
Auf einen Blick
- ✓Ab JTL-Wawi 1.10 ist das separate Multishop-Modul abgekündigt. Mehrere Shops anzubinden geht ohne Zusatzbuchung, aber die Anzahl hängt am Tarif: Start erlaubt einen Standard-JTL-Shop, Advanced einen Standard-Shop plus einen Drittanbieter-Connector, Pro bis zu drei Standard-Shops plus drei Connector-Shops.
- ✓Kläre zuerst, ob deine Shops denselben Artikelstamm und dieselbe Firma teilen. Das entscheidet, ob ein Mandant mit mehreren Shops reicht oder ob zwei getrennte Mandanten nötig sind.
- ✓Für einen Drittanbieter-Shop (WooCommerce, Shopware 6, PrestaShop) brauchst du mindestens den Advanced-Tarif plus den passenden JTL-Connector. WooCommerce und PrestaShop sind seit April 2026 nicht mehr im Start-Tarif.
Die Frage „Brauche ich noch das Multishop-Modul?“ hat sich mit Wawi 1.10 komplett verändert. Wer ältere Anleitungen liest, bekommt falsche Antworten. Als JTL Service Partner Gold begleiten wir Händler genau durch diese Übergänge. Mit aktuellem Lizenzwissen und direktem Draht zum JTL-Kundencenter.
Was die Tarife wirklich erlauben: Die harten Fakten zum Multi-Shop-Setup
Wie viele Shops du an eine JTL-Wawi hängen kannst, ist seit der Tarifumstrukturierung 2024/2025 klar geregelt. Früher war das Multishop-Modul eine separate Buchung. Kostenlos, aber manuell zu aktivieren. Ab Wawi 1.10 fällt dieses Modul weg. Stattdessen zählt der gebuchte Tarif. Quelle: JTL-Tarifübersicht und die offizielle Dokumentation auf guide.jtl-software.com.
Quelle: unsere Projektdaten In der Praxis sehen wir regelmäßig Händler auf Wawi 1.8 oder 1.9, die das Multishop-Modul nie aktiviert haben. Der zweite Shop läuft dann nicht. Die Lizenz passt, der Aktivierungsschritt im JTL-Kundencenter fehlt. Das liegt nicht an der Software, sondern an einem vergessenen Klick.
Was du pro Tarif anbinden kannst (Stand JTL-Wawi 2.0, Tarife Stand April 2026):
- →JTL Start: Ein JTL-Shop (CFE-Edition, max. 500 Artikel). Drittanbieter über Connector: Shopify und Shopware 6 sind inklusive, WooCommerce und PrestaShop seit April 2026 nicht mehr im Start-Tarif.
- →JTL Advanced: Ein JTL-Standard-Shop plus unbegrenzt CFE-Shops. Dazu ein Drittanbieter-Connector-Shop (WooCommerce, Shopware 5 oder PrestaShop). Der Tarif liegt laut aktuellem JTL-Preismodell bei 119 Euro monatlich.
- →JTL Pro: Bis zu drei JTL-Standard-Shops plus unbegrenzt CFE-Shops. Dazu bis zu drei Drittanbieter-Connector-Shops. Tarif: 369 Euro monatlich. Einzige Option, wenn du mehrere Connector-Shops gleichzeitig betreibst.
Die zentrale Regel: Tarif zuerst, Technik danach. Wer sich erst für einen Tarif entscheidet und dann merkt, dass der dritte Shop nicht reingeht, muss upgraden und verliert Zeit. Kläre das vor dem Setup.
Zwei Ausgangssituationen — völlig unterschiedliche Lösungen
Nicht jeder Händler meint dasselbe, wenn er „mehrere Shops“ sagt. Es gibt zwei grundlegend verschiedene Ausgangslagen, die unterschiedliche Setups brauchen:
Was ein sauberes Multi-Shop-Setup konkret bringt
Die Lektion
unsere Erkenntnis aus Kundenprojekten: Ein Multi-Shop-Setup spart am meisten Zeit dort, wo Händler bisher manuell synchronisiert haben: Lagerbestände, Preislisten, Auftragsstatus. Wer das sauber einrichtet, gewinnt Kapazität für das Wesentliche. Den Verkauf.
Zweiten Shop an JTL-Wawi anbinden: Der Ablauf in 5 Schritten
Dieser Ablauf gilt, wenn du einen weiteren Shop (JTL-Shop oder Drittanbieter) an eine bestehende Wawi hängen willst. Voraussetzung: Die Wawi läuft stabil, der erste Shop ist sauber verbunden.
Tarif und Lizenz prüfen
„Bevor du in der Wawi irgendetwas anfasst: Öffne das JTL-Kundencenter und schau, welchen Tarif du gebucht hast und wie viele Shop-Anbindungen erlaubt sind. Für Wawi 1.9 und älter muss das Multishop-Modul unter ‚Bestellungen & Lizenzen > Warenwirtschaft > Module‘ aktiviert sein. Für Wawi 1.10 und 2.0 gilt nur noch der Tarif. Der häufigste Fehler: Jemand sucht das Multishop-Modul in Wawi 2.0. Dort gibt es das nicht mehr.“
Shop-Typ und Architektur entscheiden
„Ist es ein JTL-Shop (native Anbindung) oder ein Drittanbieter wie WooCommerce, Shopware 6 oder PrestaShop (Connector nötig)? Und: Teilen beide Shops denselben Artikelstamm und dieselbe Firma, oder brauchst du zwei getrennte Mandanten? Diese Entscheidung bestimmt den gesamten Aufbau. Laut JTL-Dokumentation auf guide.jtl-software.com lassen sich JTL-Shops und Connector-Shops in der Plattformenverwaltung gemeinsam verwalten.“
Neuen Verkaufskanal in der Wawi anlegen
„Öffne in JTL-Wawi die Plattformenverwaltung (Menü: Plattformen > Verkaufskanäle). Klick auf ‚Hinzufügen‘ und wähl den Shop-Typ. Für einen JTL-Shop trägst du Shop-Name, Lizenzschlüssel, die zugewiesene Firma und die Root-Kategorie ein. Dann kommen Domain-URL und Synchronisations-Zugangsdaten aus der JTL-Shop-Installation. Dann ‚Verbindung testen‘. Erst wenn der grün ist, lohnt der nächste Schritt. Details auf guide.jtl-software.com.“
Artikelsichtbarkeit und Preise pro Shop konfigurieren
„Nach der technischen Anbindung kommt der inhaltliche Teil: Welche Artikel soll der neue Shop sehen? Welche Preisgruppen gelten? In JTL-Wawi steuerst du Kategorie-Sichtbarkeit, Rabattgruppen und Kundengruppen-Zuordnungen pro Shop einzeln. Wer das überspringt und einfach ‚alles freischalten‘ klickt, riskiert dass der zweite Shop alle Artikel zeigt. Auch die, die dort nichts verloren haben. Typischer Fehler: Die Root-Kategorie ist zu weit oben gesetzt und der neue Shop zeigt das komplette Sortiment.“
Ersten Abgleich testen und Fehler protokollieren
„Starte den ersten manuellen Abgleich in der Plattformenverwaltung. Prüf danach im Shop-Backend, ob Artikel, Lagerbestände und Preise sauber übernommen wurden. Schau parallel in den Wawi-Abgleich-Log. Dort stehen Fehler im Klartext. Typischer Fehler bei zweiten Shops: Fehlende Sende-Berechtigung auf Artikelebene, weil der Artikel dem neuen Shop nicht zugewiesen ist. Das fixt du in der Artikelmaske unter ‚Verkaufskanäle‘.“

