Auf einen Blick
- ✓JTL-WMS kennt bis zu fünf Bereichsebenen (z.B. Halle, Gang, Regal, Ebene, Fach) — in unserer Praxis reichen vier Ebenen als sinnvolle Grundstruktur für die meisten Lager.
- ✓Der Lagerplatzassistent erstellt ganze Reihen von Plätzen in einem Schritt — vorausgesetzt, das Lagerlayout wurde vorher korrekt konfiguriert.
- ✓Zwischen Zonenkonzept und chaotischer Lagerhaltung gibt es kein allgemeines Richtig oder Falsch: Aus unserer Projekterfahrung fahren die meisten mittelgroßen Lager mit einer Mischform am besten.
Wir sehen in der Praxis regelmäßig, dass WMS-Projekte nicht an der Software scheitern, sondern an der Planung davor. Lagerkonzepte die nachträglich umgebaut werden müssen, kosten ein Vielfaches der ursprünglichen Einrichtungszeit. Vlarom ist JTL Service Partner Gold und begleitet WMS-Einführungen von der ersten Strukturentscheidung bis zum laufenden Betrieb. In WMS-Einführungsprojekten unterschätzen Teams regelmäßig den Planungsaufwand für die Lagerplatzdefinition — wer die Gassen und Regalnummern nicht vorher auf Papier skizziert, muss das WMS nach den ersten Wochen komplett umstrukturieren.
Der häufigste Fehler: Direkt im System starten statt erst auf Papier planen
Händler öffnen JTL-WMS, legen los und merken nach 200 angelegten Lagerplätzen, dass die Struktur nicht zu ihrem Lager passt. Das Lagerlayout ist die Grundlage für alle Lagerplatzbezeichnungen — einmal falsch konfiguriert, müssen alle bereits angelegten Plätze manuell angepasst werden. Wer die Gassen und Regalnummern nicht vorher auf Papier skizziert, muss das WMS nach den ersten Wochen komplett umstrukturieren.
Das Lagerkonzept für JTL-WMS: Überblick der Planungsphasen
Lagerstruktur auf Papier planen (vor dem System)
Zonen, Ebenen und Gassen definieren, bevor das erste Mal JTL-WMS geöffnet wird.
Lagerlayout in JTL-WMS konfigurieren
Bereichstypen, Ziffernlänge und Trennzeichen in den Lageroptionen festlegen.
Lagerplätze per Assistent anlegen
Ganze Platzserien in einem Schritt anlegen — auf Basis des konfigurierten Layouts.
Zonenkonzept oder chaotische Lagerhaltung entscheiden
Lagerstrategie wählen oder eine Mischform aus beiden Methoden definieren.
Sonderplätze anlegen und Einlagerregeln prüfen
Wareneingang, Retoure, Qualitätssicherung und FIFO/FEFO-Regeln für Spezialartikel festlegen.
Wie richtest du ein JTL-WMS Lagerkonzept ein?
Die folgende Reihenfolge hat sich in unseren WMS-Projekten bewährt. Wer die Schritte in dieser Abfolge durcharbeitet, vermeidet die häufigsten Planungsfehler. Wichtig: Das Lagerlayout legt fest, wie Lagerplatzbezeichnungen aufgebaut werden — dieser Schritt kann nicht rückgängig gemacht werden ohne alle bereits angelegten Plätze manuell anzupassen. Nimm dir hier die Zeit die nötig ist.
Lagerstruktur auf Papier planen (vor dem System)
Bevor du JTL-WMS öffnest: Zeichne dein physisches Lager auf. Wie viele Zonen gibt es? Gibt es eine Schnelldreherzone, einen Sperrgutraum, eine Kühlzone? Definiere, wie viele Ebenen deine Struktur braucht — JTL-WMS erlaubt bis zu fünf (Halle, Block, Gang, Regal, Fach). Die häufigste Fehlentscheidung: Händler starten direkt im System und merken erst nach 200 angelegten Lagerplätzen, dass die Struktur nicht zu ihrem Lager passt. Laut JTL-Guide zur Lagerplatzdefinition dient das Lagerlayout als Grundlage für den Lagerplatzassistenten — einmal falsch konfiguriert, musst du die Struktur komplett neu aufsetzen.
Lagerlayout in JTL-WMS konfigurieren (Einstellungen > Lageroptionen)
Öffne in JTL-WMS die Einstellungen, dann Lageroptionen und dort die Registerkarte Lagerlayout. Hier legst du fest, welche Bereichstypen du nutzen willst. Typische Konfiguration für mittelgroße Lager: Raum, Regal, Ebene, Fach — das ergibt Bezeichnungen wie 1-05-3-02, also: erster Raum, Regal 5, dritte Ebene, zweites Fach. Aktiviere je Bereich eine Checkbox und lege Ziffernlänge und Trennzeichen fest. Tipp aus der Praxis: Nutze einheitliche Ziffernlängen (z.B. immer zweistellig), damit die Sortierung im System korrekt funktioniert. Lagerplatz 1-05-03-02 sortiert besser als 1-5-3-2. Die technischen Details zum Lagerlayout sind im JTL-Guide: Lageroptionen Lagerlayout dokumentiert.
Lagerplätze per Assistent anlegen (Einstellungen > Lagerplatzassistent)
Sobald das Lagerlayout steht, öffnest du den Lagerplatzassistenten unter Einstellungen. Gib das Muster für die Bezeichnungen ein — das System schlägt dir auf Basis des konfigurierten Layouts vor, wie die Plätze heißen sollen. Lege Von-Bis-Bereiche fest, optional mit Gewichtslimit pro Platz. Dann Vorschau erstellen, prüfen und speichern. Der Assistent legt ganze Serien in einem Schritt an — statt hundert Lagerplätze einzeln einzutippen. Ein Detail das viele übersehen: Wenn du Buchstabenkombinationen nutzt, zählt JTL-WMS nur den letzten Buchstaben durch. A-10 bis Z-10 gibt dir 26 Plätze, nicht 260. Plane dein Bezeichnungsschema vorher genau. Die vollständige Anleitung findest du im JTL-Guide: Lagerplätze über den Lagerplatzassistenten anlegen.
Zonenkonzept vs. chaotische Lagerhaltung entscheiden
JTL-WMS unterstützt beide Strategien. Beim Zonenkonzept hat jeder Artikel einen festen Lagerplatz oder eine feste Zone (z.B. Schnelldreher in Zone A, Langsamdreher in Zone C). Bei der chaotischen Lagerhaltung wird beim Einlagern der nächste freie Platz gewählt — das System merkt sich, wo der Artikel liegt, und plant die Pickwege entsprechend. Bei chaotischer Lagerhaltung ist Pflicht: Jede Warenbewegung muss dem WMS mitgeteilt werden, und alle Artikel müssen mit Barcodes etikettiert sein. Aus unserer Praxis: Reine chaotische Lagerhaltung funktioniert gut bei hohem Durchsatz und homogenen Artikeln. Lager mit Sperrgutzonen, Kühlware oder Gefahrstoffen brauchen immer ein Zonenkonzept für diese Bereiche.
Sonderplätze anlegen und Einlagerregeln prüfen
Neben den regulären Lagerplätzen braucht jedes WMS-Lager Sonderplätze: einen Wareneingangsplatz, einen Retourenplatz, einen Qualitätssicherungsplatz und ggf. Packtischplätze. Diese Plätze bekommst du nicht durch den Assistenten — sie werden einzeln angelegt. Prüfe außerdem, ob du für bestimmte Artikel Einlagerregeln brauchst: FIFO (First In, First Out) für verderbliche Ware, FEFO (First Expired, First Out) für Artikel mit Mindesthaltbarkeitsdatum. JTL-WMS unterstützt beide Methoden, aber sie müssen beim Artikel hinterlegt werden. Der häufigste Fehler hier: Lager gehen live, ohne dass die Sonderplätze sauber definiert sind — dann stapeln sich Retouren auf regulären Lagerplätzen und die Bestandszahlen stimmen nicht mehr.

