JTL-Plan&Produce einrichten: Lizenz aktivieren, Workbench konfigurieren und den ersten Fertigungsauftrag starten

JTL-Plan&Produce richtet sich an Händler, die Produkte nicht nur verkaufen, sondern selbst herstellen. Manufakturen, Eigenmarken-Anbieter, Konfektionsbetriebe: Wer Rohstoffe und Einzelteile zu fertigen Produkten zusammensetzt, braucht mehr als eine klassische Warenwirtschaft. Plan&Produce ist der Teil von JTL-Wawi, der genau das abbildet. Die Einrichtung folgt einer klaren Reihenfolge, hat aber einige Stellen, die ohne Vorwissen schnell zu Fehlern führen.

Du willst wissen, in welcher Reihenfolge du Plan&Produce korrekt aufsetzt, ohne später festzustellen, dass ein Artikel nicht mehr änderbar ist?

Dieser Beitrag zeigt dir den kompletten Einrichtungsweg aus der Praxis. Von der Lizenzaktivierung über die Workbench bis zum ersten abgeschlossenen Fertigungsauftrag.

JTL-Wawi Produktionsbereich mit Fertigungsauftrag und Workbench-Oberfläche nebeneinander

Auf einen Blick

  • ✓JTL-Plan&Produce ist kostenlos im JTL-Kundencenter freischaltbar, aber die JTL-Workbench und Zusatzmodule wie auftragsbezogene Produktion kosten extra. Vor dem Produktivbetrieb lohnt sich ein Testlauf mit Testlizenz. JTL stellt auf Anfrage im Kundencenter eine Testlizenz bereit.
  • ✓Bevor du einen Produktionsartikel anlegst, gilt: Diese Umwandlung ist unwiderruflich. Dupliziere den Originalartikel zuerst. Wir nennen das in jedem Einrichtungsprojekt als erstes, weil dieser Fehler nicht reparierbar ist.
  • ✓Der häufigste Fehler beim Plan&Produce-Start: Stückliste ohne vollständige Arbeitsgänge gespeichert, Fertigungsauftrag startet nicht. Wir kennen diesen Fallstrick aus mehreren Einrichtungsprojekten.

Wenn wir bei der Vlarom E-Commerce Agentur aus Ahrensfelde bei Berlin ein Plan&Produce-Projekt übernehmen, sehen wir regelmäßig dasselbe Bild: Artikeln fehlt Bestandsführung, Stücklisten haben keinen Arbeitsgang, oder die Workbench startet nicht, weil der Arbeitsplatz noch nicht zugewiesen ist. Diese Punkte klingen nach Kleinigkeiten — sie bedeuten aber, dass der erste Fertigungsauftrag einfach nicht losläuft. Als JTL Service Partner Gold begleiten wir Händler durch die komplette Einrichtung, damit der erste Produktionslauf ohne Rückschritte funktioniert.

Was Händler bei der Plan&Produce-Einrichtung unterschätzen

Für Händler, die erstmals eigene Produkte fertigen oder einen manuellen Prozess in JTL abbilden wollen, wirkt Plan&Produce auf den ersten Blick wie ein einfaches Add-on. In der Praxis zeigt sich: Die Vorbereitung in der Warenwirtschaft, also Arbeitsgänge, Ressourcen und Stücklisten, braucht deutlich mehr Zeit als die eigentliche Lizenzaktivierung. Wer diesen Teil unterschätzt, startet den ersten Fertigungsauftrag mit fehlenden Daten.

Aus unseren Einrichtungsprojekten: Bei Händlern, die Plan&Produce ohne begleitete Einrichtung starten, liegt die häufigste Fehlerquelle nicht in der Software selbst, sondern in der fehlenden Stücklistenpflege. Arbeitsgänge ohne zugewiesene Komponenten oder Stücklisten ohne mindestens einen Arbeitsgang blockieren den ersten Produktionslauf vollständig.

Die Einrichtungszeit hängt von diesen Faktoren ab:

  • →Anzahl der Produktionsartikel: Wer 10 Eigenprodukte hat, ist schneller fertig als wer 200 Varianten mit je eigener Stückliste abbilden muss.
  • →Vorhandene Artikelstammdaten: Artikel ohne Bestandsführung können nicht zu Produktionsartikeln werden. Das nachträgliche Bereinigen kostet Zeit.
  • →Ressourcen-Komplexität: Einfache Produktion mit einem Arbeitsgang ist deutlich schneller abgeschlossen als eine Konfiguration mit mehreren Ressourcentypen, Gruppen und Arbeitsplätzen. Der tatsächliche Aufwand hängt von der vorhandenen Datenbasis und der Komplexität der Stücklisten ab. Eine Einschätzung ist nach dem Erstgespräch möglich.
  • →Integration mit JTL-WMS: Wer WMS einsetzt, braucht bei der Workbench-Konfiguration zusätzlich Lagerplatzzuweisungen, die mit der WMS-Struktur abgestimmt sein müssen.

Die Lizenz ist in wenigen Minuten aktiv. Der Rest ist Vorarbeit in der Warenwirtschaft. Wer diese unterschätzt, verliert beim ersten Produktionslauf halt die Zeit, die er sich mit sorgfältiger Vorbereitung hätte sparen können.

Warum Plan&Produce-Einrichtungen häufig ins Stocken geraten

Die sechs häufigsten Stolperstellen kommen immer wieder vor, egal ob kleine Manufaktur oder größerer Konfektionsbetrieb.

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Artikel ohne Bestandsführung

Der häufigste Startfehler: Der Artikel in JTL-Wawi hat keine aktive Bestandsführung. Artikel ohne Bestandsführung können nicht zu Produktionsartikeln werden. Das System gibt keinen deutlichen Hinweis, warum der Schritt nicht klappt.

Bestandsführung im Artikelstamm aktivieren, dann den Schritt erneut starten. Außerdem gilt: Konfigurationsartikel und Vaterartikel sind nicht für Plan&Produce geeignet.

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Stückliste ohne Arbeitsgang

JTL verlangt, dass jede Produktionsstückliste mindestens einen Arbeitsgang und eine Komponente enthält, bevor sie gespeichert werden kann. Wer versucht, eine leere Stückliste zu sichern, kommt nicht weiter.

Arbeitsgänge müssen existieren, bevor du den Produktionsartikel konfigurierst. Die feste Abfolge lautet: Arbeitsgänge vor Stücklisten, Stücklisten vor Fertigungsauftrag.

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Workbench zeigt keine Artikel

Die JTL-Workbench ist eine eigenständige Anwendung und braucht einen konfigurierten Arbeitsplatz in JTL-Wawi. Fehlt dieser Arbeitsplatz, oder wurde er ohne zugewiesenes Quell-Lager angelegt, erscheinen keine Produktionsartikel in der Workbench-Oberfläche.

Mehrere Nutzer im JTL-Forum berichten (u. a. zu Ticket WAWI-57259), dass die Option ‚In Fertigungsauftrag überführen‘ im Kontextmenü ausgegraut erscheint, wenn die Konfiguration unvollständig ist. Den Arbeitsplatz vollständig im Setup-Assistenten der Workbench anlegen.

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Fertigungsauftrag-Option ausgegraut

Händler, die ohne JTL-Workbench produzieren wollen, stoßen auf ein häufiges Problem: Die Option ‚In Fertigungsauftrag überführen‘ im Dispositions-Kontextmenü ist ausgegraut. Ursache ist fast immer, dass die Lizenzen für Dispositionsproduktion oder auftragsbezogene Produktion nicht vollständig aktiviert sind.

Im JTL-Kundencenter prüfen, welche Plan&Produce-Module aktiv sind, und fehlende Lizenzen nachbuchen. Die Fehlermeldung ist im JTL-Forum unter Ticket WAWI-57259 dokumentiert.

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Unwiderrufliche Produktionsartikel-Umwandlung

JTL warnt im System deutlich: Sobald du einen Artikel zum Produktionsartikel machst, ist das nicht rückgängig zu machen. Wer einen Verkaufsartikel versehentlich umwandelt, hat ein dauerhaftes Problem im Artikelstamm.

Vor der Umwandlung immer den Originalartikel duplizieren und mit dem Duplikat arbeiten. Das ist die wichtigste Einzelregel für jeden Plan&Produce-Start.

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Reservierungsmodus falsch gewählt

Die Workbench bietet drei Reservierungsmodi: beim Start jedes Arbeitsschritts, beim Start jedes Loses oder für die gesamte Produktionssitzung vorab. Eine falsch gewählte Option führt zu Lagerbeständen, die länger reserviert sind als nötig.

Für einfache Einzelproduktionen ohne WMS ist die Reservierung beim Sitzungsstart der sichere Einstieg. Bei komplexeren Strukturen mit mehreren Losen macht die schrittweise Reservierung mehr Sinn.

Was Händler gewinnen, die Plan&Produce korrekt eingerichtet haben

Rohstoff-Lagerbestand automatisch geführt

Vor Plan&Produce laufen die meisten produzierenden Händler mit manuellen Excel-Listen oder Schätzwerten für ihren Rohstoffverbrauch. Mit korrekt eingerichteten Stücklisten bucht das System nach jedem Fertigungsauftrag die Komponenten automatisch aus. Das verhindert Fehlpicks durch veraltete Bestände und spart die tägliche manuelle Nacharbeit.

Fertigungsaufträge aus Kundenaufträgen erzeugen

Mit auftragsbezogener Produktion verknüpft Plan&Produce den Kundenauftrag direkt mit dem Fertigungsauftrag. Wer bisher den Umweg über separate Auftragszettel gegangen ist, spart das manuelle Übertragen. Die Rückverfolgbarkeit steigt, Liefertermine lassen sich verlässlicher einhalten.

Die Lektion

Was wir aus Einrichtungsprojekten bei der Vlarom E-Commerce Agentur mitnehmen: Plan&Produce entfaltet seinen Nutzen nicht durch die Lizenz, sondern durch sauber gepflegte Stammdaten. Arbeitsgänge, Ressourcen und Stücklisten, die einmal korrekt angelegt sind, laufen danach stabil. Der Aufwand steckt vorne — nicht im laufenden Betrieb.

JTL-Plan&Produce einrichten: Schritt für Schritt

Die folgende Reihenfolge ist nicht beliebig. Wer die Schritte tauscht — zum Beispiel zuerst den Produktionsartikel anlegt, ohne Arbeitsgänge zu haben — muss zurück zum Anfang. Die Sequenz stammt direkt aus der JTL-Dokumentation und unserer Projekterfahrung. Wer die vollständige JTL-Wawi-Einrichtung plant, findet den Überblick unter JTL-Wawi einrichten.

Lizenz im JTL-Kundencenter aktivieren

Melde dich im JTL-Kundencenter an, geh zu ‚Bestellungen & Lizenzen‘ und wähle ‚Produktion‘. Unter ‚Lizenzen & Tarife‘ findest du JTL-Plan&Produce. Die Basislizenz ist kostenlos. Wenn du Dispositionsproduktion oder auftragsbezogene Produktion nutzen möchtest, sind diese Module separat freischaltbar. Für einen ersten Test kannst du über das Support-Ticket-System eine Testlizenz anfordern. Details dazu stehen in der offiziellen JTL-Dokumentation zur Lizenzaktivierung.

Arbeitsgänge in JTL-Wawi anlegen

Öffne in JTL-Wawi den Bereich ‚Produktion‘ und wähle den Ordner ‚Arbeitsgänge‘. Lege für jeden Produktionsschritt einen Arbeitsgang an: Verpacken, Zusammensetzen, Konfektionieren, Etikettieren. Pflichtfelder sind Arbeitsgangname und Arbeitsgangbeschreibung. Du kannst außerdem einzelne Arbeitsschritte mit Anweisungen und Bildern hinterlegen, die deinen Mitarbeitern in der Workbench angezeigt werden. Arbeitsgänge müssen existieren, bevor du Produktionsartikel anlegst.

Ressourcen und Arbeitsplätze einrichten

Ressourcentypen wie ‚Maschine‘ oder ‚Mitarbeiter‘ und Ressourcengruppen strukturieren, wer oder was an einem Fertigungsauftrag beteiligt ist. Danach legst du Arbeitsplätze an: das sind die konkreten Stationen, an denen produziert wird. Diese Arbeitsplätze tauchen später im Setup-Assistenten der JTL-Workbench auf. Für einfache Produktionen ohne Ressourcenplanung kannst du diesen Schritt vereinfacht halten.

Produktionsartikel anlegen und Stückliste konfigurieren

Wähle in JTL-Wawi einen existierenden Artikel aus und mache ihn zum Produktionsartikel. Voraussetzung: Bestandsführung muss aktiv sein, Konfigurationsartikel und Vaterartikel sind nicht zulässig. Achtung: Diese Umwandlung ist unwiderruflich. Dupliziere den Originalartikel, bevor du weitermachst. In der Produktionsstückliste hinterlegst du alle Arbeitsgänge und Komponenten. Mindestens ein Arbeitsgang und eine Komponente sind zum Speichern Pflicht. Details dazu findest du in der JTL-Dokumentation zum Produktionsartikel anlegen.

JTL-Workbench einrichten und ersten Fertigungsauftrag starten

Öffne die JTL-Workbench und melde dich an. Der Setup-Assistent startet automatisch und führt durch die Arbeitsplatzkonfiguration. Wähle ein Quell-Lager aus, lege den Reservierungsmodus fest und weise Lagerplätze zu, falls du JTL-WMS einsetzt. Nach dem Setup geh im Menü zu ‚Prozesse > Produzieren‘, wähle deinen ersten Produktionsartikel, gib die Zielmenge ein und starte die Produktion. Der Produktionsassistent führt durch jeden Arbeitsgang. Nach Abschluss bucht das System die Komponenten aus dem Lager aus und erhöht den Bestand des Fertigprodukts.

Häufige Fragen zu JTL-Plan&Produce

Die Basislizenz für JTL-Plan&Produce ist kostenlos und im JTL-Kundencenter ohne Aufpreis freischaltbar. Zusatzkosten entstehen für die JTL-Workbench als eigenständige Produktionsanwendung sowie für erweiterte Module wie Dispositionsproduktion oder auftragsbezogene Produktion. Welche Module du brauchst, hängt davon ab, wie du produzierst: Ad-hoc-Fertigung für einfache Eigenproduktion kommt oft mit der Basislizenz aus. Die aktuelle Lizenzübersicht findest du im JTL-Kundencenter unter ‚Produktion‘.
JTL-WMS verwaltet fertige Produkte in deinem Lager: Einlagerung, Kommissionierung, Versand. JTL-Plan&Produce beschreibt den Schritt davor: wie du aus Rohstoffen und Einzelteilen ein fertiges Produkt herstellst. Beide Systeme ergänzen sich, sind aber für unterschiedliche Prozesse zuständig. Wer fertige Waren nur lagert und versendet, braucht Plan&Produce nicht. Wer selbst produziert oder konfektioniert, braucht es als Ergänzung zur Warenwirtschaft.
Die Umwandlung ist nicht rückgängig zu machen. JTL warnt im System explizit darauf hin. Wenn der falsche Artikel umgewandelt wurde, bleibt als einzige Option einen neuen Artikel anzulegen und den alten Produktionsartikel zu inaktivieren. Die feste Regel lautet deshalb: Vor der Umwandlung immer eine Kopie des Originalartikels erstellen und mit der Kopie arbeiten.
Der Menüpunkt ist ausgegraut, wenn die benötigte Lizenz nicht vollständig aktiviert ist. Das betrifft vor allem die Dispositionsproduktion und die auftragsbezogene Produktion, die separat freigeschaltet werden müssen. Prüfe im JTL-Kundencenter unter ‚Produktion‘, welche Module aktiv sind. Außerdem kann eine unvollständige Arbeitsplatzkonfiguration in der Workbench dazu führen, dass Fertigungsoptionen nicht verfügbar sind.
Die JTL-Workbench ist für Plan&Produce nicht zwingend erforderlich. Für einfache Ad-hoc-Produktionen ohne Ressourcenplanung kann die Produktion auch direkt in JTL-Wawi angestoßen werden. Die JTL-Workbench ist die spezialisierte Produktionsoberfläche, die direkt an der Produktionsstation läuft und Mitarbeitern die Arbeitsgänge Schritt für Schritt anzeigt. Wer mehrere Mitarbeiter in der Produktion hat oder Kapazitäten planen will, profitiert von der Workbench. Für einzelne Produktionen reicht JTL-Wawi allein.
Ja, Plan&Produce funktioniert unabhängig von JTL-WMS. Ohne WMS entfällt die Lagerplatzzuweisung im Workbench-Setup. Stücklisten, Arbeitsgänge und Fertigungsaufträge funktionieren auch mit der Standard-Lagerverwaltung von JTL-Wawi. Wer WMS einsetzt, kann zusätzlich Lagerplätze für Rohstoffe und Fertigprodukte innerhalb der Produktion steuern.

Du hast Plan&Produce selbst ausprobiert und steckst fest? Wir richten es mit dir ein.

Mit Vlarom Plan&Produce korrekt aufsetzen.

Als JTL Service Partner Gold kennen wir die typischen Stolperstellen bei der Plan&Produce-Einrichtung. Von der Lizenzaktivierung über die Stücklistenpflege bis zum ersten abgeschlossenen Fertigungsauftrag begleiten wir produzierende Händler durch die komplette Konfiguration. Ruf direkt an unter +49 30 91473862, schreibe an info@vlarom.de oder nutze unser Kontaktformular für ein unverbindliches Erstgespräch.

AL

Alexander Luft

JTL Service Partner Gold · Vlarom E-Commerce Agentur · Ahrensfelde bei Berlin