noch auf einer Wawi-Version unter 2.1, brauchst du zusätzlich den Feature-Schlüssel JTL.WAWI.ShippingCloud, den JTL in der Shipping-Dokumentation im JTL-Guide nennt. Wichtig: Das ist eine andere, höhere Versionsschwelle als bei DHL Versenden 4.0. Das läuft bereits ab Wawi 1.11, ist aber ein eigenständiges Produkt innerhalb der alten JTL-ShippingLabels-1.0-Welt. Prüfe deine Version unter Hilfe > Über JTL-Wawi. Wie ein Wawi-Update abläuft, zeigen wir in unserer JTL-Wawi-Update-Checkliste.

Versandplattform-Account anlegen (Schritt 2)

Den Zugang zur JTL Versandplattform bekommst du über das JTL-Kundencenter; für Bestandskunden ist der Start-Plan kostenlos ohne separate Registrierung. Für den Zugang brauchst du zusätzlich ein Smartphone mit Authenticator-App, JTL schreibt die Zwei-Faktor-Authentifizierung verbindlich vor. Wähle im ersten Schritt bewusst nur die Carrier, die du tatsächlich brauchst, nicht alle 35+ auf einmal aktivieren.

Carrier konfigurieren und testen (Schritt 3)

Für jeden Carrier legst du Versandarten in JTL-Wawi an und verknüpfst sie mit der Plattform. DHL, DPD und GLS haben eigene Konfigurationsmasken. Wichtig: Testversand vor dem Go-Live: ein Etikett drucken, Tracking-Link prüfen, Retourenlabel verifizieren. Fehler in der Carrier-Verknüpfung zeigen sich meist erst beim echten Druck.

Automatisierungsregeln definieren (Schritt 4)

Hier liegt das eigentliche Potenzial: Du legst fest, unter welchen Bedingungen welcher Carrier gewählt wird, nach Gewicht, Destination, Versandart oder Carrier-Verfügbarkeit. Tipp: Starte mit einer einfachen Hauptregel und einer Fallback-Regel. Zu viele Bedingungen auf einmal erzeugen schwer debuggbare Konflikte.

Tracking und Retouren aktivieren (Schritt 5)

Branded Tracking-Seiten sind ein oft unterschätztes Feature: diese Seiten reduzieren Support-Anfragen nach dem Versand messbar, weil Kunden proaktiv informiert werden. Richte E-Mail-Benachrichtigungen für die wichtigsten Statusereignisse ein. Retourenlabels in die Standardpaket-Beilage integrieren, einmalig konfiguriert, dauerhaft produktiv.

Häufige Fragen zur JTL Versandplattform

DHL Versenden 4.0 ist die direkte DHL-Schnittstelle in JTL-ShippingLabels 1.0 und läuft bereits ab JTL-Wawi 1.11. Die JTL Versandplattform (Shipping 2.0) ist die übergeordnete Multi-Carrier-Infrastruktur, die DHL als einen von über 35 Carriern einbindet; dafür brauchst du mindestens JTL-Wawi 2.0 (2.0.5 empfohlen), eine höhere Versionsschwelle als bei DHL Versenden 4.0 allein. Du kannst beide parallel nutzen: Wer nur DHL braucht, kommt mit 4.0 aus; wer mehrere Carrier zentral verwalten will, braucht Shipping 2.0 und damit auch das höhere Wawi-Update.
Ja. Die Open-Beta-Phase ist laut JTL am 20.07.2026 abgeschlossen. Seitdem ist Shipping 2.0 für alle JTL-Kunden verfügbar, nicht mehr nur im Test. Einzelne Features sind aber noch nicht live, etwa Gefahrgutversand, Spedition-/Palettenversand oder der CSV-Export der Abrechnung. Details dazu weiter oben.
Der Start-Plan ist dauerhaft kostenfrei, ohne Etikettenbegrenzung und ohne Nutzerbeschränkungen. Inbegriffen sind Level-1-Carrier-Rabatte, Grundautomation und Standard-Tracking. Die bezahlten Editionen beginnen laut JTL (Stand Juli 2026) bei Advanced ab 75 Euro und Pro ab 119 Euro pro Monat, Enterprise auf Anfrage. Sie bringen höhere Carrier-Rabattstufen, eigene Carrier-Verträge, erweiterte Analytics und Multi-Warehouse-Support. Add-ons wie Paketversicherung, Adressvalidierung und SMS-Benachrichtigungen sind für alle Pläne gegen Aufpreis buchbar.
Shipping 2.0 braucht mindestens JTL-Wawi 2.0, empfohlen ist Version 2.0.5. Das ist eine andere, höhere Versionsschwelle als bei DHL Versenden 4.0, das bereits ab Wawi 1.11 läuft: DHL Versenden 4.0 ist ein eigenständiges Produkt innerhalb der alten JTL-ShippingLabels-1.0-Welt, nicht Teil der neuen Versandplattform. Läufst du noch auf einer Wawi-Version unter 2.1, brauchst du zusätzlich den Feature-Schlüssel JTL.WAWI.ShippingCloud. Prüfe deine Version unter Hilfe > Über JTL-Wawi.
Ja, die Anzahl richtet sich laut JTL nach zwei unabhängigen Faktoren. Erstens nach deiner Shipping-Edition: 3 eigene Verträge in Start und Advanced, 5 in Pro, bis zu 10 in Enterprise. JTL nennt für Enterprise an anderer Stelle auch „unbegrenzt“ für Fulfillment-Kunden, beide Angaben stehen offiziell nebeneinander. Zweitens nach deiner JTL-Edition: Bist du JTL-Edition „Start“, kannst du in Shipping 2.0 aktuell keine eigenen Verträge einbinden, unabhängig von der gewählten Shipping-Edition. Bist du JTL-Edition Advanced, Pro oder Enterprise, darfst du sogar im kostenlosen Shipping Start bis zu 3 eigene Verträge weiternutzen. Diese Unterscheidung zwischen JTL-Edition und Shipping-Edition ist der häufigste Verwechslungspunkt bei diesem Thema.
Bestandskunden mit JTL-Wawi 2.0 oder höher erhalten laut JTL eine automatische Datenverbindung ohne zusätzliche Konfiguration. Läufst du noch auf einer Wawi-Version unter 2.1, trägst du zusätzlich den Feature-Schlüssel JTL.WAWI.ShippingCloud ein. Carrier musst du danach einzeln in der Versandverwaltung konfigurieren und mit Versandarten verknüpfen. Ein Testversand vor dem produktiven Einsatz zeigt, ob Label, Tracking-Link und Retourenlabel korrekt funktionieren.
Bei zentralen JTL-Konditionen bekommst du laut JTL eine monatliche Sammelrechnung über alle Carrier, die JTL vorab gegen die Carrier-Abrechnung prüft, statt einzelner Rechnungen je Carrier. Ein CSV-/DATEV-Export dieser Abrechnung ist laut JTL geplant, Stand Juli 2026 aber noch nicht verfügbar.
Der Support läuft laut JTL ausschließlich über das Support-Portal direkt in der Shipping-2.0-App, nicht über die klassische JTL-Hotline. JTL zielt auf eine Antwort innerhalb von 48 Stunden zu Geschäftszeiten.

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AL

Alexander Luft

JTL Service Partner Gold · Vlarom E-Commerce Agentur · Ahrensfelde bei Berlin