
Auf einen Blick
- ✓Vlarom-Erkenntnis aus über 300 WMS-Projekten: Ein fehlerhafter Wareneingang geht fast immer auf drei Ursachen zurück — falsches Ziellager in der Lieferantenbestellung, fehlende Bestandsführung am Artikel oder ein MDE-Client der auf den falschen Server-Endpunkt zeigt.
- ✓Der Wareneingangs-Prozess folgt einem klaren Schema: offene Bestellung in Wawi prüfen, Wareneingangsplatz konfigurieren, MDE-Scan der gelieferten Artikel, Einbuchung mit Lagerplatzzuweisung. Abweichungen bei Mehr- oder Minderlieferung lassen sich direkt im WMS behandeln.
- ✓Als JTL Service Partner Gold begleitet Vlarom E-Commerce Agentur Händler beim WMS-Aufbau — von der Ersteinrichtung bis zur Fehlerbehebung im laufenden Betrieb.
Der Wareneingang ist das Fundament des gesamten WMS-Betriebs. Stimmt er nicht, stimmt nichts danach: Lagerbestände laufen auseinander, Picks scheitern an fehlendem Bestand, und die Ursache liegt oft zwei Wochen zurück in einer einzigen falsch gebuchten Lieferung. In über 300 WMS-Projekten haben wir gelernt: Wer den Wareneingang sauber einrichtet und das Team korrekt einweist, verhindert gut 80 Prozent aller späteren Lager-Probleme. Als JTL Service Partner Gold aus Ahrensfelde bei Berlin helfen wir dir genau dabei.
JTL WMS Wareneingang durchführen: Der vollständige Ablauf in 5 Schritten
Diese Reihenfolge stammt aus echten Einrichtungsprojekten. Wer sie konsequent einhält, vermeidet die häufigsten Fehler von Anfang an. Vor strukturellen Änderungen an Lagerplätzen oder Bestellungen immer ein Datenbank-Backup erstellen.
Voraussetzungen prüfen — Bestellung, WMS-Lager und Artikel-Setup
Bevor der erste Scan läuft, braucht das WMS drei Dinge. Erstens: eine offene Lieferantenbestellung in der JTL-Wawi mit Status ‚In Bearbeitung‘ — und zwar auf das WMS-Lager, nicht auf das Standard-Wawi-Lager. Das ist der häufigste Fehler, den wir bei MDE-Problemen als erstes finden. Immer. Zweitens muss das Lager als JTL-WMS-Lager konfiguriert sein. Drittens braucht jeder Artikel, der eingebucht werden soll, die Option ‚Bestandsführung aktiv‘ im Artikelstamm — ohne diese Einstellung verweigert das WMS die Buchung mit der Meldung ‚Bestandsführung nicht aktiv‘. Prüfe diese drei Punkte, bevor du den Wareneingang öffnest. Sie kosten zusammen fünf Minuten und sparen eine Stunde Fehlersuche.
Wareneingangs-Prozess wählen und WE-Platz konfigurieren
JTL-WMS bietet zwei Prozessmodelle. Prozess 1 arbeitet mit einem festen Wareneingangsplatz: Artikel werden dort gescannt und gebucht, die Einlagerung auf den endgültigen Lagerplatz erfolgt in einem separaten Schritt. Das ist das robustere Modell für Lager mit höherem Volumen — Gesamtmengen-Kontrolle und direkte Kommissionierung aus dem Wareneingang laufen sauber getrennt. Prozess 2 bucht Artikel direkt auf den Ziellagerplatz in einem Arbeitsgang. Schneller, aber ohne Zwischenkontrolle. Welches Modell du nutzt, stellst du in der Wawi unter Lager > Einstellungen > JTL-WMS Mobile ein: entweder ‚Auf festen WE-Platz‘ für Prozess 1 oder ‚Mit Lagerplatzauswahl‘ für Prozess 2. Prüfe auch die Einstellungen für Mehrlieferungen — ob das System sie mit Nachfrage akzeptiert, automatisch bucht oder blockiert.
MDE-Scan im Wareneingang: Artikel erfassen und Mengen buchen
Öffne auf dem MDE-Gerät (oder in JTL-WMS Mobile auf dem Tablet) den Menüpunkt Wareneingang und wähle die Lieferantenbestellung oder den Lieferanten aus. Scanne jeden Artikel per EAN, Artikelnummer, UPC oder ISBN. Das System bucht bei jedem Scan die voreingestellte Menge (Standard: 1). Für Mengen größer 1 die Mengeneingabe direkt im Artikelfeld nutzen — das geht halt schneller als mehrfaches Scannen. Falls ein Artikel keine EAN hat, kann ein Artikeletiketten-Druck direkt aus der Bestellübersicht ausgelöst werden. Kommt während des Scannens die Meldung ‚Dieser Artikel kommt in keiner offenen Bestellung vor‘, prüfe sofort: Ist das WMS-Lager in der Bestellung gesetzt? In neun von zehn Fällen liegt es genau daran. Die offizielle Dokumentation zum Wareneingang-Prozess findest du im JTL-Guide zu Wareneingang in JTL-WMS.
Lagerplatz zuweisen und Einbuchung abschließen
Nach dem Scan folgt die Lagerplatzzuweisung. Bei Prozess 1 landet die Ware zunächst auf dem Wareneingangsplatz, der Einlagerungsauftrag wird separat ausgeführt und weist die Artikel auf die endgültigen Lagerplätze. Das System kann dabei nach Vorgabeplätzen, Sortiernummer oder alphabetisch sortieren. Bei Prozess 2 scannst du direkt den Ziellagerplatz — die Ware ist sofort eingelagert. Bitte beachte: Das System bucht die Ware auf den gewählten Platz, auch wenn sie sich physisch noch in transit befindet. Buche deshalb erst, wenn die Ware tatsächlich am Lagerplatz liegt. Für Abweichungen gegenüber der Bestellung — zu viel, zu wenig, falscher Artikel — gibt es direkte Behandlung im WMS: Mehrlieferungen lassen sich je nach Einstellung mit Nachfrage akzeptieren, Minderlieferungen bleiben als offene Restmenge in der Bestellung stehen.
Qualitätsprüfung und Sonderfälle behandeln
Nach Abschluss des Wareneingangs drei Dinge prüfen. Erstens: Stimmt die gebuchte Menge mit dem Lieferschein überein? Der Wareneingangs-Druck (aktuelle Sitzung oder ganzer Tag) liefert eine Übersicht. Zweitens: Sind alle Artikel auf dem erwarteten Lagerplatz gelandet? Ein kurzer Blick auf den Lagerbestand des Artikels in der Wawi bestätigt das. Drittens — und das wird gerne vergessen: Sonderfälle wie Artikel mit MHD oder Chargennummer müssen beim Scan mit der jeweiligen Angabe erfasst werden. Fehlt diese Pflichtangabe, blockiert das WMS die Buchung. Artikel, die direkt aus dem Wareneingang versendet werden sollen (Bestand reserviert für offene Aufträge), können direkt in Versandboxen gepackt werden, ohne den Umweg über den Lagerplatz. Detaillierte Einstellungsmöglichkeiten für Wareneingangs-Optionen — von der Lieferscheinnummer-Pflicht bis zur MHD-Kontrolle — beschreibt der JTL-Guide zu Lageroptionen Wareneingang.

