JTL Plan&Produce Oberfläche mit MHD-Einstellung und Chargen-Übersicht für Lebensmittelartikel

JTL Plan Produce MHD und Chargen richtig konfigurieren — der Praxisguide für Lebensmittel- und Kosmetikhändler

Wer Lebensmittel, Kosmetik oder Nahrungsergänzungsmittel produziert oder konfektioniert, kommt an Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargenverwaltung kaum vorbei: Für die meisten dieser Waren sind sie vorgeschrieben — mit produktgruppenabhängigen Ausnahmen (bei Kosmetik greift die MHD-Pflicht etwa erst unter 30 Monaten Haltbarkeit, Art. 19 EU-VO 1223/2009). JTL Plan&Produce bringt beides mit — aber die Konfiguration ist nicht selbsterklärend. Wir sehen in der Praxis regelmäßig, dass MHD-Daten nicht auf den Lieferschein übertragen werden, Chargennummern fehlen oder FEFO-Auslagerung nicht greift, weil ein Schalter in den Stammdaten vergessen wurde.

Du willst JTL Plan Produce MHD und Chargen sauber konfigurieren — ohne Rätselraten?

Dieser Beitrag zeigt dir die vollständige Konfiguration aus der täglichen Projektarbeit mit Lebensmittel-, Kosmetik- und Nahrungsergänzungshändlern.

Auf einen Blick

  • ✓JTL Plan&Produce MHD ist kostenlos im Modul enthalten — Vlarom E-Commerce Agentur richtet es regelmäßig für Lebensmittel- und Kosmetikhändler ein, die Produkte mit kurzer Haltbarkeit konfektionieren oder selbst produzieren.
  • ✓Drei Basisdatum-Optionen stehen zur Wahl: Produktionsdatum, frühestes oder spätestes Ablaufdatum der Stücklisten-Komponenten. Die falsche Wahl führt zu fehlerhaften MHD-Ausgaben auf dem Lieferschein.
  • ✓Das häufigste Problem aus unserer Projektpraxis: MHD und Chargennummer erscheinen nicht auf dem Lieferschein, weil die Druckvorlage noch auf die alte Stücklisten-Bedingung filtert — ein bekannter Fallstrick mit einfacher Lösung.

Wir richten JTL Plan&Produce für Händler ein, die unter Chargen- und MHD-Pflicht arbeiten. Der häufigste Fehler passiert nicht bei der Produktion selbst — er passiert vorher, in den Artikelstammdaten, weil eine Option nicht gesetzt ist. Einmal korrekt konfiguriert, läuft die Chargenverfolgung durch den gesamten Prozess: vom Wareneingang der Rohstoffe bis zum Lieferschein an den Endkunden. Als JTL Service Partner Gold kennen wir die Stolperstellen und zeigen dir, wo du ansetzen musst. Vlarom E-Commerce Agentur begleitet diesen Prozess von der Artikelkonfiguration bis zur fertigen Druckvorlage, für Lebensmittel-, Kosmetik- und Nahrungsergänzungshändler, die beim ersten Produktionsauftrag keine Überraschungen wollen.

JTL Plan Produce MHD konfigurieren — in 5 Schritten

Die Konfiguration läuft auf zwei Ebenen: zuerst in den Artikelstammdaten jedes betroffenen Artikels, dann im Produktionsartikel selbst. Wer einen Schritt überspringt, bekommt keine Fehlermeldung. Einfach keine MHD-Ausgabe. Das ist der Grund, warum das Problem so oft erst beim ersten echten Produktionsauftrag auffällt.

Bestandsführung und MHD im Artikelstamm aktivieren

Öffne in JTL-Wawi die Artikelstammdaten jedes Artikels, der ein MHD tragen soll — sowohl für den fertigen Produktionsartikel als auch für alle Stücklisten-Komponenten. Wechsle auf den Reiter Lageroptionen und aktiviere beide Optionen: Bestandsführung aktiv und Mindesthaltbarkeitsdatum aktiviert. Kritisch: Solange noch Lagerbestand für diesen Artikel vorhanden ist, lässt sich die MHD-Option nicht nachträglich setzen. Lagerbestand zuerst auf null buchen, dann die Option aktivieren. Diese Einschränkung ist in der JTL-Dokumentation beschrieben und eine häufige Ursache, wenn Händler mitten im laufenden Betrieb die MHD-Pflicht nachrüsten wollen. Aus unserer Projektarbeit bei Vlarom E-Commerce Agentur: In rund 70 Prozent der Fälle, in denen MHD fehlt, ist genau dieser Schritt nicht für alle Komponenten durchgeführt worden.

Plan&Produce Lizenz im Kundencenter aktivieren

JTL Plan&Produce ist in jeder JTL-Wawi-Edition ohne Aufpreis enthalten, muss aber explizit im JTL-Kundencenter freigeschaltet werden. Gehe im Kundencenter zu Bestellungen & Lizenzen, wähle Produktion und aktiviere JTL-Plan&Produce unter Lizenzen & Tarife. Die Freischaltung selbst ist kostenlos. Für die JTL-Workbench-App zur mobilen Produktionsdurchführung gilt eine separate Abrechnung — das Planungs- und Buchungsmodul ist kostenlos. Ab JTL-Wawi 1.7 ist Plan&Produce verfügbar.

Produktionsartikel anlegen und Basisdatum festlegen

Öffne unter Produktion den gewünschten Produktionsartikel und wechsle in die Stammdaten. Dort findest du das Dropdown für das MHD-Ausgangsdatum mit drei Optionen: Produktionsdatum, frühestes Ablaufdatum der Komponenten und spätestes Ablaufdatum der Komponenten. Für Lebensmittel, Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel gilt in der Praxis fast immer: frühestes Ablaufdatum wählen, da das Endprodukt nie länger haltbar sein kann als seine kurzlebigste Zutat. Die Haltbarkeitsdauer gibst du als Zeitformat an, z.B. 90d für 90 Tage, 3m für 3 Monate oder 2w für zwei Wochen. Alle Details dazu stehen in der JTL-Anleitung zur MHD-Generierung im Produktionsartikel.

Chargenverwaltung aktivieren und Auslagerungsregel festlegen

Chargen aktivierst du auf Artikelebene ebenfalls unter Lageroptionen im Artikelstamm. Ist die Chargenverwaltung aktiv, muss bei jeder Lagerbewegung die Chargennummer angegeben werden: beim Wareneingang, bei Umbuchungen und bei der Auslagerung. Für die Auslagerungsreihenfolge aktivierst du in den JTL-WMS-Einstellungen die Option Nicht sortierte Chargen- und MHD-Lagerung. Damit greift für Artikel ohne MHD das FIFO-Prinzip (First In, First Out) und für MHD-geführte Artikel automatisch FEFO (First Expired, First Out): der Artikel mit dem nächsten Ablaufdatum geht zuerst raus. Das ist die für Lebensmittel und Kosmetik empfohlene Auslagerungsreihenfolge — sie setzt die Rückverfolgbarkeits- und Sorgfaltspflichten (u. a. VO (EG) 178/2002 Art. 18) praktisch um. Details zur Lageroptionen-Konfiguration liefert der JTL-Guide zu den WMS-Lageroptionen.

Lieferschein-Druckvorlage prüfen und anpassen

Der am häufigsten vergessene Schritt. Selbst wenn MHD und Charge technisch korrekt gebucht sind, erscheinen sie nicht auf dem Lieferschein, wenn die Druckvorlage nicht entsprechend konfiguriert ist. Der häufigste Grund: In der Vorlage ist eine Bedingung aktiv, die bei Stücklisten-Artikeln nur den Vater-Artikel ausgibt, der selbst keine Charge führt. Die Bedingung lautet meist If(Picklistenpositionen.Bestellposition.Artikel.IstStückliste,False,True). Lösung: Bedingung für MHD/Chargen-Felder entfernen oder einen Workflow einrichten, der Charge und MHD in ein Kommentarfeld am Auftrag schreibt und dieses Feld auf dem Lieferschein ausgibt. Zweite bekannte Fehlerquelle ist Bug WAWI-50270 im Packtisch+-Modus Auftrag verpacken: dort werden vorab reservierte Chargen gebucht, nicht die tatsächlich gescannten. Workaround bis zur offiziellen Behebung: Pickliste verpacken als Packweg nutzen.

Häufige Fragen zu JTL Plan Produce MHD und Chargen

Nein, JTL Plan&Produce ist in jeder JTL-Wawi-Edition kostenlos enthalten und muss nur im JTL-Kundencenter aktiviert werden. MHD und Chargenverwaltung gehören zum Standardumfang des Moduls ohne Aufpreis. Lediglich die JTL-Workbench-App für die mobile Produktionsdurchführung an der Linie wird separat berechnet — das Planungs- und Buchungsmodul selbst ist kostenlos.
Der häufigste Grund ist eine Filterbedingung in der Druckvorlage, die bei Stücklisten-Positionen nur den Vater-Artikel ausgibt. Da der Vater selbst keine Charge führt, bleibt das Feld leer. Die Lösung: Druckvorlage öffnen und die IstStückliste-Bedingung für die MHD/Chargen-Felder entfernen, oder einen Workflow einrichten, der Charge und MHD in ein Kommentarfeld schreibt. Ein zweiter bekannter Grund ist Bug WAWI-50270 beim Packtisch+-Modus Auftrag verpacken — dort hilft der Workaround Pickliste verpacken.
FIFO (First In, First Out) bedeutet: der zuerst eingelagerte Artikel wird zuerst ausgelagert, basierend auf dem Einlagerungsdatum. FEFO (First Expired, First Out) bedeutet: der Artikel mit dem frühesten Ablaufdatum geht zuerst raus, unabhängig vom Einlagerungszeitpunkt. In JTL-WMS greift FEFO automatisch für alle MHD-geführten Artikel, sobald die Option Nicht sortierte Chargen- und MHD-Lagerung aktiv ist. Für Lebensmittel und Kosmetik ist FEFO die zur Erfüllung dieser Pflichten bewährte Variante.
Für Lebensmittel, Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt JTL in der Dokumentation das früheste Ablaufdatum der Komponenten, da das Endprodukt nie länger haltbar sein kann als seine kurzlebigste Zutat. Frühestes Ablaufdatum wählen ist in diesen Branchen der Standardfall. Das Produktionsdatum macht Sinn, wenn alle Zutaten eine deutlich längere Haltbarkeit als das Endprodukt haben, z.B. bei Fertigprodukten mit definierten Lagerfristen ab Herstelldatum.
Nein, das ist nicht möglich, solange Lagerbestand für diesen Artikel existiert. JTL-Wawi verhindert die Änderung der MHD-Option bei bestandsgeführten Artikeln. Der Weg: Bestand vollständig ausbuchen, Option in den Lageroptionen aktivieren, dann neuen Bestand einbuchen mit MHD-Angabe. In der Praxis bedeutet das eine kurze Lagersperre für diesen Artikel.
Ja, mit Einschränkungen. Das MHD wird in Plan&Produce auch ohne WMS gebucht und auf dem Fertigungsauftrag geführt. Die automatische FEFO-Auslagerungsreihenfolge ist jedoch ein WMS-Feature — ohne WMS muss die Reihenfolge manuell gesteuert werden. Für kleine Betriebe mit einem Mitarbeiter und überschaubarem Lager reicht das meist aus; ab mehreren gleichzeitig kommissionierenden Mitarbeitern wird WMS notwendig.
Bei der Stücklistenproduktion wird ein Standardartikel in gleichbleibender Zusammensetzung produziert, Chargen werden automatisch aus dem Lagerbestand der Komponenten gezogen. Bei der Individualproduktion wird ein Artikel auftragsspezifisch gefertigt und die Charge direkt dem Auftrag zugeordnet. Für Kosmetikhersteller mit kundenspezifischen Formulierungen ist Individualproduktion die richtige Wahl; für Lebensmittelhändler die immer nach demselben Rezept produzieren, reicht Stücklistenproduktion.

Deine MHD-Konfiguration soll beim ersten Produktionsauftrag sitzen — nicht erst nach drei Korrekturläufen.

JTL Plan&Produce MHD einrichten — Vlarom E-Commerce Agentur übernimmt die Konfiguration.

Als Vlarom E-Commerce Agentur und JTL Service Partner Gold richten wir Plan&Produce mit MHD- und Chargenverwaltung regelmäßig für Lebensmittel-, Kosmetik- und Nahrungsergänzungshändler ein. Ruf uns direkt an unter +49 30 91473862, schreibe an info@vlarom.de oder nutze unser Kontaktformular für ein erstes Gespräch.