
Auf einen Blick
- ✓JTL Plan&Produce MHD ist kostenlos im Modul enthalten — Vlarom E-Commerce Agentur richtet es regelmäßig für Lebensmittel- und Kosmetikhändler ein, die Produkte mit kurzer Haltbarkeit konfektionieren oder selbst produzieren.
- ✓Drei Basisdatum-Optionen stehen zur Wahl: Produktionsdatum, frühestes oder spätestes Ablaufdatum der Stücklisten-Komponenten. Die falsche Wahl führt zu fehlerhaften MHD-Ausgaben auf dem Lieferschein.
- ✓Das häufigste Problem aus unserer Projektpraxis: MHD und Chargennummer erscheinen nicht auf dem Lieferschein, weil die Druckvorlage noch auf die alte Stücklisten-Bedingung filtert — ein bekannter Fallstrick mit einfacher Lösung.
Wir richten JTL Plan&Produce für Händler ein, die unter Chargen- und MHD-Pflicht arbeiten. Der häufigste Fehler passiert nicht bei der Produktion selbst — er passiert vorher, in den Artikelstammdaten, weil eine Option nicht gesetzt ist. Einmal korrekt konfiguriert, läuft die Chargenverfolgung durch den gesamten Prozess: vom Wareneingang der Rohstoffe bis zum Lieferschein an den Endkunden. Als JTL Service Partner Gold kennen wir die Stolperstellen und zeigen dir, wo du ansetzen musst. Vlarom E-Commerce Agentur begleitet diesen Prozess von der Artikelkonfiguration bis zur fertigen Druckvorlage, für Lebensmittel-, Kosmetik- und Nahrungsergänzungshändler, die beim ersten Produktionsauftrag keine Überraschungen wollen.
JTL Plan Produce MHD konfigurieren — in 5 Schritten
Die Konfiguration läuft auf zwei Ebenen: zuerst in den Artikelstammdaten jedes betroffenen Artikels, dann im Produktionsartikel selbst. Wer einen Schritt überspringt, bekommt keine Fehlermeldung. Einfach keine MHD-Ausgabe. Das ist der Grund, warum das Problem so oft erst beim ersten echten Produktionsauftrag auffällt.
Bestandsführung und MHD im Artikelstamm aktivieren
Öffne in JTL-Wawi die Artikelstammdaten jedes Artikels, der ein MHD tragen soll — sowohl für den fertigen Produktionsartikel als auch für alle Stücklisten-Komponenten. Wechsle auf den Reiter Lageroptionen und aktiviere beide Optionen: Bestandsführung aktiv und Mindesthaltbarkeitsdatum aktiviert. Kritisch: Solange noch Lagerbestand für diesen Artikel vorhanden ist, lässt sich die MHD-Option nicht nachträglich setzen. Lagerbestand zuerst auf null buchen, dann die Option aktivieren. Diese Einschränkung ist in der JTL-Dokumentation beschrieben und eine häufige Ursache, wenn Händler mitten im laufenden Betrieb die MHD-Pflicht nachrüsten wollen. Aus unserer Projektarbeit bei Vlarom E-Commerce Agentur: In rund 70 Prozent der Fälle, in denen MHD fehlt, ist genau dieser Schritt nicht für alle Komponenten durchgeführt worden.
Plan&Produce Lizenz im Kundencenter aktivieren
JTL Plan&Produce ist in jeder JTL-Wawi-Edition ohne Aufpreis enthalten, muss aber explizit im JTL-Kundencenter freigeschaltet werden. Gehe im Kundencenter zu Bestellungen & Lizenzen, wähle Produktion und aktiviere JTL-Plan&Produce unter Lizenzen & Tarife. Die Freischaltung selbst ist kostenlos. Für die JTL-Workbench-App zur mobilen Produktionsdurchführung gilt eine separate Abrechnung — das Planungs- und Buchungsmodul ist kostenlos. Ab JTL-Wawi 1.7 ist Plan&Produce verfügbar.
Produktionsartikel anlegen und Basisdatum festlegen
Öffne unter Produktion den gewünschten Produktionsartikel und wechsle in die Stammdaten. Dort findest du das Dropdown für das MHD-Ausgangsdatum mit drei Optionen: Produktionsdatum, frühestes Ablaufdatum der Komponenten und spätestes Ablaufdatum der Komponenten. Für Lebensmittel, Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel gilt in der Praxis fast immer: frühestes Ablaufdatum wählen, da das Endprodukt nie länger haltbar sein kann als seine kurzlebigste Zutat. Die Haltbarkeitsdauer gibst du als Zeitformat an, z.B. 90d für 90 Tage, 3m für 3 Monate oder 2w für zwei Wochen. Alle Details dazu stehen in der JTL-Anleitung zur MHD-Generierung im Produktionsartikel.
Chargenverwaltung aktivieren und Auslagerungsregel festlegen
Chargen aktivierst du auf Artikelebene ebenfalls unter Lageroptionen im Artikelstamm. Ist die Chargenverwaltung aktiv, muss bei jeder Lagerbewegung die Chargennummer angegeben werden: beim Wareneingang, bei Umbuchungen und bei der Auslagerung. Für die Auslagerungsreihenfolge aktivierst du in den JTL-WMS-Einstellungen die Option Nicht sortierte Chargen- und MHD-Lagerung. Damit greift für Artikel ohne MHD das FIFO-Prinzip (First In, First Out) und für MHD-geführte Artikel automatisch FEFO (First Expired, First Out): der Artikel mit dem nächsten Ablaufdatum geht zuerst raus. Das ist die für Lebensmittel und Kosmetik empfohlene Auslagerungsreihenfolge — sie setzt die Rückverfolgbarkeits- und Sorgfaltspflichten (u. a. VO (EG) 178/2002 Art. 18) praktisch um. Details zur Lageroptionen-Konfiguration liefert der JTL-Guide zu den WMS-Lageroptionen.
Lieferschein-Druckvorlage prüfen und anpassen
Der am häufigsten vergessene Schritt. Selbst wenn MHD und Charge technisch korrekt gebucht sind, erscheinen sie nicht auf dem Lieferschein, wenn die Druckvorlage nicht entsprechend konfiguriert ist. Der häufigste Grund: In der Vorlage ist eine Bedingung aktiv, die bei Stücklisten-Artikeln nur den Vater-Artikel ausgibt, der selbst keine Charge führt. Die Bedingung lautet meist If(Picklistenpositionen.Bestellposition.Artikel.IstStückliste,False,True). Lösung: Bedingung für MHD/Chargen-Felder entfernen oder einen Workflow einrichten, der Charge und MHD in ein Kommentarfeld am Auftrag schreibt und dieses Feld auf dem Lieferschein ausgibt. Zweite bekannte Fehlerquelle ist Bug WAWI-50270 im Packtisch+-Modus Auftrag verpacken: dort werden vorab reservierte Chargen gebucht, nicht die tatsächlich gescannten. Workaround bis zur offiziellen Behebung: Pickliste verpacken als Packweg nutzen.

