JTL Wawi 2.1.1 (JTL ERP): Alle Neuerungen im Überblick

JTL Wawi 2.1.1 steht laut JTL-Changelog zum Download bereit. Das Produkt heißt inzwischen JTL ERP, der bisherige Name JTL-Wawi läuft als Zusatz mit. Was in der JTL-Kommunikation zum Release als Sammelliste von Fehlerbehebungen ankommt, verteilt sich laut öffentlichem Changelog tatsächlich auf zwei Versionen: 2.1.0 und 2.1.1. Wer die Liste ungeprüft übernimmt, schreibt Fixes der falschen Version zu.

Du willst wissen, was in 2.1.1 wirklich neu ist und ob sich das Update jetzt lohnt?

Wir haben den JTL-Changelog Punkt für Punkt gegen die in der Release-Kommunikation genannten Fehlerbehebungen geprüft. Ergebnis: Nur drei der häufig genannten Fixes sind laut Changelog tatsächlich neu in 2.1.1. Der Rest ist entweder bereits mit 2.1.0 erschienen oder öffentlich schlicht nicht auffindbar. Stand dieses Beitrags ist der 11. September 2026 (Changelog-Prüfung).

Von Alexander Luft, Vlarom E-Commerce Agentur — JTL Service Partner Gold, Ahrensfelde bei Berlin
JTL Wawi 2.1.1 (JTL ERP) Update — Neuerungen im Überblick

Auf einen Blick

  • JTL Wawi 2.1.1 ist laut JTL-Changelog die aktuell geführte Version, vor 2.1.0 und 2.0.6. Mit dem Release-Sprung auf 2.1.x endet laut JTL-Ankündigung außerdem der Bugfix-Support für JTL-Wawi 1.x.
  • Von den in der JTL-Release-Kommunikation genannten Fehlerbehebungen sind laut Changelog nur drei tatsächlich neu in 2.1.1: ein Worker-Hänger beim Datenempfang, ein WMS-Absturz im Packstückabschluss und ein Fehler beim PayPal-Zahlungsabgleich. Sechs weitere Punkte (darunter die XRechnung-BT-131-Korrektur) stammen bereits aus 2.1.0.
  • JTL benennt sein Produkt im Zuge des Rebrandings 2026 von JTL-Wawi zu JTL ERP um. Software, Datenbank und Funktionsumfang bleiben unverändert: Es ändert sich nur der Name, und beide Bezeichnungen sind aktuell parallel im Umlauf. Die Vlarom E-Commerce Agentur ordnet solche Versionssprünge für ihre Kunden ein, bevor ein Update angestoßen wird: Wichtiger als die neue Versionsnummer ist, was sich für den eigenen Betrieb tatsächlich ändert.

Die Vlarom E-Commerce Agentur ist JTL Service Partner Gold aus Ahrensfelde bei Berlin und betreut über 300 aktive Kunden im JTL-Ökosystem, seit über 10 Jahren. Bei jedem Release prüfen wir zuerst den öffentlichen Changelog gegen das, was in Partnerkommunikation und Foren kursiert. Erst danach sprechen wir eine Update-Empfehlung aus.

Was ist wirklich neu in 2.1.1, was kam schon mit 2.1.0

Stand 11. September 2026 führt der JTL-Changelog eigene Abschnitte für Version 2.1.1 und für Version 2.1.0 mit jeweils eigenen Ticketnummern. Die JTL-Release-Kommunikation listet ihre Fehlerbehebungen kumuliert seit der vorherigen Kundenversion 2.0.6, ohne zwischen 2.1.0 und 2.1.1 zu trennen. Die Vlarom E-Commerce Agentur hat deshalb jeden Punkt einzeln gegen den Changelog geprüft.

Drei Fixes sind laut Changelog neu in 2.1.1. Sechs stammen aus 2.1.0. Fünf lassen sich öffentlich nicht belegen.

Die Zuordnung im Einzelnen, Stand 11. September 2026:

  • Tatsächlich neu in 2.1.1 (mit Ticketnummer belegt): Ein Worker-Hänger beim Empfangen und Senden von Daten (WAWI-88059), ein WMS-Absturz beim Öffnen eines Pakets im Packstückabschluss (WAWI-91636) und ein Fehler im PayPal-Zahlungsabgleich durch einen falschen ContentType bei der Datenübertragung (WAWI-89246). Alle drei stehen im Changelog-Abschnitt „Version 2.1.1″.
  • Bereits mit 2.1.0 behoben, in der Release-Kommunikation aber unter 2.1.1 miterwähnt: Die XRechnung-Korrektur bei BT-131 (vier statt zwei Nachkommastellen, WAWI-80914) samt einem zugehörigen Validierungsfehler (WAWI-86642), ein Memory Leak im JTL Worker (WAWI-88457), die Frage, welche Umsatzsteuer-Identnummer des Kunden steuerlich verwendet wird (WAWI-68488), der zeitversetzte E-Mail-Versand über den Worker (WAWI-87677), die Bestandsübersicht bei Variationskombinationsartikeln (WAWI-86040) sowie die Vorschau von Anhängen in Aufträgen (WAWI-88523). Diese sechs Punkte sind real behoben, nur eben mit dem vorherigen Release.
  • Öffentlich nicht mit einer Ticketnummer belegbar: eBay-Versand- und Zahlungsprofile, der Amazon-Maximalbestand bei Überbeständen, ein Verhalten der Druckvorschau, ein Einfrieren von JTL ERP beim Programmstart sowie eine Umsatzsteuer-ID-Prüfung von Deutschland ins Ausland. Für diese fünf Punkte gibt es im Changelog zum Prüfzeitpunkt keinen auffindbaren Eintrag. Wir geben sie deshalb nur als Angabe aus der JTL-Release-Kommunikation wieder, nicht als von uns bestätigte Tatsache.

Bei einem Update wegen eines der sechs 2.1.0-Fixes oder eines der fünf unbelegten Punkte gilt: Die 2.1.0-Fixes hat man vermutlich längst, sofern man laufend aktualisiert. Ein Releasedatum für 2.1.0 oder 2.1.1 nennt JTL öffentlich nicht, ebenso wenig eine Kanal-Einstufung als Stable Release. Beides lässt sich zum Prüfzeitpunkt nicht belegen.

Was hinter dem Versionssprung steckt

Fünf Punkte erklären, warum die Release-Kommunikation zu 2.1.1 mehr verspricht, als der Changelog dieser einen Version hergibt.

1

Aus JTL-Wawi wird JTL ERP: ein Namenswechsel, keine neue Software

JTL benennt im Zuge seines Rebrandings 2026 mehrere Produkte um: Aus eigenständigen Namen wie eazyAuction oder countX werden Module unter einem gemeinsamen Dach, JTL-Wawi wird zu JTL ERP. Eine direkte JTL-Pressemitteilung mit diesem Wortlaut haben wir in unserer Recherche nicht selbst gefunden. Bestätigt ist die Umbenennung übereinstimmend über zwei unabhängige Fachportale (upbox.de und der HAMANN-Blog von Oliver Hamann), die sich beide auf JTL berufen. Auffällig: Die JTL-Changelog-Seite trägt selbst zum Prüfzeitpunkt weiterhin den Titel „JTL-Wawi Changelog“. Beide Bezeichnungen sind also aktuell parallel im Umlauf. An Software, Datenbank und Funktionsumfang ändert der neue Name laut beiden Quellen nichts.

2

Der Support für JTL-Wawi 1.x ist mit 2.1 ausgelaufen

JTL hatte bereits im Frühjahr 2026 angekündigt, dass der Bugfix-Support für die Version 1.x mit dem Release von Version 2.1 endet. Mit 2.1.0 und jetzt 2.1.1 ist dieser Zeitpunkt eingetreten. Für alle, die noch auf einer 1.x-Version arbeiten, gibt es damit keine weiteren Fehlerbehebungen mehr. Ob ein direkter Sprung von 1.x auf 2.1.1 ohne Zwischenschritt über 2.0 technisch möglich ist, lässt sich aus der öffentlichen JTL-Dokumentation zum Update-Ablauf nicht eindeutig herauslesen: Das solltest du vor einem eigenmächtigen Update klären, statt es anzunehmen.

3

Shipping 2.0 hängt nicht pauschal an 2.1.1

Für die Grundaktivierung von Shipping 2.0 reicht laut JTL-Guide bereits Version 2.0.0, für die GLS-Anbindung 2.0.5 — nur die Drucker-Konfiguration verlangt mindestens 2.1. In der Release-Kommunikation taucht dennoch häufig der Eindruck auf, Shipping 2.0 setze pauschal 2.1.1 voraus. Das deckt sich nicht mit dem JTL-Guide: Mit 2.1.0/2.1.1 ist lediglich diese letzte Voraussetzung jetzt öffentlich verfügbar, nicht die gesamte Versandplattform hängt daran. Wie du Shipping 2.0 einrichtest, haben wir in einem eigenen Beitrag zur JTL Versandplattform Shipping beschrieben, den wir hier nicht wiederholen.

4

XRechnung: Was BT-131 bedeutet und warum die Korrektur schon 2.1.0 zuzuordnen ist

BT-131 bezeichnet nach dem europäischen Rechnungsstandard EN 16931 den Netto-Positionsbetrag einer Rechnungszeile inklusive positionsspezifischer Rabatte und Zuschläge. JTL hatte diesen Wert im XRechnung-Export bislang mit vier statt der vorgeschriebenen zwei Nachkommastellen ausgegeben, dazu kam ein Validierungsfehler bei Mengenfeldern. Beide Punkte sind laut Changelog mit Version 2.1.0 behoben (WAWI-80914, WAWI-86642), nicht erst mit 2.1.1. Wer wegen der XRechnung-Konformität aktualisiert, hat den relevanten Schritt also bereits mit dem Sprung auf 2.1.0 gemacht, sofern er ihn mitgenommen hat.

5

Was aus der Release-Kommunikation öffentlich nicht nachprüfbar ist

Fünf Punkte aus der JTL-Kommunikation lassen sich im Changelog zum Prüfzeitpunkt nicht mit einer eigenen Ticketnummer belegen: geänderte eBay-Versand- und Zahlungsprofile, ein korrigierter Amazon-Maximalbestand bei Überbeständen, ein verändertes Verhalten der Druckvorschau, ein Einfrieren von JTL ERP beim Programmstart und eine erweiterte Umsatzsteuer-ID-Prüfung von Deutschland ins Ausland. Das heißt nicht zwingend, dass diese Fixes nicht existieren, sondern nur, dass wir sie ohne öffentlichen Beleg nicht als geprüfte Tatsache weitergeben. Betrifft dich einer dieser Punkte konkret, teste ihn nach dem Update gezielt selbst, statt dich auf die Ankündigung zu verlassen.

So gehst du das Update auf 2.1.1 an

Sieben Schritte, die wir bei jedem Wawi-Update durchgehen. Sie gelten für 2.1.1 genauso wie für frühere Versionen, nur die Prüfpunkte danach sind diesmal andere.

Ausgangslage klären

Aktuelle Wawi-Version ermitteln. Läufst du noch auf 1.x, ist der Bugfix-Support für diese Version mit 2.1 bereits ausgelaufen. Klär vor dem Update, ob bei dir ein direkter Sprung auf 2.1.1 möglich ist oder ob 2.0 als Zwischenschritt nötig ist.

Vollbackup anlegen

Dateien und Datenbank, vollständig und überprüft: der verlässlichste Weg zurück, wenn beim Update etwas nicht mitspielt.

Nicht blind auf 2.1.1-Fixes verlassen

Prüfe, ob der Fehler, wegen dem du updaten willst, laut Changelog tatsächlich in 2.1.1 behoben ist oder schon mit 2.1.0 kam. Für die sechs 2.1.0-Punkte reicht unter Umständen bereits ein früheres Update.

Systemvoraussetzungen selbst prüfen

Wir nennen hier bewusst keine Versionsnummern für .NET oder SQL Server speziell zu 2.1.x: Die aktuelle JTL-Seite zu den Systemvoraussetzungen widerspricht sich zu unserem eigenen, bereits verifizierten Kenntnisstand zu Wawi 2.0. Prüfe die Übersicht der Systemvoraussetzungen aller JTL-Produkte im JTL-Guide direkt vor dem Update, statt dich auf ältere Notizen zu verlassen.

Update in der Testumgebung fahren

Erst dort, dann live. Prüfe danach gezielt die Funktionen, die dich zum Update bewogen haben, etwa den XRechnung-Export oder den Worker-Betrieb.

Bei Anschlusssystemen genau hinschauen

Nutzt du Shipping 2.0, eBay- oder Amazon-Anbindungen: Teste diese Bereiche nach dem Update gezielt. Für die Shipping-2.0-Voraussetzungen im Einzelnen verweisen wir auf unseren Beitrag zur JTL Versandplattform.

Bei Fehlern nach dem Update

Läuft das Update nicht sauber durch oder verhält sich die Wawi danach unerwartet, findest du in unserem Leitfaden zu JTL-Wawi-Update-Fehlern die häufigsten Ursachen. Eine allgemeine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Update-Ablauf haben wir außerdem in der JTL-Wawi-2.0-Update-Checkliste zusammengestellt. Sie gilt für den Ablauf auf 2.1.1 ebenso.

Häufige Fragen zu JTL Wawi 2.1.1

Ja. Der JTL-Changelog führt 2.1.1 zum Prüfzeitpunkt 11. September 2026 als aktuellste Version, vor 2.1.0 und 2.0.6. Ein konkretes Releasedatum nennt JTL öffentlich nicht, ebenso wenig eine Einstufung als Stable Release. Beides lässt sich derzeit nicht belegen.
Laut Changelog mit Ticketnummer belegt sind drei Punkte: ein Worker-Hänger beim Datenempfang (WAWI-88059), ein WMS-Absturz beim Öffnen eines Pakets im Packstückabschluss (WAWI-91636) und ein Fehler beim PayPal-Zahlungsabgleich (WAWI-89246). Weitere in der Release-Kommunikation genannte Punkte stammen laut Changelog bereits aus Version 2.1.0.
Nein, jedenfalls nicht laut Changelog. Die Korrektur (vier statt zwei Nachkommastellen bei BT-131, Ticket WAWI-80914) steht im Abschnitt „Version 2.1.0″, also im Release vor 2.1.1. Bei einem Update auf 2.1.0 ist dieser Fix bereits enthalten.
JTL benennt im Rahmen seines Produkt-Rebrandings 2026 mehrere Bausteine um: aus JTL-Wawi wird JTL ERP, aus eazyAuction etwa JTL Marketplaces. Laut zwei unabhängigen Fachquellen (upbox.de, HAMANN-Blog) handelt es sich um eine reine Umbenennung ohne funktionale Änderung. Die JTL-eigene Changelog-Seite trägt zum Prüfzeitpunkt weiterhin den Titel „JTL-Wawi Changelog“. Beide Bezeichnungen sind also aktuell gleichzeitig im Umlauf.
Das hängt von deiner Ausgangsversion ab. Läufst du auf 1.x, ist der Bugfix-Support für diese Version mit dem Release von 2.1 ausgelaufen. Ein Update ist hier sinnvoll. Auf 2.0.x oder 2.1.0 hängt es davon ab, ob dich einer der drei tatsächlich neuen 2.1.1-Fixes betrifft. Für die restlichen, häufig genannten Punkte fehlt uns zum Prüfzeitpunkt der öffentliche Beleg, dass sie überhaupt in 2.1.x stecken.
Nicht pauschal. Für die Grundaktivierung von Shipping 2.0 reicht laut JTL-Guide bereits Version 2.0.0, für die GLS-Anbindung 2.0.5. Nur die Drucker-Konfiguration verlangt mindestens Version 2.1, die steht mit 2.1.0 und 2.1.1 zur Verfügung. Details zur Einrichtung findest du in unserem Beitrag zur JTL Versandplattform Shipping.
Das lässt sich aus der öffentlichen JTL-Dokumentation zum Update-Ablauf nicht eindeutig beantworten. Kläre das vor dem Update, im Zweifel über den regulären Update-Weg über Version 2.0, statt einen ungetesteten Direktsprung zu riskieren.

Erst prüfen, dann updaten

Wir ordnen dein Wawi-Update fachlich ein

Bevor wir ein Update auf JTL Wawi 2.1.1 anstoßen, prüfen wir für dich, welche Fixes deine Version tatsächlich betreffen und welche Voraussetzungen für deine Anschlusssysteme gelten: Backup, Testumgebung und Kontrolle danach inklusive. Sag uns, worauf deine Wawi heute läuft, dann sehen wir es uns an.

AL

Alexander Luft

JTL Service Partner Gold · Vlarom E-Commerce Agentur · Ahrensfelde bei Berlin