
Auf einen Blick
- ✓Der Ausgangspunkt für jede B2B-Einrichtung ist immer JTL-Wawi, nicht der Shop: Wer die Kundengruppe zuerst in der Wawi anlegt und korrekt zum Shop überträgt, spart sich später viel Debugging. Wir empfehlen diesen Reihenfolge-Check als ersten Schritt in jedem B2B-Projekt.
- ✓Netto-Preisanzeige ist eine Kundengruppen-Einstellung in der Wawi — nicht im Shop-Backend. Das Häkchen „Netto“ an der Kundengruppe bestimmt, ob ein eingeloggter Kunde Preise ohne MwSt. sieht. Fehlt es dort, zeigt der Shop auch nach stundenlangem Suchen im Shop-Backend weiter Bruttopreise an.
- ✓Wir setzen B2B-Registrierungen mit manueller Freischaltung um: Neukunden wählen „Geschäftskunde“ im Registrierungsformular, die Freischaltung erfolgt in der Wawi unter Plattformen > Neukunden — erst danach sieht der Kunde Preise und kann bestellen.
Als JTL Service Partner Gold aus Ahrensfelde bei Berlin richten wir B2B-Shops im JTL-Ökosystem regelmäßig ein. Was auf dem Papier wie eine einfache Konfigurationsaufgabe aussieht, hat in der Praxis mehrere Fehlerquellen — die meisten davon liegen nicht im Shop, sondern in der Wawi-seitigen Kundengruppen-Konfiguration oder darin, dass der Abgleich nach einer Änderung nicht sauber durchgeführt wurde.
Was dich bei der JTL-Shop B2B-Einrichtung wirklich erwartet
Ein B2B-Setup im JTL-Shop betrifft immer beide Systeme: Wawi und Shop. Die Konfiguration selbst ist in wenigen Stunden abgeschlossen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Was die meiste Zeit kostet, ist nicht das Einrichten, sondern das Debuggen von Fehlern, die aus falscher Reihenfolge entstehen. Die häufigsten Stellen haben wir aus unseren Projekten zusammengetragen.
Aus unseren Projektdaten: In über der Hälfte der B2B-Einrichtungs-Tickets handelt es sich nicht um einen Konfigurationsfehler, sondern um einen fehlenden Shop-Abgleich nach einer Wawi-Änderung. Die Einstellung ist korrekt — der Abgleich fehlt.
Die Faktoren, die den Aufwand bestimmen:
- →Komplexität der Kundengruppen-Struktur: Ein Shop mit zwei Gruppen (B2C und B2B) ist schnell konfiguriert. Wer drei oder mehr Gruppen mit unterschiedlichen Preisstufen, Sichtbarkeiten und Mindestbestellwerten braucht, sollte die Struktur vorher auf Papier planen — im Nachhinein umbenennen kostet mehr als einmal sauber anlegen.
- →Anzahl der Artikel mit gruppenspezifischer Sichtbarkeit: Wenn nur wenige Artikel B2B-exklusiv sind, ist die Pflege überschaubar. Wenn ein großer Teil des Sortiments Sichtbarkeits-Einschränkungen hat, empfiehlt sich die Nutzung der Ameise für den Massenimport von Sichtbarkeits-Attributen.
- →Manuelle vs. automatische Freischaltung: Manuelle Freischaltung kostet täglich Aufmerksamkeit, schützt aber vor Missbrauch. Automatische Freischaltung spart Arbeitszeit, erfordert dafür ein sauber konfiguriertes Registrierungsformular das Geschäftskunden zuverlässig erkennt.
- →USt-IdNr.-Prüfung: nativ oder per Plugin: Eine automatische Echtzeit-Validierung gegen das EU-VIES-System ist im Standard-JTL-Shop nicht enthalten. Wer das braucht, benötigt ein Plugin aus dem JTL-Extension-Store. Ohne Plugin läuft die Prüfung manuell — bei wenigen Neukunden täglich ist das realistisch.
Die zentrale Regel: Plane die Kundengruppen-Struktur vor der Einrichtung. Wer nachträglich eine weitere Gruppe braucht, muss Artikel-Sichtbarkeiten, Preise und Formularfelder anpassen — deutlich aufwändiger als eine saubere Planung am Anfang.
Die vier häufigsten Fehler beim JTL-Shop B2B einrichten
Fast jeder Fehler, den wir im Support sehen, hat eine bekannte Ursache. Diese vier tauchen am häufigsten auf:
Was eine saubere B2B-Einrichtung bringt
Die Lektion
Erkenntnis der Vlarom E-Commerce Agentur aus zahlreichen B2B-Einrichtungsprojekten: Wer die Reihenfolge kennt — erst Wawi, dann Shop, dann Abgleich, dann testen — hat nach der Einrichtung kaum noch Support-Aufwand. Die meisten Probleme entstehen nicht durch fehlerhafte Software, sondern durch fehlende Abgleiche nach Änderungen.
JTL-Shop B2B einrichten: die 5 Schritte
Das ist der Ablauf, den wir bei B2B-Einrichtungen im JTL-Shop durchführen. Die Reihenfolge ist wichtig: Schritt 1 und 2 laufen komplett in JTL-Wawi, erst ab Schritt 3 wechselst du in das Shop-Backend.
Kundengruppen in JTL-Wawi anlegen und konfigurieren
Gehe in JTL-Wawi zu Kunden > Kundengruppen und lege eine neue Gruppe an — zum Beispiel ‚Händler‘ oder ‚Geschäftskunden‘. Wichtig: Setze den Haken bei ‚Netto-Preise im Shop anzeigen‘, wenn diese Gruppe Preise ohne MwSt. sehen soll. Du kannst außerdem einen Mindestbestellwert hinterlegen und gruppenspezifische Rabatte eintragen. Unter dem Reiter ‚Online-Shop‘ gibst du die Bezeichnung an, die im Shop angezeigt wird. Denke daran: Jede Änderung an der Kundengruppe muss danach per Shop-Abgleich übertragen werden — die Einstellung wirkt nicht automatisch. Die offizielle Dokumentation zu den Kundengruppen-Feldern liegt auf guide.jtl-software.com.
B2B-Registrierungsformular im Shop mit USt-IdNr.-Abfrage konfigurieren
Im Shop-Backend unter Formulare und Texte kannst du eigene Kundenfelder anlegen. Wir setzen für B2B-Shops ein Pflichtfeld für die USt-IdNr. und ein Auswahlfeld, über das der Kunde wählt ob er sich als Privat- oder Geschäftskunde registriert. Das Auswahlfeld steuert, welche Kundengruppe der neu registrierte Kunde erhält. Wer ‚Geschäftskunde‘ wählt, landet in deiner B2B-Gruppe — aber nur, wenn die Verknüpfung korrekt in den Formularfeldern hinterlegt ist. Ein häufiger Fehler: Das Feld ist angelegt, aber nicht mit der internen Wawi-Kundengruppe verknüpft. Dann sieht der Kunde nach der Registrierung weiterhin Bruttopreise. Prüfe im Shop-Backend unter Einstellungen > Kunden, ob der Haken ‚Muss in JTL-Wawi aktiviert werden‘ gesetzt ist — das ist die Grundlage für die manuelle Freischaltung.
Netto-Preisanzeige für die B2B-Kundengruppe aktivieren
Die Netto-Preisanzeige ist keine Shop-Einstellung, sondern eine Wawi-Einstellung an der Kundengruppe. Händler suchen im Shop-Backend nach einer ‚Netto-Preise anzeigen‘-Option und finden keine — der Schalter sitzt in JTL-Wawi bei der Kundengruppe. Öffne die Gruppe, setze ‚Netto-Preise im Shop‘ auf aktiv und führe danach einen vollständigen Shop-Abgleich durch. Erst wenn der Abgleich abgeschlossen ist und der Kunde eingeloggt ist, sieht er Netto-Preise. Für einen reinen B2B-Shop ohne Preisanzeige für nicht registrierte Besucher kannst du die Standard-Kundengruppe so konfigurieren, dass dort gar keine Preise sichtbar sind.
Freischaltung von B2B-Kunden einrichten (manuell vs. automatisch)
Nach der Registrierung eines neuen Geschäftskunden erscheint dieser in JTL-Wawi unter Plattformen > Verkaufskanäle > Onlineshop > Neukunden. Dort wählst du den Kunden aus, weist ihm die B2B-Kundengruppe zu und klickst auf ‚Aktivieren‘. Der Abgleich überträgt die Kundengruppe in den Shop, der Kunde kann danach eingeloggt die Netto-Preise sehen und bestellen. Alternativ kannst du im Shop-Backend die automatische Aktivierung einschalten — dann bekommen alle Neukunden sofort eine Kundengruppe zugewiesen, ohne manuelle Prüfung. Bei echten B2B-Shops mit USt-IdNr.-Prüfung fahren wir die manuelle Route: Du prüfst die Angaben kurz, weist die Gruppe zu, und erst dann ist der Kunde freigeschaltet. Der Workflow-Tipp aus der Praxis: Richte in JTL-Wawi einen Workflow ein, der nach der Freischaltung automatisch eine E-Mail an den Kunden sendet — sonst wartet er oft tagelang ohne Rückmeldung. Die Dokumentation zur Aktivierung liegt auf guide.jtl-software.com.
Mindestbestellwert und Artikel-Sichtbarkeit pro Kundengruppe setzen
Wenn bestimmte Artikel nur für B2B-Kunden sichtbar sein sollen, steuerst du das in JTL-Wawi direkt am Artikel unter dem Reiter ‚Sichtbarkeit‘. Dort kannst du festlegen, für welche Kundengruppen der Artikel angezeigt wird. Das funktioniert auch für Kategorien. Ein Punkt der häufig übersehen wird: Die Sichtbarkeitseinstellung greift nur wenn der Artikel per Abgleich übertragen wurde — eine Änderung in der Wawi ohne nachfolgenden Abgleich hat keine Wirkung im Shop. Den Mindestbestellwert hinterlegst du in der Kundengruppe in JTL-Wawi. Dort gibt es ein Feld für den gruppenspezifischen Mindestbestellwert. Im Forum taucht immer wieder der Hinweis auf, dass der Mindestbestellwert in der Kundengruppe Vorrang vor dem global in der Versandart hinterlegten Wert hat — falls du beides konfiguriert hast, prüfe die Reihenfolge.

