JTL-Wawi Artikelstammdaten geöffnet im Preisbereich mit sichtbaren Staffelpreis-Zeilen und Kundengruppen-Dropdown

JTL-Wawi Staffelpreise einrichten: Staffelpreise, Sonderpreise und kundenindividuelle Konditionen im Überblick

Drei Preismodelle, drei verschiedene Stellen in JTL-Wawi, und wenn du nicht weißt wo was sitzt, vergibst du Rabatte falsch oder wunderst dich warum ein Aktionspreis nicht greift. Staffelpreise laufen über die Artikelverwaltung unter Kundengruppen, Sonderpreise haben eine eigene Registerkarte im Artikel, kundenindividuelle Preise stecken im Reiter „Kunden“ der Artikelstammdaten. Dazu kommt eine Prioritätsregel ab Version 1.8.8.0 die vielen Händlern unbekannt ist und für Verwirrung sorgt: Kundenindividuelle Preise schlagen immer — selbst wenn sie höher sind als ein laufender Aktionspreis. Wer das nicht weiß, wundert sich warum bestimmte Kunden von der Weihnachtsaktion ausgenommen bleiben.

Du willst Mengenrabatte, zeitlich begrenzte Aktionen und individuelle Konditionen für Geschäftskunden sauber abbilden, ohne dass sich Preisregeln gegenseitig sabotieren?

Dieser Beitrag führt dich durch alle drei Preismodelle, erklärt den genauen Unterschied und zeigt dir Schritt für Schritt wo du in JTL-Wawi anfassen musst.

Auf einen Blick

  • ✓Staffelpreise greifen mengenabhängig pro Kundengruppe und sind dauerhaft, Sonderpreise sind zeitlich oder bestandsbezogen befristet — wer beide kombiniert, muss die Prioritätsregel kennen, sonst laufen Preisaktionen ins Leere.
  • ✓Ab JTL-Wawi 1.8.8.0 haben kundenindividuelle Preise immer Vorrang, auch wenn sie höher sind als ein laufender Sonderpreis — das ist kein Fehler der Software, das ist Design, und es betrifft jeden Händler der B2B-Konditionen und Endkunden-Aktionen parallel betreibt.
  • ✓Vlarom E-Commerce Agentur setzt diese drei Preismodelle regelmäßig für B2B-Händler auf: Mengenstaffeln für Stammkunden, saisonale Aktionen für den Endkundenbereich, Festkonditionen für Schlüsselaccounts mit Rahmenvertrag.

Vlarom E-Commerce Agentur ist JTL Service Partner Gold mit Standort in Ahrensfelde bei Berlin. Inhaber Alexander Luft und sein Team richten regelmäßig komplexe Preisstrukturen ein: von einfachen Mengenrabatten bis zu mehrstufigen B2B-Konditionensystemen mit unterschiedlichen Kundengruppen, zeitgesteuerten Aktionen und individuellen Jahreskonditionen für Großabnehmer. Das häufigste Problem das wir dabei sehen: Die drei Preismodelle werden verwechselt oder falsch kombiniert, und die Prioritätsregel bleibt unbekannt bis der erste Fehler auffällt. Dieser Beitrag klärt das systematisch.

JTL-Wawi Staffelpreise einrichten: Der Action-Plan für alle drei Preismodelle

Fünf Schritte, alle drei Preismodelle, von der Einrichtung bis zur Konsistenzprüfung. Du kannst direkt zu dem Schritt springen den du brauchst, oder den gesamten Ablauf für ein neues B2B-Preissystem der Reihe nach durchgehen. Alle Angaben beziehen sich auf JTL-Wawi ab Version 1.8.

Staffelpreise (Schritt 1) gelten dauerhaft nach Menge und Kundengruppe. Sonderpreise (Schritt 2) enden automatisch per Datum oder Bestandsgrenze. Kundenindividuelle Preise (Schritt 3) bilden fest verhandelte Konditionen ab, die unabhängig von Gruppenregeln gelten. Schritt 4 klärt was bei Überschneidungen passiert. Das ist die Stelle die in der Praxis am häufigsten für Überraschungen sorgt.

Wer Kundengruppen konsequent nutzt, muss keine manuellen Rabatte nachträglich korrigieren und spart sich wiederkehrende Rückfragen von Kunden warum der Preis nicht stimmt. JTL-Wawi ist für genau diesen B2B-Fall ausgelegt: Mengenstaffel, Zeitaktion und Individualkondition gleichzeitig, granular steuerbar pro Artikel und Gruppe.

Staffelpreise pro Kundengruppe einrichten (Mengenrabatte)

Öffne den Artikel per Doppelklick in der Artikelverwaltung und wechsle zum Bereich Preise. Wähle zuerst die Kundengruppe aus, für die du die Staffel anlegen willst — das ist der Schritt den die meisten überspringen. Klicke dann auf ‚Kundengruppen- und Staffelpreise bearbeiten‘. Im Dialog wählst du die Eingabeart: ‚Festpreis‘ bedeutet du trägst Brutto-VK und Ab-Menge direkt ein, ‚Automatische Berechnung‘ bedeutet du gibst einen Prozentrabatt an und die Wawi errechnet den Preis aus dem Standard-VK. Lege so viele Staffeln an wie du brauchst, jeweils über ‚Anlegen‘. Die rosa unterlegten Felder sind Pflichtfelder. Der häufigste Fehler dabei: Die Kundengruppe steht noch auf Standard statt auf die tatsächliche B2B-Gruppe umgestellt zu sein. Dann greift die Staffel entweder für alle oder für niemanden. Vollständige Dokumentation auf dem offiziellen JTL-Guide: Staffelpreise einrichten.

Sonderpreise einrichten für zeitlich oder bestandsbezogen begrenzte Aktionen

Öffne den Artikel und wechsle zur Registerkarte ‚Sonderpreise‘. Aktiviere ‚Sonderpreise aktivieren‘ und trage ein Startdatum ein. Dann entscheidest du wie der Sonderpreis enden soll. Zwei Varianten stehen zur Wahl: nach einem festen Enddatum, oder wenn der Lagerbestand unter einen definierten Schwellwert fällt. Bei der Bestandsvariante gibt es eine wichtige Eigenheit: Der Sonderpreis reaktiviert sich automatisch wenn bei einem Wareneingang der Bestand wieder über den Schwellwert steigt. Sonderpreise lassen sich auf einzelne Kundengruppen und Onlineshops beschränken, du kannst also einen Endkunden-Aktionspreis einrichten der für Wiederverkäufer nicht sichtbar ist. Nach dem Speichern muss ein Shopabgleich laufen damit der Preis im Shop angezeigt wird. Ohne Abgleich passiert im Shop nichts. Mehr dazu im offiziellen JTL-Guide: Sonderpreise einrichten.

Kundenindividuelle Preise einrichten für Festkonditionen pro Kunde

Öffne den Artikel, gehe zu Preise und wechsle zum Reiter ‚Kunden‘. Über ‚Kunden: Hinzufügen‘ suchst du den Kunden und markierst ihn. In der Spalte ‚Indiv. VK-Brutto‘ doppelklickst du und trägst den vereinbarten Preis ein. Willst du für diesen Kunden zusätzlich Mengenrabatte hinterlegen, markierst du ihn und klickst auf ‚Kundenindiv. Preise bearbeiten‘. Dort legst du im Dialog unter Staffelpreise die Mengenstaffeln an. Das lässt sich also kombinieren: ein fester Basispreis für den Kunden, plus eine Mengenstaffel darüber. Dieser Ansatz eignet sich für Schlüsselkunden mit Jahreskonditionen, etwa Sportvereine, Wiederverkäufer mit Rahmenvertrag oder Großabnehmer im Lebensmittelbereich. Für JTL-Shop gilt: Mindestens Version 4.05 ist Voraussetzung damit kundenindividuelle Preise korrekt im Shop angezeigt werden.

Die Prioritätsregel verstehen: welcher Preis gewinnt bei Überschneidungen?

Hier liegt der häufigste Irrtum den wir bei Kunden sehen. Ab JTL-Wawi 1.8.8.0 gilt: Kundenindividuelle Preise haben immer Vorrang, auch wenn sie höher sind als ein laufender Sonderpreis. Das ist kein Bug, das ist bewusstes Design. Hintergrund: Wenn du mit einem Kunden 4,80 Euro fest vereinbart hast und ein allgemeiner Sonderpreis auf 3,90 Euro fällt, soll der Kunde trotzdem 4,80 Euro zahlen, weil das seine Vertragsgrundlage ist. Willst du einen Kunden an einer Aktion teilnehmen lassen, musst du seinen kundenindividuellen Preis für die Aktionsdauer anpassen oder löschen. Ein Händler im JTL-Forum beschrieb genau das als wiederkehrendes Problem bei Weihnachtsaktionen: ‚Unsere VIP-Kunden bekamen den Rabatt nie, weil wir vergessen hatten die Individualpreise auszutragen.‘ Prüfe diese Logik deshalb vor jeder größeren Preisaktion.

Konsistenz prüfen, Shopabgleich ausführen und testen

Nach dem Einrichten aller Preismodelle öffnest du einen betroffenen Artikel und prüfst die Preisübersicht in den Stammdaten. Stimmen Staffeln, Kundengruppen-Zuordnung und eventuelle Sonderpreise in der Zusammenschau? Dann Shopabgleich starten. Für B2B-Setups mit mehreren hundert Artikeln und kundenindividuellen Preisen lohnt sich ein systematischer Testlauf mit einem Testkunden und echten Bestellmengen, bevor du die Konfiguration auf alle Kunden ausrollst. Lege einen Testkunden in jeder relevanten Kundengruppe an, platziere Testbestellungen mit verschiedenen Mengen und prüfe ob der angezeigte Preis dem entspricht was du eingerichtet hast. Dieser Schritt spart Reklamationen und Verwirrung bei deinen Geschäftskunden. Bei komplexen B2B-Setups begleiten wir den Testlauf und prüfen die Preislogik systematisch vor dem Go-live.

Häufige Fragen zu Staffelpreisen, Sonderpreisen und kundenindividuellen Preisen in JTL-Wawi

Staffelpreise sind mengenabhängig und dauerhaft: Ab Menge X zahlt der Kunde Preis Y, solange die Staffel aktiv ist und nicht manuell geändert wird. Sonderpreise sind zeitlich oder bestandsbezogen begrenzt: Du setzt einen Aktionspreis der automatisch endet wenn das Datum erreicht ist oder der Bestand unter einen Schwellwert fällt. Beide lassen sich auf bestimmte Kundengruppen einschränken. Die entscheidende Frage bei der Wahl: Gilt der günstigere Preis dauerhaft als Teil der normalen Preispolitik? Dann Staffelpreis. Gilt er nur temporär als Aktion? Dann Sonderpreis. Für B2B-Händler gilt die Faustregel: Jahreskonditionen nach Abnahmemenge sind Staffelpreise, saisonale Abverkaufs-Aktionen mit Enddatum sind Sonderpreise.
Ab JTL-Wawi 1.8.8.0 gilt eine klare Hierarchie: Kundenindividuelle Preise stehen ganz oben und gewinnen immer, auch über aktive Sonderpreise. Ist kein kundenindividueller Preis hinterlegt, kommt die günstigste verfügbare Kombination aus Sonderpreis, Staffelpreis und Kundengruppen-Rabatt zum Tragen. Das hat eine direkte Konsequenz für Preisaktionen: Kunden mit eingetragenem Individualpreis nehmen an allgemeinen Aktionen nicht automatisch teil, selbst wenn der Aktionspreis günstiger wäre.
Ja, über kundenindividuelle Staffelpreise. In den Artikelstammdaten gehst du zu Preise, Reiter Kunden, wählst den Kunden aus und klickst auf ‚Kundenindiv. Preise bearbeiten‘. Dort kannst du Mengenstaffeln mit individuellem Preis anlegen, unabhängig von der Kundengruppe des Kunden. Das ist sinnvoll für Kunden mit Rahmenvertrag bei denen Mengenkonditionen individuell ausgehandelt wurden und nicht für die gesamte Kundengruppe gelten sollen.
Ein Sonderpreis der nach Bestandsgrenze definiert ist, reaktiviert sich automatisch wenn der Bestand durch einen Wareneingang wieder über den definierten Schwellwert steigt. Das ist ein häufig übersehenes Verhalten. Wer einen zeitlich abgelaufenen Abverkaufspreis eingerichtet hatte und nicht aufgepasst hat, kann unbeabsichtigt wieder vergünstigte Preise haben. Prüfe deshalb nach größeren Wareneingängen ob bestandsgebundene Sonderpreise erneut aktiv wurden.
Zwei Ursachen kommen fast immer vor: Erstens kein Shopabgleich nach dem Speichern. Staffelpreise und Sonderpreise übertragen sich nicht automatisch in den verbundenen JTL-Shop, der Abgleich muss manuell gestartet oder über die Synchronisierungseinstellungen automatisiert sein. Zweitens ist die Kundengruppe im Shop nicht korrekt zugewiesen. Ein eingeloggter Kunde sieht Staffelpreise nur wenn sein Shop-Kundenkonto der richtigen Kundengruppe zugeordnet ist. Nicht eingeloggte Gäste sehen in der Regel nur den Standardpreis der Standardkundengruppe. Eine dritte, seltener genannte Ursache: Der Artikel ist von einem früheren Import ohne Kundengruppen-Preise angelegt worden. In dem Fall sind die Felder in den Stammdaten leer und müssen manuell befüllt werden.

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Vlarom E-Commerce Agentur richtet Staffelpreise, Sonderpreise und Kundenkonditionen für dich ein.

Staffelpreise, Sonderpreise, kundenindividuelle Konditionen: Wir konfigurieren das für dich oder prüfen eine bestehende Preisstruktur auf Fehler und Lücken. Als JTL Service Partner Gold kennen wir die Prioritätslogik und die typischen Fallstricke aus der täglichen Projektarbeit. Ruf uns direkt an unter +49 30 91473862, schreib an info@vlarom.de oder nutze unser Kontaktformular für ein unverbindliches Erstgespräch.

Autor

Alexander Luft

JTL Service Partner Gold · Vlarom E-Commerce Agentur · Ahrensfelde bei Berlin