Das Problem ist nicht das Frontend. Das Problem ist die fehlende Warenwirtschaft. Magento kann Bestellungen verarbeiten. Aber Lagerverwaltung, Einkauf, Stücklisten, Seriennummern oder Chargen — das musste immer über Drittanbieter gelöst werden.
JTL-Wawi deckt genau das ab. Warenwirtschaft, Lagerverwaltung mit JTL-WMS, Marktplatzanbindung über JTL-eazyAuction und eigener Onlineshop mit JTL-Shop. Alles aus einem System, ohne dass fünf verschiedene Extensions zusammenspielen müssen.
Gründe die Magento-Händler für den Wechsel nennen:
- Hohe Hosting-Kosten für Magento 2 (dedizierter Server nötig)
- Jedes Update bringt Kompatibilitätsprobleme mit Extensions
- Keine integrierte Lagerverwaltung mit Barcode-Scanning
- JTL-Wawi 2.0 (seit März 2026) läuft auf .NET 8 und bringt deutlich bessere Performance
- DATEV-Anbindung über JTL2DATEV statt manueller Exporte
Welche Daten bei einer Magento-Migration übernommen werden
Bei einer Migration von Magento zu JTL-Wawi werden die Stammdaten übertragen. Das betrifft:
- Artikelstammdaten mit Varianten (Configurable Products werden zu Vaterartikel mit Kindern)
- Kategoriestrukturen (Magento Kategoriebaum wird in JTL-Wawi Kategorien umgewandelt)
- Kundenstammdaten mit Adressen und Kundengruppen
- Offene Bestellungen (abhängig vom Status)
- Bilder und Beschreibungen
Was nicht automatisch mitkommt:
- Magento-spezifische Attribute (müssen in JTL-Wawi als Funktionsattribute oder Merkmale neu angelegt werden)
- Bewertungen und Reviews (kein Standardimport, einzelfallabhängig)
- CMS-Seiten und Landingpages (Magento CMS ist nicht kompatibel mit JTL-Shop)
- SEO-URLs (301-Redirects müssen separat eingerichtet werden)
- Payment- und Versand-Konfigurationen (werden in JTL-Wawi neu eingerichtet)
Wie läuft eine Magento-zu-JTL-Migration ab?
Der typische Ablauf besteht aus mehreren Phasen. Die Dauer hängt von der Anzahl der Artikel und der Komplexität der Datenstruktur ab. Bei 5.000 bis 50.000 Artikeln dauert eine Migration zwischen zwei und sechs Wochen.
Phase 1: Bestandsaufnahme
Zuerst wird der aktuelle Magento-Shop analysiert. Wie viele Artikel gibt es? Welche Attribute werden genutzt? Gibt es Configurable, Grouped oder Bundle Products? Welche Extensions laufen und welche Funktionen müssen in JTL abgebildet werden?
Phase 2: Datenexport und Mapping
Die Magento-Datenbank wird exportiert. Dann folgt das Mapping: Welches Magento-Feld wird zu welchem JTL-Wawi-Feld? Configurable Products werden zu JTL-Vaterartikeln. Magento Attribute werden zu JTL-Merkmalen oder Funktionsattributen. Dieser Schritt braucht die meiste Zeit und Sorgfalt.
Phase 3: Testimport
Zuerst wird ein Testlauf mit einem Teil der Daten durchgeführt. Stimmen die Varianten? Sind die Bilder zugeordnet? Passen die Preise? Fehler werden in dieser Phase korrigiert, bevor die Gesamtmigration läuft.
Phase 4: Vollständige Migration
Nach dem erfolgreichen Testimport werden alle Daten übertragen. JTL-Wawi wird eingerichtet: Lager, Versandarten, Zahlungsarten, Workflows. Wenn JTL-Shop als neues Frontend dient, wird parallel das Shop-Template aufgesetzt.
Phase 5: Go-Live und 301-Redirects
Am Stichtag wird der Magento-Shop deaktiviert und JTL übernimmt. Die alten Magento-URLs werden per 301-Redirect auf die neuen JTL-Shop-URLs umgeleitet. Das ist für SEO entscheidend — ohne saubere Redirects gehen Rankings verloren.
Typische Stolperfallen bei Magento-Migrationen
Aus der Praxis tauchen bestimmte Probleme regelmäßig auf:
- Configurable Products mit mehr als zwei Attributen: JTL unterstuetzt Variationskombinationen, aber die Logik unterscheidet sich von Magento. Das Mapping muss sorgfältig geprüft werden.
- Magento Multi-Store Setup: Wenn der Magento-Shop mehrere Storeviews mit verschiedenen Sprachen oder Währungen hatte, muss das in JTL über Mandanten oder Shopanbindungen abgebildet werden.
- SEO-Verlust durch fehlende Redirects: Magento nutzt URL-Keys mit Kategoriepfaden (/kategorie/produkt.html). JTL-Shop hat eine andere URL-Struktur. Ohne vollständige Redirect-Map geht Sichtbarkeit verloren.
- Extension-Abhängigkeiten: Viele Magento-Shops nutzen 20 bis 50 Extensions. Jede Funktion muss in JTL entweder nativ, über ein Plugin oder als Individualentwicklung abgebildet werden.
Was kostet eine Magento-zu-JTL-Migration?
Die Kosten hängen vom Umfang ab. Entscheidende Faktoren sind die Artikelanzahl, die Komplexität der Datenstruktur, ob ein neuer JTL-Shop aufgesetzt wird und welche Schnittstellen eingerichtet werden müssen. Eine verbindliche Aussage ist erst nach der Bestandsaufnahme möglich.
Was feststeht: Die laufenden Kosten nach der Migration sind in der Regel deutlich niedriger. JTL-Wawi läuft auch auf einem normalen Windows-Server. Magento 2 braucht Elasticsearch, Redis, Varnish und mindestens 8 GB RAM. Das allein spart monatlich Hosting-Kosten.
Nächste Schritte
Wer eine Migration von Magento zu JTL plant, sollte mit einer Bestandsaufnahme anfangen. Wir als JTL Service Partner Gold übernehmen die komplette Migration — vom Datenexport bis zum Go-Live mit Redirect-Mapping.
Mehr zu Systemmigrationen: Alle Migrationswege zu JTL im Ueberblick.
Laut JTL bieten sie selbst Migrationshilfen an: JTL Umstieg und Wechsel. Für die technische Umsetzung und das Daten-Mapping arbeiten die meisten Händler mit einem Servicepartner zusammen.
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