
Auf einen Blick
- ✓JTL empfiehlt Microsoft SQL Server 2022 als Datenbankserver für JTL-Wawi. Mindestanforderung laut offizieller Dokumentation: x64-Prozessor mit 1,4 GHz, Windows Server 2016 oder höher und mindestens 6 GB freier Festplattenplatz plus Datenbankgröße. Wir planen produktive Setups grundsätzlich mit deutlich mehr Reserve.
- ✓Express ist kostenlos, hat aber harte Grenzen: 10 GB Datenbankgröße bei älteren Versionen, 1 GB nutzbarer RAM und ein Prozessor-Sockel mit maximal vier Cores. Für Einzelarbeitsplätze und Testumgebungen reicht das. Sobald mehrere Clients parallel arbeiten oder die Datenbank wächst, führt kein Weg an Standard vorbei. In unseren Onboardings setzen wir Standard ab drei aktiven Arbeitsplätzen ein.
- ✓Die wichtigsten Konfigurationspunkte sind dieselben, unabhängig von der Edition: Sortierung Latin1_General_CI_AS, gemischter Authentifizierungsmodus, Speicherbegrenzung auf rund 80 % des verfügbaren RAM, Autoshrink und Autoclose deaktiviert. Wer diese Punkte überspringt, baut sich Performance-Probleme ein, die später schwer zu finden sind.
Ein SQL-Server, der im ersten Jahr unauffällig läuft, kann im zweiten Jahr zur Bremse werden. Aus über 300 Wawi-Projekten haben wir gelernt, welche Anforderungen und Konfigurationen einen produktiven Betrieb tragen. Genauso kennen wir die Setups, die nach 18 Monaten neu aufgesetzt werden müssen, weil bei der Installation an der falschen Stelle gespart wurde. Als JTL Service Partner Gold richten wir den SQL-Server in jedem Wawi-Onboarding mit ein und übernehmen auch den Wechsel von Express zu Standard ohne Datenverlust.
Was die SQL-Server-Anforderungen für JTL-Wawi konkret bedeuten
Die offiziellen JTL-Anforderungen klingen nüchtern, beantworten aber nicht die wichtigste Frage: Welche Edition reicht für welches Setup? Die Antwort hängt an drei Eckwerten: Datenbankgröße, RAM-Bedarf und parallele Zugriffe. Wer diese drei kennt, trifft die Edition-Entscheidung in zehn Minuten statt in zehn Wochen Forum-Recherche.
Aus unseren Projektdaten: In rund zwei Drittel unserer Onboardings starten Händler mit Express. Sobald sie auf drei oder mehr aktive Arbeitsplätze wachsen oder die Datenbank über 8 GB liegt, wechseln wir spätestens dann auf Standard. Sonst wird die Tagesarbeit spürbar langsamer und die Wartungsspielräume schrumpfen.
Diese Eckwerte solltest du vor der Edition-Entscheidung kennen. Die offiziellen Werte stehen in der JTL-Dokumentation zu den Systemvoraussetzungen:
- →Mindest-Hardware laut JTL: x64-Prozessor mit 1,4 GHz, mindestens 6 GB freier Festplattenplatz plus Datenbankgröße. Express benötigt mindestens 512 MB RAM. Wir planen produktive Setups grundsätzlich mit 16 GB RAM und SSD. Alles darunter wird mit wachsender Datenbank zur Bremse.
- →Express, die harten Grenzen: Maximale Datenbankgröße zehn GB pro Datenbank, ein Prozessor-Sockel mit bis zu vier Cores, ein GB nutzbarer Arbeitsspeicher und kein SQL Server Agent. Für Wawi-Backups bedeutet das: Wartungspläne aus dem SSMS sind nicht verfügbar, der Workaround läuft über sqlcmd und Windows-Aufgabenplanung.
- →Standard, die typische Wahl ab drei Arbeitsplätzen: Keine Begrenzung bei Datenbankgröße, RAM bis 128 GB nutzbar, bis zu 24 Cores. Server Agent, Wartungspläne und Datenbank-Mail sind enthalten. Lizenzkosten fallen pro Server-Kern oder pro CAL an. Die Lizenz-Architektur sollte vor der Beschaffung mit dem Microsoft-Partner geklärt werden.
- →Web, eine selten passende Edition: Die Web-Edition ist für Hoster gedacht, die Datenbanken für Webshops bereitstellen. Für JTL-Wawi ist sie technisch nutzbar, lizenzrechtlich aber meist die falsche Wahl, weil sie an Hosting-Verträge gebunden ist. In unseren Onboardings spielt sie keine Rolle.
- →Die richtige Sortierung, nicht verhandelbar: Bei der Installation muss die Sortierung Latin1_General_CI_AS gesetzt werden. Ohne sie laufen Sonderzeichen in Artikel- und Kundendaten falsch durch. Nachträglich ändern bedeutet Datenbank-Migration.
Plane den SQL-Server für deinen erwarteten Stand in 24 Monaten, nicht für heute. Eine Edition-Migration im laufenden Betrieb kostet spürbaren Stillstand und zusätzliche Beratungsstunden — der konkrete Aufwand hängt von Datenbankgröße, Connectoren und Client-Setup ab. Eine sauber dimensionierte Erstinstallation spart diesen Umbau komplett. Genaue Einschätzung nach dem Erstgespräch.
Express, Standard, Cloud oder eigener Server: was unterscheidet die vier Wege
Welche Edition oder welches Hosting-Modell zu deinem Setup passt, hängt nicht nur am Preis. Wir vergleichen die vier häufigsten Wege und nennen die Stolperstellen, die wir in Onboardings sehen.
Was Händler aus einer richtig dimensionierten SQL-Server-Konfiguration mitnehmen
Die Lektion
Erkenntnis aus über 300 Wawi-Setups der Vlarom E-Commerce Agentur: Die Edition-Wahl entscheidet sich nicht an der Lizenzgebühr, sondern am 24-Monats-Plan. Wer in zwei Jahren ein zweites Lager öffnet, einen Marktplatz mehr anbindet oder seine Artikelzahl verdoppelt, braucht Standard von Anfang an. Express ist eine gute Schule fürs Verstehen, keine gute Basis fürs Wachsen.
SQL-Server für JTL-Wawi einrichten: die fünf Schritte
Diese fünf Schritte gehen wir in jedem JTL-Wawi-Onboarding durch, egal ob auf einem lokalen Rechner, einem dedizierten Server oder bei einem Wechsel von Express zu Standard. Vor einem Eingriff in eine produktive Datenbank gilt immer: aktuelles Backup ziehen und mindestens einen Restore-Test machen, bevor du an der Konfiguration drehst.
Anforderungen prüfen und Edition wählen
Liste vor der Installation die wichtigsten Eckwerte auf: Anzahl aktiver Arbeitsplätze, geplante Artikelmenge in 24 Monaten, parallele Marktplatz-Anbindungen, Backup-Anspruch. Wenn einer dieser Werte über die Express-Grenzen hinauszeigt, ist Standard die richtige Wahl. Die offiziellen Werte stehen in der JTL-Systemvoraussetzungen-Doku. Der häufigste Fehler an dieser Stelle: Express wählen, weil es kostenlos ist, ohne den 24-Monats-Bedarf zu prüfen.
SQL Server installieren
Installiere Microsoft SQL Server 2022 als Named Instance, mit gemischter Authentifizierung und Sortierung Latin1_General_CI_AS. Vergib dem sa-Benutzer ein sicheres Passwort und dokumentiere es sofort an einem sicheren Ort, denn es gibt keinen Wiederherstellungsweg. Aktiviere nach der Installation TCP/IP im SQL Server Configuration Manager und starte den Dienst neu. Wer JTL-Wawi später für mehrere Arbeitsplätze nutzt, kommt um diese Aktivierung nicht herum.
Datenbank konfigurieren
Lege die JTL-Wawi-Datenbank über den Wawi-Datenbankverwalter an. Setze in den Datenbankeigenschaften Autoshrink und Autoclose auf false, denn diese Optionen sorgen sonst für Performance-Einbrüche und ungeplante Datei-Verkleinerungen. Stelle das Recovery-Modell auf Simple, wenn du keine Point-in-Time-Recovery brauchst und nur tägliche Vollsicherungen fährst. Bei Standard-Edition mit Wartungsplan kann auch Full sinnvoll sein, dann müssen aber Logsicherungen geplant werden.
Speicher und Wartung optimieren
Setze die maximale Arbeitsspeicherbegrenzung des SQL-Servers auf rund 80 % des verfügbaren RAM, bei 16 GB RAM also auf 12 bis 13 GB. Sonst konkurriert SQL-Server mit dem Betriebssystem und beide werden langsam. Richte unter Standard einen Wartungsplan ein, der Indizes neu aufbaut und Statistiken aktualisiert. JTL liefert dazu konkrete Hinweise unter guide.jtl-software.com/jtl-wawi/installation/. Unter Express läuft dieselbe Wartung über sqlcmd-Skripte und Windows-Aufgabenplanung.
Backup und Restore-Test einrichten
Eine SQL-Server-Konfiguration ohne automatisches Backup ist halb fertig. Richte ein tägliches Vollbackup auf ein zweites Laufwerk oder NAS ein, plus einen monatlichen Restore-Test in eine separate Test-Datenbank. Den Setup-Pfad mit SSMS-Wartungsplan und sqlcmd-Workaround beschreiben wir im Backup-Guide für JTL-Wawi. Ein Backup, das nie eingespielt wurde, ist kein Backup.

