
Auf einen Blick
- ✓JTL-Wawi 1.10 bringt eine vollautomatische Erkennung der Amazon-VCS-Variante (VCS, VCS Lite, IDU) und übernimmt die passende Verarbeitung selbstständig. Wir sehen darin den größten operativen Zeitgewinn der Version für Amazon-Händler.
- ✓Über JTL-eazyAuction haben sich die Multichannel-Möglichkeiten erweitert — neue Marktplätze lassen sich direkt aus der Warenwirtschaft heraus bespielen, ohne Prozessbruch.
- ✓Wir empfehlen heute den Sprung direkt auf JTL-Wawi 2.0 statt auf 1.10. Die 2.0er Version fasst alle 1.10-Änderungen zusammen und bringt zusätzliche Neuerungen. Als Vlarom E-Commerce Agentur setzen wir das Update standardmäßig auf einer Testumgebung auf.
Wir pflegen diesen Beitrag bewusst als Versionsarchiv — auch wenn die aktuelle Wawi-Version inzwischen 2.0 heißt. Händler die noch auf 1.9 oder 1.10 laufen, brauchen Klarheit über den Sprung, den sie machen. Für alle neuen Projekte richten wir die Warenwirtschaft direkt auf 2.0 ein.
Was JTL-Wawi 1.10 in Zahlen gebracht hat
Die Version hat drei harte Neuerungen geliefert, die für Amazon- und Multichannel-Händler relevant sind. Aus unseren Projekten sehen wir immer wieder die gleichen manuellen Eingriffe, die 1.10 spürbar reduziert hat.
Praxiswerte aus unseren Projekten: In Kundenprojekten mit Amazon-Vertrieb ersetzt die automatische VCS-Erkennung etwa 1-2 Stunden manuelle Konfiguration pro Einrichtung — und verhindert Fehlbuchungen durch manuell falsch gewählte VCS-Variante.
Diese drei Neuerungen sind die wichtigsten Zahlen-Änderungen in JTL-Wawi 1.10:
- →Automatische VCS-Variantenerkennung: Wawi erkennt selbstständig ob übermittelte Steuerdaten VCS, VCS Lite oder IDU sind und wählt die passende Verarbeitung. Vorher: manuell konfiguriert pro Händler-Account.
- →30-Tage-Rückabruf für VCS Lite: VCS-Lite-Daten können rückwirkend bis 30 Tage abgerufen werden. Bei Ausfällen oder verspäteter Datenübertragung kein Datenverlust mehr.
- →Eazy-Auction Multichannel-Erweiterung: Neue Marktplätze lassen sich zentral aus der Wawi bespielen — Verkäufe, Lagerbestände und Rechnungen bleiben in einem System. Für wachsende Händler skalierbar.
Die zentrale Regel bei der 1.10-Planung: Für neue Projekte direkt auf 2.0 gehen. Ein Zwischenschritt über 1.10 lohnt fast nie — außer wenn ein zwingendes Plugin nur auf 1.10 portiert wurde.
Worauf beim Wawi-Update auf 1.10 oder 2.0 zu achten ist
Zwei Fallstricke sehen wir bei fast jedem JTL-Wawi-Update in Kundenprojekten — sie gelten für 1.10 wie für 2.0:
Was 1.10 in der Praxis bei Händlern verbessert hat
Die Lektion
Unsere Erkenntnis aus mehreren Wawi-Update-Projekten: Viele 1.10-Funktionen sind in 2.0 geblieben oder wurden erweitert. Wer heute updatet, überspringt 1.10 und geht direkt auf 2.0 — die Investition in ein 1.10-Zwischenupdate lohnt nur in Sonderfällen (z.B. bei sehr alten individuellen Erweiterungen, die auf 2.0 noch nicht portiert sind).
JTL-Wawi-Update in 5 Schritten sauber durchziehen
So läuft ein sauberes Wawi-Update in unserer Praxis ab — von der Vorbereitung bis zum Go-Live. Die Reihenfolge ist bei 1.10 und 2.0 identisch:
Schritt 1: Bestandsaufnahme Workflows und SQL-Abfragen
Vollständige Liste aller individuellen Workflows, Report-Vorlagen und eigenen SQL-Abfragen erstellen. Pro Eintrag: Zweck, Verwendung und Datenbank-Felder dokumentieren. Häufigster Fehler: eigene Rechnungs-Vorlagen werden vergessen, weil sie außerhalb der Standard-Templates liegen.
Schritt 2: Testumgebung aufsetzen
Eine Kopie der Live-Datenbank auf einem separaten Wawi-Server anlegen. Lizenzen entsprechend konfigurieren, Connector-Verbindungen auf Test-Shop umstellen. Ohne Testumgebung kein Wawi-Update bei produktiven Systemen — das ist nicht verhandelbar.
Schritt 3: Update auf Testumgebung einspielen
Update-Paket laden, Update-Assistent starten, Datenbank-Migration laufen lassen. Danach Wawi öffnen und durchtesten: Artikel, Aufträge, Kundendaten, Workflows, Rechnungsdruck, Amazon- und eBay-Sync. Bei Fehlern die Log-Dateien im Wawi-Installationsordner prüfen.
Schritt 4: SQL-Abfragen und Templates anpassen
Alle vorher dokumentierten SQL-Abfragen und Vorlagen einmal durchprüfen. Umbenannte Felder anpassen, geänderte Tabellenstrukturen nachziehen. Wir übernehmen diesen Schritt im Rahmen eines Update-Pakets.
Schritt 5: Go-Live mit Wartungsfenster
Wartungsfenster ankündigen (2-4 Stunden bei größeren Beständen). Backup der Live-Datenbank, Update einspielen, Smoke-Test durch uns. Worker starten, Connector-Verbindungen prüfen, Shop-Sync validieren. Rollback-Plan liegt als Dokument vor.

