
Auf einen Blick
- ✓Die JTL-Wawi API einrichten bedeutet drei Schritte: Lizenz im Kundencenter aktivieren, Instanz im JTL-Administrator anlegen, Anwendung über Admin > App-Registrierung anbinden. Bei Vlarom E-Commerce Agentur nutzen wir diesen Ablauf für alle eigenen API-Konnektor-Projekte.
- ✓Die Instanz läuft auf einem frei wählbaren Port (Standard: 5883), per SSL absicherbar, und lässt sich sowohl manuell als auch als Windows-Dienst mit automatischem Start betreiben.
- ✓Wichtig: Die App-Registrierung funktioniert nur in der neuen JTL-Wawi-Oberfläche. Als JTL Service Partner Gold sehen wir schon mehrfach, dass Händler vergeblich in der alten Ansicht suchen.
Wir entwickeln seit Jahren maßgeschneiderte API-Konnektoren für JTL-Wawi. Zum Beispiel für einen Dampfartikel-Händler, bei dem wir eine vollständige Produktdaten-Synchronisation über die REST-Schnittstelle realisiert haben. Die JTL-Wawi API ist unser täglich genutztes Werkzeug, nicht nur Theorie. Als Vlarom E-Commerce Agentur und JTL Service Partner Gold begleiten wir Händler bei der technischen Integration, von der ersten API-Instanz bis zum produktiven Einsatz. Was wir dabei immer wieder feststellen: Die technischen Hürden liegen seltener in der API selbst, sondern meist in der Vorbereitung. Wer Lizenz, Instanz-Konfiguration und App-Registrierung als zusammenhängenden Ablauf versteht, kommt deutlich schneller ans Ziel.
JTL-Wawi API einrichten: der vollständige Ablauf in 5 Schritten
Der folgende Ablauf basiert auf der offiziellen JTL-Dokumentation und unserer Projekterfahrung. Voraussetzung ist eine laufende JTL-Wawi-Installation ab Version 1.10. Für ältere Versionen gibt es eine Kommandozeilen-Alternative, aber ein Update auf eine aktuelle Version ist die stabilere Grundlage für API-Projekte. Die fünf Schritte sind so aufgebaut, dass du sie direkt am System nachvollziehen kannst, auch ohne Vorkenntnisse in REST-API-Entwicklung. Für die eigentliche Integration deiner Anwendung brauchst du zusätzlich die Developer-Dokumentation unter developer.jtl-software.com, aber der Einrichtungs-Ablauf selbst ist rein konfigurativ.
Lizenz im JTL-Kundencenter aktivieren
Die JTL-Wawi API ist kein automatischer Bestandteil jeder Wawi-Lizenz, du musst sie separat aktivieren. Melde dich im JTL-Kundencenter an und gehe zu Bestellungen & Lizenzen > Warenwirtschaft > Module. Dort buchst du das Modul JTL-Wawi API. Aktuell befindet sich die API noch in der Open-Beta-Phase und ist kostenfrei nutzbar. Der häufigste Fehler den wir sehen: Händler versuchen eine Instanz anzulegen bevor die Lizenz wirklich aktiv ist. Der JTL-Administrator zeigt dann schlicht keine API-Option an. Details zur Buchung: JTL-Guide zur API-Lizenz
Instanz im JTL-Administrator anlegen
Öffne den JTL-Administrator über das Windows-Startmenü. Klicke auf Anlegen und wähle Wawi-App. Jetzt konfigurierst du die Instanz: Instanzname (frei wählbar, z.B. MeinShop-API), Profil (Standard reicht für die meisten Anwendungsfälle), Mandant (üblicherweise eB-Standard in Standardinstallationen), Schnittstelle (127.0.0.1 für lokalen Zugriff, lokale IP für Netzwerkzugriff, 0.0.0.0 für alle Schnittstellen), Port (Standard 5883, sicherstellen dass kein anderes Programm diesen Port belegt) und Zertifikat (selbst-signiert generieren oder eigenes importieren). Für den automatischen Start als Windows-Dienst aktivierst du die entsprechende Option in den Service-Einstellungen. Vollständige Feldübersicht: JTL-Guide zur Instanz-Einrichtung
Instanz starten und Erreichbarkeit prüfen
Nach dem Speichern kannst du die Instanz direkt aus dem JTL-Administrator heraus starten. Wähle die angelegte Instanz in der Liste und klicke auf Starten. Der REST-Server läuft dann unter der konfigurierten IP und dem Port, zum Beispiel unter https://127.0.0.1:5883. Ein erster Funktionstest: Ruf die Swagger-UI im Browser auf (https://[IP]:[Port]/swagger). Wenn die interaktive API-Dokumentation erscheint, läuft die Instanz korrekt und du kannst die verfügbaren Endpunkte direkt im Browser erkunden. Hast du die Schnittstelle auf eine lokale Netzwerk-IP gesetzt, denke an die Firewall-Einstellungen. Der JTL-Administrator bietet eine Checkbox um die Windows-Defender-Regel automatisch anzulegen. Ohne diese Regel blockiert Windows den eingehenden Traffic auf dem API-Port, und die Anwendung auf einem anderen Rechner im Netzwerk bekommt keine Verbindung. Notiere dir nach dem Start die vollständige Basis-URL der Instanz: du brauchst sie bei der App-Registrierung im nächsten Schritt.
Anwendung über App-Registrierung anbinden
Die eigentliche Anbindung deiner Anwendung erfolgt in JTL-Wawi selbst, nicht im JTL-Administrator. Wechsle in die neue JTL-Wawi-Oberfläche (die App-Registrierung steht nur dort zur Verfügung) und öffne Admin > App-Registrierung. Klicke auf Hinzufügen um den Registrierungs-Assistenten zu starten. Der Assistent wartet darauf, dass deine Anwendung eine Registrierungsanfrage über die API schickt (details zur appRegistration-Anfrage findest du in der Developer-Dokumentation). Nach Eingang der Anfrage siehst du die Anwendungsdaten, vergibst einen dedizierten Benutzernamen (getrennt von deinem eigenen JTL-Wawi-Konto) und wählst die benötigten Berechtigungen (Scopes) aus. Die Scope-Auswahl ist wichtig: vergib nur die Rechte die deine Anwendung wirklich braucht. Lese-Scopes für reine Datenabrufe, Schreib-Scopes nur wenn die Anwendung Daten in JTL-Wawi zurückschreiben soll. Mit Fertigstellen schließt du die Registrierung ab und erhältst den API-Token, den deine Anwendung für alle weiteren API-Calls braucht.
Verbindung testen und Backup anlegen
Nach der Registrierung testest du die Verbindung mit einem einfachen API-Call aus deiner Anwendung heraus. Schlägt der erste Call durch, ist die Einrichtung abgeschlossen. Bevor du produktiv gehst, lege ein Backup der JTL-Wawi-Datenbank an. Schreibende Operationen über die API wirken direkt auf den Datenbestand. Ohne Backup gibt es keinen sicheren Rückweg wenn etwas schiefläuft. Wir sehen in unserer Projektarbeit regelmäßig, dass dieser Schritt übersprungen wird und dann bei Fehlern viel Zeit verloren geht. Die Integration zuerst in einer Test-Umgebung zu validieren, bevor du PUT-, POST- oder DELETE-Calls produktiv schaltest, hat sich in jedem Projekt bewährt.

