JTL-Wawi 2.0 Update Checkliste — Vorbereitung und Nacharbeit für Händler

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JTL Wawi 2.0 Update Checkliste: Vorbereitung & Nacharbeit

JTL-Wawi 2.0 ist kein normales Punkt-Update. Die Plattform wechselt von .NET Framework auf .NET 8, der Installer ist neu, die Systemvoraussetzungen haben sich geändert, und zwei Versandschnittstellen laufen zum 31.05.2026 ab. Wer das Update unvorbereitet angeht, riskiert Ausfälle im laufenden Betrieb. Diese Checkliste fasst zusammen, was vor dem Update erledigt sein muss — und was danach geprüft werden sollte.

Die allgemeinen Neuerungen in Wawi 2.0 (hybride Cloud, neues Versionsschema, WMS-Funktionen) findest du im Übersichtsartikel: JTL-Wawi 2.0 Update — Was sich ändert. Hier geht es ausschließlich um die praktische Vorbereitung.

Vor dem Update: Was muss stimmen?

1. Vollständiges Datenbank-Backup anlegen

Bevor irgendetwas am System geändert wird, gehört ein vollständiges Backup der JTL-Wawi-Datenbank auf den Tisch. Das klingt selbstverständlich — erfahrungsgemäß wird es trotzdem oft übersprungen. Ein Major-Update auf eine neue .NET-Laufzeit ist kein Moment für Optimismus. Backup anlegen, Speicherort prüfen, Wiederherstellung kurz testen.

2. SQL Server Version prüfen

JTL-Wawi 2.0 setzt auf einem aktuellen SQL Server auf. Laut JTL-Dokumentation wird für den vollen Funktionsumfang SQL Server 2019 oder neuer empfohlen. Wer noch auf SQL Server 2014 oder älteren Versionen läuft, muss vor dem Wawi-Update zuerst den Datenbankserver aktualisieren — sonst schlägt die Installation fehl. Die aktuellen Mindestanforderungen stehen im JTL-Guide: Systemvoraussetzungen.

3. .NET 8 Desktop Runtime installieren

JTL-Wawi 2.0 basiert auf .NET 8. Die entsprechende Desktop Runtime muss auf jedem Client-Rechner installiert sein, der Wawi verwendet. Das gilt auch für den Datenbankserver selbst. Der Installer prüft das zwar vor der Installation — aber es ist besser, das vorab auf allen Arbeitsplätzen zu erledigen, damit das Update nicht in der Mitte der Kette steckenbleibt.

4. DHL Versenden 4.0 vorbereiten

Das ist der kritischste Punkt mit einem festen Datum: DHL stellt die bisherige Schnittstelle DHL Versenden 3.0 am 31. Mai 2026 ab. Wer danach noch Pakete über JTL versenden will, braucht DHL Versenden 4.0 — und das setzt JTL-Wawi 2.0 voraus. Ein Update, das kurz vor dem Stichtag schiefläuft, kann den Versandbetrieb stilllegen. Mehr Details zur Abschaltung findest du im Artikel DHL Versenden 3.0 Abkündigung. Laut JTL-Dokumentation kannst du in der Regel dieselben DHL-Zugangsdaten wie bisher weiterverwenden — der Umstieg auf die neue Schnittstelle erfolgt über die Konfiguration in JTL-ShippingLabels.

5. Drittanbieter-Plugins auf Kompatibilität prüfen

Plugins und Erweiterungen aus dem JTL Extension Store oder von Drittanbietern sind nicht automatisch mit Wawi 2.0 kompatibel. Vor dem Update sollte für jedes installierte Plugin geprüft werden, ob der Hersteller eine kompatible Version bereitstellt. Plugins die auf der alten .NET-Laufzeit aufbauen, können nach dem Update ohne Funktion sein oder Fehler verursachen. Im Zweifelsfall direkt beim Plugin-Hersteller anfragen — nicht erst nach dem Update.

6. Unicorn 2 Situation klären

Unicorn 2 (Etsy-Anbindung von marcos software) ist nicht mit JTL-Wawi 2.0 kompatibel. Händler die Unicorn 2 aktiv nutzen, müssen sich vor dem Update eine Alternative überlegen. JTL-eazyAuction ist für Marktplatzanbindungen die systemseitig vorgesehene Lösung. Wer Etsy anbindet, muss hier eine separate Lösung finden — Unicorn 2 wird nach dem Wawi-Update nicht mehr funktionieren.

Außerdem: Die Internetmarke (alte SOAP-API der Deutschen Post) wird ebenfalls am 31.05.2026 abgeschaltet. Wer Internetmarke nutzt, muss auf Internetmarke 2.0 umsteigen.

Das Update durchführen

Das Update selbst folgt dem normalen JTL-Installer-Prozess. Wer von JTL-Wawi 1.10 oder älter kommt, muss zunächst auf Version 1.11 aktualisieren — der Direktsprung von 1.10 auf 2.0 wird von JTL nicht unterstützt. Version 1.11 dient als Zwischenschritt. Die vollständige Installationsanleitung mit allen Schritten stellt JTL im JTL-Guide für Wawi 2.0 bereit.

Das Update in einer Testumgebung zuerst durchzuführen, sofern vorhanden, ist sinnvoll — besonders wenn viele Plugins im Einsatz sind.

Nach dem Update: Was muss geprüft werden?

1. WMS-Einstellungen kontrollieren

JTL-WMS hat mit Version 2.0 einen überarbeiteten Versandtisch, neue Packstückinhalte und eine angepasste Versandstraße bekommen. Bestehende WMS-Konfigurationen und Benutzerrechte können sich beim Update verändert haben. Wer WMS produktiv einsetzt, sollte nach dem Update alle Benutzerrechte, Drucker-Zuweisungen und Versandprozesse einmal komplett durchgehen, bevor der Lager-Betrieb wieder aufgenommen wird.

2. Belegvorlagen kontrollieren

Belegvorlagen in JTL-Wawi arbeiten mit DotLiquid-Syntax. Nach einem Major-Update können sich die verfügbaren Variablen oder das Rendering-Verhalten ändern. Nach dem Update auf 2.0 sollten alle aktiv genutzten Belegvorlagen — Rechnungen, Lieferscheine, Auftragsbestätigungen — einmal testweise erzeugt und auf korrekte Darstellung geprüft werden.

3. Internetmarke 2.0 einrichten

Falls Internetmarke genutzt wird: Die alte SOAP-API läuft zum 31.05.2026 ab. Nach dem Update auf Wawi 2.0 muss Internetmarke 2.0 in der Konfiguration eingerichtet werden. Die neue Version arbeitet mit anderen Zugangsdaten und einem anderen Authentifizierungsverfahren als die bisherige SOAP-Schnittstelle.

4. Testbestellungen durchführen

Vor dem regulären Betrieb gehören Testbestellungen durch den kompletten Prozess: Auftrag anlegen, Zahlung verbuchen, Versandetikett drucken, Beleg erzeugen. Nur so zeigt sich, ob alle Schnittstellen — Marktplatz, Shop-Connector, Versanddienstleister — nach dem Update noch korrekt zusammenarbeiten. Das ist der schnellste Weg, versteckte Probleme zu finden, bevor echte Kunden betroffen sind.

5. Mitarbeiter einweisen

Die Oberfläche von JTL-Wawi 2.0 hat sich verändert. Das gilt besonders für WMS-Nutzer, die mit dem neuen Versandtisch und den überarbeiteten Versandstraßen arbeiten. Eine kurze Einweisung der Mitarbeiter vor dem ersten produktiven Tag verhindert Fehler im Tagesgeschäft und spart Support-Aufwand.

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