JTL-Wawi einrichten: Anleitung für den Start

JTL-Wawi 2.0 ist seit dem 17. März 2026 als Stable Release verfügbar. Die neue Version läuft auf .NET 8, bringt eine überarbeitete Architektur und öffnet den ersten Zugang zur JTL-Cloud. Für Händler, die jetzt neu starten, bedeutet das: direkt in die aktuelle Version einsteigen und langfristig von der Cloud-Integration profitieren.

Wir richten bei unseren Kunden regelmäßig JTL-Wawi-Umgebungen ein. Die häufigsten Probleme entstehen nicht beim Download, sondern davor – bei der Wahl des falschen Betriebssystems, einer veralteten SQL-Server-Version oder einem fehlenden Kundenkonto. Diese Anleitung geht daher die Schritte in der richtigen Reihenfolge durch.

Schritt 1: Systemvoraussetzungen prüfen

Bevor du etwas installierst, prüfe die Hardware. JTL-Wawi unterscheidet zwischen dem Datenbankserver und den Client-Rechnern. Du kannst beides auf einem Gerät betreiben, dann gelten die jeweils höheren Anforderungen.

Anforderungen an den Datenbankserver

  • Betriebssystem: Windows 10 oder Windows Server 2016 oder höher
  • Hinweis: Windows 10 verliert ab Oktober 2025 den Microsoft-Support – laut JTL-Dokumentation empfiehlt sich für Neuinstallationen Windows 11 oder Windows Server 2019/2022
  • Microsoft SQL Server: 2017, 2019 oder 2022 (Express ist für den Start kostenlos, hat aber Datenbankgrößenbeschränkung auf 10 GB)
  • Arbeitsspeicher: Mindestens 8 GB RAM für den Datenbankserver empfohlen
  • Genügend Speicherplatz für die SQL-Datenbank

Anforderungen an die Client-Rechner

  • Software: Microsoft .NET Framework mindestens Version 4.8
  • Betriebssystem: Windows 10 oder höher
  • Bildschirmauflösung: Mindestens 1400×1050, empfohlen 1920×1080

Quelle: JTL-Guide: Systemvoraussetzungen aller JTL-Produkte

Schritt 2: JTL-Kundenkonto anlegen und Tarif wählen

Ohne JTL-Kundenkonto geht nichts. Der Download, die Lizenzverwaltung und die Mandantenverknüpfung laufen alle über das JTL-Kundencenter. Wer noch kein Konto hat, legt es unter kundencenter.jtl-software.com an.

Seit dem 1. April 2026 gilt die neue Preisstruktur:

  • Start: kostenlos, für den Einstieg geeignet
  • Advanced: 119 Euro pro Monat
  • Pro: 369 Euro pro Monat

Wichtig: WooCommerce- und PrestaShop-Konnektoren sind seit dem 1. April 2026 nicht mehr im Start-Tarif enthalten. Wer einen JTL-Connector zu einem Shopsystem benötigt, muss den Advanced-Tarif oder höher buchen. Die aktuellen Tarife und Leistungsumfänge findest du direkt auf der JTL-Preisseite.

Schritt 3: SQL Server installieren

JTL-Wawi speichert alle Daten in einer Microsoft SQL-Datenbank. Wenn auf deinem System noch kein SQL Server läuft, installierst du ihn zuerst.

Für neue Installationen stehen SQL Server 2017, 2019 und 2022 zur Verfügung. Die Express-Edition ist kostenlos und für kleinere Datenbanken ausreichend. Bei größerem Artikelstamm oder mehreren Mandanten kann eine bezahlte SQL-Lizenz sinnvoll sein – dazu berät dich JTL direkt oder ein Service Partner.

Den JTL-Administrator, der die Datenbankverbindung später verwaltet, installierst du zusammen mit der Wawi. Er legt die Datenbank beim ersten Start automatisch an.

Schritt 4: JTL-Wawi herunterladen und installieren

Den aktuellen Download von JTL-Wawi 2.0 findest du im JTL-Kundencenter unter „Bestellungen und Lizenzen“. Du lädst das Setup herunter und führst es auf dem Datenbankserver aus.

Der Installer richtet automatisch:

  • den JTL-Administrator ein (verwaltet Datenbankverbindungen und Updates)
  • die Datenbankstruktur an
  • den ersten Mandanten

Auf weiteren Client-Rechnern installierst du nur die Wawi-Oberfläche, die dann auf die zentrale Datenbank zugreift.

Schritt 5: Mandanten einrichten und mit dem Kundenkonto verknüpfen

Ein Mandant in JTL-Wawi entspricht einem Unternehmen oder Geschäftsbereich mit eigenen Stammdaten und Belegen. Die meisten Händler starten mit einem Mandanten.

Nach der Installation öffnest du die Wawi und folgst dem Ersteinrichtungs-Assistenten. Dabei verknüpfst du den Mandanten mit deinem JTL-Kundenkonto. Diese Verknüpfung ist für Lizenzierung, Updates und Cloud-Services wie JTL-Archive notwendig.

Die Grundeinstellungen des Mandanten umfassen:

  • Firmendaten und Steuereinstellungen (Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung)
  • Bankverbindungen und Zahlungsarten
  • Nummernkreise für Rechnungen, Bestellungen und Lieferscheine
  • Standard-Lagerort

Schritt 6: Stammdaten anlegen

Bevor der erste Auftrag durch die Wawi laufen kann, braucht es mindestens Artikel und Lieferanten. Den Artikelstamm kannst du manuell anlegen oder per JTL-Ameise importieren.

Bei Migrationen von anderen Systemen – etwa von Lexware oder plentymarkets – importieren wir die Stammdaten strukturiert per Ameise. Das spart Zeit und reduziert Fehler bei der Übergabe. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt unsere Leistungsseite zur JTL-Wawi Einrichtung.

Schritt 7: Datensicherung einrichten

Das wird oft vergessen und dann bereut. Laut JTL-Dokumentation sollte ein automatisches Backup der SQL-Datenbank von Anfang an laufen. JTL-Wawi bietet einen integrierten Backup-Mechanismus, der sich im JTL-Administrator konfigurieren lässt.

Laut JTL-Guide empfiehlt sich die Option „Vor dem Backup Indizes reorganisieren und neu erstellen“ zu aktivieren – das sorgt für sauberere Backups und weniger Probleme beim Einspielen.

Speicherort für Backups: Standardmäßig nutzt SQL Server das Verzeichnis C:\programme\microsoft sql server\instanz\backup. Für Produktivumgebungen empfiehlt sich ein externer Speicherort oder ein NAS.

JTL-Wawi 2.0 und der Weg in die Cloud

Mit der neuen Version 2.0 geht JTL einen hybriden Weg. Du arbeitest weiterhin lokal mit deiner gewohnten Wawi-Umgebung, kannst aber schrittweise Cloud-Dienste dazuschalten. Aktuell in der Closed Beta: JTL-Archive für die revisionssichere Belegarchivierung nach GoBD. Weitere Cloud-Services sollen über den neuen JTL App Store folgen.

Wer keinen eigenen Server betreiben möchte, kann JTL-Wawi auch auf einem Cloud-Server laufen lassen. Welche Optionen es dafür gibt, erklären wir auf unserer Seite zum JTL-Wawi Cloud Server.

Wo die Einrichtung Aufwand macht

Die Installation selbst dauert erfahrungsgemäß weniger als eine Stunde. Der eigentliche Aufwand liegt in der Konfiguration: korrekte Steuereinstellungen, stimmige Nummernkreise, sauber gepflegte Artikel. Bei Händlern, die von einem anderen System wechseln, kommt noch die Datenmigration dazu.

Wenn du bei der Einrichtung Unterstützung brauchst oder direkt mit einer fertig konfigurierten Umgebung starten möchtest, übernehmen wir das als JTL Service Partner Gold aus Ahrensfelde bei Berlin. Der Kontaktweg ist kurz: Meld dich hier.

Weiterführende Module: Gutscheine und Cross-Channel

Nach der Grundeinrichtung lohnt sich ein Blick auf die erweiterten JTL-Module. Für Händler mit Shop und stationärem Ladengeschäft ist JTL-Vouchers das Modul, das Gutscheine über Shop, POS und Wawi hinweg synchron hält — ein Gutschein lässt sich online kaufen und im Laden einlösen (oder umgekehrt), inklusive Teileinlösungen und Restguthaben. Wir richten das direkt mit ein, wenn der Case passt.

Häufige Fragen

Ein einzelner Rechner reicht für den Start. JTL-Wawi trennt technisch zwischen Datenbankserver und Client-Rechner, aber du kannst beides auf derselben Maschine betreiben. Dann gelten die kombinierten Mindestanforderungen: Windows 10 oder höher, Microsoft SQL Server 2017/2019/2022, mindestens 8 GB RAM. Sobald mehrere Mitarbeiter gleichzeitig in der Wawi arbeiten, ist ein dedizierter Datenbankserver sinnvoll, damit die Anlage auch unter Last trägt.
Die Installation selbst ist dokumentiert und machbar. Der eigentliche Aufwand liegt woanders: korrekte Steuereinstellungen, stimmige Nummernkreise, sauber gepflegte Mandantenstruktur. Wer von einem anderen System wechselt, beißt sich bei der Datenmigration meistens an SQL-Server-Konfiguration oder Ameise-Importstruktur fest — und das zieht sich. Als JTL Service Partner Gold übernehmen wir diese Schritte und liefern eine produktionsfertige Umgebung.
JTL-Wawi läuft in beiden Fällen auf einem Windows-System mit Microsoft SQL Server. Der Unterschied: Bei der lokalen Variante steht der Server bei dir oder in einem Rechenzentrum deiner Wahl. JTL-Wawi 2.0 bindet zusätzlich Cloud-Dienste an — etwa JTL-Archive für revisionssichere Belegablage nach GoBD. Eine vollständig cloudbasierte Wawi ohne eigenen Server existiert aktuell nicht. In der Praxis sehen wir, dass die meisten Händler mit der lokalen Variante starten und Cloud-Dienste gezielt dazuschalten, wenn der Bedarf wächst. JTL verfolgt dabei einen hybriden Ansatz, bei dem lokale Datenhaltung und Cloud-Dienste schrittweise zusammenwachsen.
Ja, das ist der Standardfall bei Systemwechseln. JTL-Ameise importiert Artikel, Lieferanten, Kunden und Bestände aus strukturierten CSV-Dateien. Bei Systemen wie Lexware, plentymarkets oder Shopware gibt es etablierte Export-Formate. Zum Problem werden oft die Rohdaten selbst: doppelte Artikelnummern, fehlende EAN oder inkonsistente Kategoriestrukturen aus dem Altsystem führen zu Fehlern beim Import. Wir bereiten die Rohdaten vor dem Import auf, damit du nach der Migration direkt arbeitsfähig bist.
JTL-Wawi hat keine feste Benutzer-Obergrenze pro Mandant. In der Praxis hängt die gleichzeitige Nutzung von der SQL-Server-Edition und der Hardware ab. Die kostenlose SQL Server Express Edition ist auf 10 GB Datenbankgröße begrenzt — bei einem aktiven Betrieb mit mehreren tausend Aufträgen im Monat ist diese Grenze schnell erreicht. Für Mehrbenutzer-Umgebungen ab drei bis vier gleichzeitigen Zugriffen sind eine vollwertige SQL-Server-Lizenz und ein dedizierter Datenbankserver von Anfang an der richtige Ausgangspunkt, um Performance-Engpässe zu vermeiden.

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Wir sind JTL Service Partner Gold aus Ahrensfelde bei Berlin. Wir begleiten Händler beim Einrichten, Migrieren und Optimieren ihrer JTL-Systeme.