
Auf einen Blick
- ✓SQL Server Express ist kostenlos und für Einzel- und Kleinbetriebe ausreichend. Ab rund 5.000 aktiven Artikeln oder mehr als drei gleichzeitigen Nutzern zeigt die Praxis: das 10-GB-Limit und der RAM-Pufferpool von Express werden zum Engpass — dann lohnt ein Blick auf Standard.
- ✓Das 10-GB-Datenbankgrößen-Limit und der 1,4-GB-RAM-Pufferpool von Express sind die häufigsten Engpässe, die Vlarom E-Commerce Agentur in Kundenprojekten sieht — beides lässt sich mit Standard Edition beseitigen.
- ✓Azure SQL, Cloud-SQL-Instanzen und geteilte Hoster-Datenbankserver sind von JTL offiziell nicht unterstützt — wer dort hostet, verliert den Support-Anspruch und riskiert instabilen Betrieb.
Die SQL-Server-Frage entscheidet sich nicht am Kaufpreis, sondern an der Datenbankgröße, der Nutzerzahl und dem geplanten Wachstum. Als JTL Service Partner Gold betreuen wir bei Vlarom E-Commerce Agentur Händler mit 500 bis über 25.000 Artikeln — die Migrations-Entscheidung von Express auf Standard haben wir dabei dutzendmal begleitet.
Die vier SQL-Server-Szenarien für JTL-Wawi — und ihre Grenzen
Nicht jede SQL-Server-Variante ist für jeden Betrieb geeignet. Hier sind die vier Szenarien, die in der Praxis relevant sind, mit ihren konkreten Grenzen:
Von der Analyse zur richtigen SQL-Server-Konfiguration — fünf Schritte
Diese Schritte helfen dir, die passende SQL-Server-Edition für deinen JTL-Wawi-Betrieb zu bestimmen — egal ob du gerade einrichtest oder ein bestehendes System überprüfst.
Aktuelle Datenbankgröße analysieren
Öffne in JTL-Wawi die Datenbankverwaltung unter Administration > Datenbank > Informationen. Dort siehst du die aktuelle Datenbankgröße in MB. Liegt sie über 7 GB, ist das 10-GB-Limit von Express mittelfristig erreicht. Alternativ: Im SQL Server Management Studio (SSMS) zeigt dir ein Rechtsklick auf die Datenbank > Eigenschaften > Allgemein die exakte Größe. Prüfe zusätzlich das Transaktionsprotokoll: Ein aufgelaufenes LOG_BACKUP-Problem kann die Datenbankgröße künstlich aufblähen.
Edition anhand von Nutzerzahl und Wachstum wählen
Bis drei gleichzeitige Nutzer und unter 7 GB Datenbankgröße: SQL Server Express ist in der Regel ausreichend. Ab vier gleichzeitigen Nutzern oder planmäßigem Sortimentswachstum über 7 GB: Standard Edition prüfen. Die Faustregel aus der JTL-Praxis: Pro Artikel sind rund 0,5 MB Datenbankvolumen einzuplanen. Bei 10.000 Artikeln mit je zwei Bildern sind das schnell 5 GB allein für Artikeldaten, ohne Bestellhistorie und Protokolltabellen.
Lizenzierung klären — Kauf oder Managed Hosting
SQL Server Standard kann als Kauflizenz (einmalig, ohne Ablaufdatum) oder als Managed Instance über einen Hoster bezogen werden. Bei dedizierten Servern ist eine Kauflizenz langfristig günstiger. Bei Cloud-Servern oder Managed-Hosting-Modellen rechnen Hoster SQL Server Standard häufig als monatlichen Aufpreis ab. Wichtig: Die Hosting-Option muss eine dedizierte Instanz sein: keine Shared-Umgebung und kein Azure SQL. Microsoft dokumentiert die Lizenzmodelle unter microsoft.com/sql-server.
SQL-Server-Setup und JTL-Konfiguration
Bei einer Neuinstallation folgt man dem JTL-Guide-Setup unter guide.jtl-software.com/sql-server-optimal-einrichten: Sortierung auf Latin1_General_CI_AS setzen, Named Instance JTLWAWI verwenden, gemischter Authentifizierungsmodus aktivieren. Bei Mehrbenutzer-Setup muss der SQL-Server-Port (Standard: 1433 oder dynamisch) in der Windows-Firewall freigegeben sein. Für Performance empfiehlt die JTL-Dokumentation, .mdf-Datei, LOG-Datei und TempDB auf separate SSDs zu legen; das reduziert I/O-Konflikte spürbar.
Backup-Konzept einrichten — täglich und geprüft
SQL Server Express bringt keinen SQL Server Agent mit, deshalb lassen sich automatisierte Backup-Jobs nicht nativ über SSMS planen. Die Optionen: JTL-Wawi-eigene Datensicherung (Einstellungen > Datensicherung), Third-Party-Tools wie SqlBackupAndFTP, oder ein geplanter Windows-Task der sqlcmd-Backupbefehle ausführt. SQL Server Standard hingegen liefert den vollständigen SQL Server Agent, mit dem Backup-Pläne direkt in SSMS konfiguriert werden. Ein Backup ohne Restore-Test ist kein Backup. Wir testen in Kundenprojekten den Restore-Vorgang immer aktiv, bevor das System in Produktion geht.

