
Auf einen Blick
- ✓JTL-Wawi benötigt einen Microsoft SQL Server. Azure SQL und Shared-SQL-Instanzen werden laut JTL-Dokumentation nicht unterstützt. Wir richten den SQL-Server als Teil jedes Wawi-Setups mit ein.
- ✓Die drei Hosting-Modelle unterscheiden sich vor allem im Verwaltungsaufwand: lokale Installation, dedizierter Windows-Server beim Hoster und JTL-Wawi Cloud (via ecomDATA). Welches passt, hängt von Teamgröße, Budget und technischer Infrastruktur ab.
- ✓Die häufigsten Verbindungsfehler entstehen durch gesperrten Port 1433, fehlenden SQL-Server-Browser-Dienst oder falsch gesetzten Authentifizierungsmodus. Alle drei lassen sich beheben, wenn man weiß, wo man schauen muss.
Vlarom E-Commerce Agentur richtet JTL-Wawi seit über zehn Jahren ein. Von Ahrensfelde bei Berlin aus betreuen wir Händler deutschlandweit, von der ersten lokalen Installation bis zum Mehrmandanten-Setup auf dedizierten Servern. Als JTL Service Partner Gold kennen wir die Fehlerbilder, die entstehen, wenn der SQL-Server falsch konfiguriert ist. Die meisten Verbindungsprobleme die wir sehen, sind keine Bugs. Sie entstehen durch einen einzigen fehlenden Konfigurationsschritt.
Welche SQL-Server-Version und RAM-Anforderungen braucht JTL-Wawi?
JTL empfiehlt den Microsoft SQL Server 2022 als Datenbankserver für JTL-Wawi. Die offizielle Dokumentation nennt als Mindestvoraussetzung Windows Server 2016 oder höher für den Datenbankserver. Windows Server 2025 wird aktuell noch nicht unterstützt. Für die Client-Arbeitsplätze ist seit dem Ende des Windows-10-Supports im Oktober 2025 Windows 11 Pflicht.
Quelle JTL-Dokumentation (guide.jtl-software.com): Für einen produktiven SQL-Server-Betrieb (Standard- oder Enterprise-Edition) sind mindestens 8 GB RAM nötig, wobei der SQL-Server ca. 80 % des verfügbaren RAM belegen darf. Die Express-Edition ist auf 1 GB RAM, einen physischen Prozessor und 10 GB Datenbankgröße begrenzt.
Diese Eckwerte bestimmen, welche SQL-Server-Edition sinnvoll ist:
- →Express: für Einzel-Arbeitsplätze: Kostenlos, reicht für Einsteiger und Betriebe mit wenigen hundert Artikeln und einem Arbeitsplatz. Sobald die Datenbank wächst oder mehrere Clients gleichzeitig zugreifen, werden die Grenzen spürbar.
- →Standard: die typische Wahl ab 3+ Arbeitsplätzen: Keine Beschränkung bei Datenbankgröße oder RAM-Nutzung. JTL empfiehlt für Standard- und Enterprise-Editionen mindestens 8 GB RAM am Server und vier separate Festplatten für maximalen Datendurchsatz.
- →Datenbankgröße und Dateikonfiguration: Laut JTL-Dokumentation sollte die MDF-Datei mit 10.000 MB Anfangsgröße und 500 MB automatischer Vergrößerung konfiguriert werden. Die LOG-Datei startet bei 3.000 MB mit 100 MB Vergrößerungsschritten.
- →Sortierung: ein häufig vergessenes Detail: Bei der SQL-Server-Installation muss zwingend die Sortierung Latin1_General_CI_AS gesetzt werden. Wer das vergisst, bekommt später Probleme mit Sonderzeichen in Artikel- und Kundendaten.
Die Express-Edition ist ein guter Einstieg. Für einen produktiven Mehrbenutzerbetrieb führt kein Weg an Standard oder Enterprise vorbei. Die Datenbankgröße wächst mit jedem Bestelljahr, und die RAM-Grenze von 1 GB sorgt bei parallel arbeitenden Teams für Warteschlangen bei Datenbankabfragen. Wer unsicher ist, welche Edition sein Setup braucht: Vlarom E-Commerce Agentur klärt das im Erstgespräch.
Warum findet JTL-Wawi keine Verbindung zum SQL-Server? Die sechs häufigsten Ursachen
In der Praxis entstehen fast alle Verbindungsfehler durch dieselben sechs Ursachen. Bevor du stundenlang in Log-Dateien suchst, lohnt es sich diese der Reihe nach durchzugehen.
Welches Hosting-Modell passt wann: lokale Installation, dedizierter Server oder JTL-Wawi Cloud
Die Lektion
Aus über zehn Jahren JTL-Wawi-Setups wissen wir: Wer heute mit SQL-Server Express auf einem lokalen PC startet und ein Jahr später drei Arbeitsplätze hat, zahlt die Migration zweimal, einmal in Zeit, einmal in Nerven. Wer von Anfang an auf einer skalierbaren Infrastruktur startet, spart sich den Umbau. Das ist die Einschätzung von Vlarom E-Commerce Agentur nach über zehn Jahren JTL-Kundenprojekten.
JTL-Wawi Hosting einrichten: die fünf Schritte
Diese Schritte gelten für ein serverbasiertes Setup mit dedizierten Arbeitsplätzen. Wer nur einen Einzelarbeitsplatz einrichtet, kann die Netzwerkkonfiguration in Schritt 3 und 4 überspringen. Die offizielle Installationsanleitung findest du auf guide.jtl-software.com.
Hosting-Modell wählen (vor der Installation)
Entscheide dich zwischen lokaler Installation, dediziertem Windows-Server und JTL-Wawi Cloud, bevor du mit dem Setup anfängst. Die häufigste Fehlentscheidung ist mit SQL-Server Express zu starten, obwohl von Anfang an mehrere Arbeitsplätze geplant sind. Kläre vorher: Wie viele Arbeitsplätze jetzt und perspektivisch? Brauche ich Remote-Zugriff? Wer macht Backups?
SQL-Server installieren und konfigurieren
Installiere Microsoft SQL Server 2022 (laut JTL-Dokumentation empfohlen) im gemischten Authentifizierungsmodus. Wähle bei der Installation eine Named Instance und setze die Sortierung auf Latin1_General_CI_AS. Das ist keine optionale Einstellung. Vergib dem sa-Benutzer ein sicheres Passwort und schreibe es sofort an einem sicheren Ort auf. Aktiviere nach der Installation TCP/IP im SQL Server Configuration Manager und starte den SQL-Server-Dienst neu.
Firewall und Netzwerk freigeben
Für den Mehrbenutzerbetrieb müssen Port 1433 TCP und Port 1434 UDP in der Windows Defender Firewall freigegeben werden. Am zuverlässigsten ist eine Regel für die Datei sqlservr.exe direkt. Starte außerdem den SQL Server Browser-Dienst und stelle ihn auf Automatisch. Teste die Verbindung von einem zweiten Rechner aus, bevor du JTL-Wawi installierst. So erkennst du Firewall-Probleme bevor die eigentliche Installation beginnt.
JTL-Wawi installieren und Datenbankverbindung herstellen
Installiere JTL-Wawi auf dem Server mit der Rolle Server und auf den Arbeitsplätzen mit der Rolle Client. Beim ersten Start verbindet sich JTL-Wawi mit dem SQL-Server und legt die Datenbank automatisch an. Der Servername im Verbindungsdialog folgt dem Format COMPUTERNAME\\INSTANZNAME oder bei festem Port COMPUTERNAME,1433. Läuft der SQL-Server-Browser, reicht meist der Name ohne Port.
Datenbankparameter optimieren
Deaktiviere nach der ersten erfolgreichen Verbindung in den Datenbankeigenschaften die Optionen Autoshrink und Autoclose. Setze die maximale Arbeitsspeicherbegrenzung des SQL-Servers auf 80 % des verfügbaren RAM, bei 16 GB RAM also auf 12 bis 13 GB. Richte regelmäßige Datenbankbackups ein. Detaillierte Optimierungshinweise liefert die JTL-Dokumentation unter guide.jtl-software.com/jtl-wawi/datenbank/.

