
Auf einen Blick
- ✓Cloud-Hosting bei spezialisierten JTL-Anbietern startet ab rund 40 Euro/Monat netto. Dafür entfällt jede IT-Eigenverantwortung, und der Server ist in durchschnittlich einer Stunde betriebsbereit.
- ✓Lokale Server-Hardware kostet einmalig je nach Anforderung zwischen 800 und 4.000 Euro plus SQL-Server-Lizenz. Als Gesamtinvestition landen die meisten Betriebe bei 2.000 bis 6.000 Euro vor dem ersten Start.
- ✓Welche Option sinnvoll ist, hängt nicht nur am Preis: IT-Ressourcen, Mitarbeiterzahl, Homeoffice-Bedarf und Wachstumspläne bestimmen die Wahl genauso stark wie das Budget. Wir begleiten diese Entscheidung seit über 10 Jahren.
Vlarom E-Commerce Agentur ist JTL Service Partner Gold und wir arbeiten täglich mit Händlern unterschiedlicher Größe an genau dieser Entscheidung. Was wir regelmäßig sehen: Betriebe unter fünf Nutzern zahlen oft zu viel für zu viel Server. Betriebe mit zehn oder mehr Nutzern unterschätzen umgekehrt, was lokale Hardware wirklich kostet, wenn Ausfälle, Wartung und SQL-Lizenzen eingerechnet werden. Dieser Beitrag soll dir helfen, die Hosting-Entscheidung mit offenen Augen zu treffen.
Die vier Hosting-Optionen im Vergleich
JTL-Wawi lässt sich auf vier grundlegenden Wegen betreiben. Jede Option hat einen anderen Kostenrahmen, eine andere Eignung und einen anderen Betreuungsaufwand. Alle vier kennen wir aus eigener Projektpraxis, und hier ist was dahintersteckt.
In 5 Schritten zur richtigen Hosting-Entscheidung
Die Frage nach dem besten Hosting-Modell lässt sich nicht mit einem Preisvergleich allein beantworten. Dieser Plan zeigt dir, wie du systematisch zur richtigen Entscheidung kommst.
Schritt 1: Bedarfsanalyse — Nutzerzahl und Anforderungen klären
Zähle alle Personen die gleichzeitig auf JTL-Wawi zugreifen werden, nicht die Gesamtzahl aller Mitarbeiter. Drei Mitarbeiter die nie gleichzeitig arbeiten brauchen weniger als drei gleichzeitige Sitzungen. Kläre außerdem: Gibt es Homeoffice-Nutzer? Werden lokale Drucker oder Scanner angebunden? Läuft JTL-WMS mit? Jede dieser Antworten beeinflusst das Hosting-Modell. Der häufigste Fehler den wir sehen: zu wenige User-CALs bestellt und dann im laufenden Betrieb teuer nachgerüstet.
Schritt 2: Bestellvolumen und Datenbankgröße einschätzen
SQL Server Express läuft bis 10 GB Datenbankgröße kostenlos, ist aber laut JTL nicht für produktive Mehrplatzsysteme gedacht. Wer monatlich mehr als 5.000 Aufträge bearbeitet oder über 20.000 Artikel mit Bildern verwaltet, überschreitet diese Grenze erfahrungsgemäß innerhalb von 12 bis 18 Monaten. Das bedeutet: Von Anfang an mit einer Standard-SQL-Lizenz planen oder Cloud-Hosting wählen bei dem diese Frage bereits gelöst ist. Azure SQL und Shared SQL Server sind laut JTL-Dokumentation nicht unterstützt. Details dazu auf guide.jtl-software.com.
Schritt 3: IT-Ressourcen-Check — Wer betreut den Server?
Ein lokaler Server braucht jemanden der ihn betreut: Windows-Updates einspielt, Backups prüft, bei Hardware-Defekten reagiert. Wenn diese Person nicht im Team ist, ist Cloud-Hosting fast immer die günstigere Gesamtrechnung. Wir sehen in der Praxis regelmäßig, dass interne Server ohne klare Verantwortlichkeit über Zeit zum Risikofaktor werden: veraltete Windows-Server-Versionen, ausgefallene Backup-Jobs, SQL-Fehler die niemandem aufgefallen sind.
Schritt 4: Angebote einholen und über 36 Monate vergleichen
Hol dir konkrete Angebote ein mit allen Kostenpositionen: Server-Grundgebühr, SQL-Lizenz, User-CALs, Backup-Option, Support-Reaktionszeit. Ein Cloud-Angebot ohne SQL-Lizenz ist kein vollständiges Angebot. Vergleiche immer über 36 Monate Gesamtlaufzeit: einmalige Hardware-Kosten plus monatliche Betriebskosten plus geschätzter IT-Eigenaufwand in Stunden mal Stundensatz. Nur so bekommst du einen ehrlichen Vergleich zwischen Eigenhosting und Cloud.
Schritt 5: Setup und Migration mit Testlauf
Teste die neue Umgebung immer mit einer Datenbankkopie bevor du produktiv umziehst. Ein sauberer Server-Umzug bei JTL-Wawi bedeutet: Datenbank-Backup erstellen, auf neuen Server übertragen, Verbindungsstring in der Wawi-Konfiguration anpassen, alle Clients auf den neuen Server zeigen lassen. Besonders tückisch ist die Änderung der IP-Adresse, denn alle ODBC-Verbindungen und Arbeitsplatz-Einstellungen müssen angepasst werden. Mehr zur JTL-WMS-Serverinstallation erklärt der JTL-Guide.

