
Auf einen Blick
- ✓Für die JTL-Wawi App einrichten brauchst du JTL-Wawi ab Version 1.6 und mindestens die Start-Edition. Den REST-Server so konfigurieren, dass er automatisch mit dem Worker startet, spart später manuellen Aufwand nach jedem Neustart.
- ✓Der Kern der Verbindung läuft über drei Punkte: Server-IP und Port in den globalen Einstellungen konfigurieren, einen API-Key für den Benutzer erzeugen, dann den QR-Code in der App scannen. Danach ist die Kopplung abgeschlossen.
- ✓Häufigster Fehler aus der Praxis von Vlarom E-Commerce Agentur: Port 8080 ist in der Windows-Firewall oder im Router nicht freigegeben. Die Verbindung funktioniert dann im lokalen WLAN, bleibt von außen aber stumm.
Die JTL-Wawi App klingt nach einer einfachen App-Installation. Ist sie aber nicht. Der mobile Zugriff auf eine Warenwirtschaft setzt einen funktionierenden REST-Server voraus, der auf dem richtigen Netzwerk-Interface lauscht, die richtigen Ports offen hat und einen validen API-Key kennt. Wer das zum ersten Mal aufbaut, tappt in mindestens einen der bekannten Stolpersteine. Vlarom E-Commerce Agentur aus Ahrensfelde bei Berlin hat diese Einrichtung bei mehreren Händlern durchgeführt. Die typischen Fallstricke sind immer dieselben: Falsche IP-Adresse, vergessene Firewall-Regel, kein laufender Worker. Das sind die drei Ursachen fast aller gescheiterten App-Verbindungen. Dieser Beitrag deckt alle drei ab, damit du nicht im Kreis suchst.
JTL-Wawi App einrichten in 5 Schritten
Die folgende Anleitung gilt für JTL-Wawi ab Version 1.6 mit einer lokalen oder gehosteten Datenbankinstanz. Der mobile Zugriff ist ein Baustein der gesamten JTL-Wawi Einrichtung Schritt für Schritt. Für die JTL-Wawi Cloud (ecomDATA-Hosting) weicht der Port ab: Dort ist Port 50443 der Standard statt 8080. Die Schritte folgen der offiziellen Dokumentation auf guide.jtl-software.com, ergänzt um Praxishinweise aus Projekten von Vlarom E-Commerce Agentur. Der größte Aufwand entsteht nicht bei der Konfiguration selbst, sondern beim Debuggen wenn ein Schritt fehlt. Mit dieser Anleitung vermeidest du das.
REST-Server in den globalen Einstellungen konfigurieren
Öffne JTL-Wawi und gehe zu Admin > Globale Einstellungen > Registerkarte Server-Einstellungen. Klicke dort auf den Button Server konfigurieren. Wähle als IP-Adresse die Netzwerk-IP deines Servers aus der Dropdown-Liste, nicht 127.0.0.1 oder localhost, denn diese Adressen sind nur vom selben Rechner aus erreichbar. Als Port trägst du 8080 ein (Standard für lokale Installationen) oder 50443 für JTL-Wawi Cloud. Aktiviere die Option Rest-Server beim Workerstart starten, damit der Server nach jedem Neustart automatisch verfügbar ist, ohne dass jemand manuell eingreifen muss. Optional kannst du an dieser Stelle auch ein eigenes SSL-Zertifikat hinterlegen, falls die Verbindung verschlüsselt laufen soll. Speichere die Einstellungen und starte JTL-Wawi anschließend neu. Häufiger Fehler: 127.0.0.1 als IP-Adresse ausgewählt. Die App kann dann zwar auf dem Server-PC lokal funktionieren, aber kein anderes Gerät im Netzwerk kommt durch. Die richtige IP ist die Adresse, unter der der Server im lokalen Netz erreichbar ist, also typischerweise eine 192.168.x.x-Adresse.
Port in Windows-Firewall und Router freigeben
Nach der Server-Konfiguration muss der gewählte Port in der Windows-Firewall als eingehende Regel freigegeben werden. Öffne die Windows-Defender-Firewall mit erweiterter Sicherheit und lege eine neue eingehende Regel für den TCP-Port 8080 an. Wähle Verbindung zulassen und gib der Regel einen beschreibenden Namen wie JTL Wawi REST API. Wenn du auch von außerhalb des Firmennetzwerks auf die App zugreifen willst, muss zusätzlich am Router eine Port-Weiterleitung auf die interne IP deines Wawi-Servers eingerichtet werden. Für den Fernzugriff ist ein VPN-Tunnel sicherer als eine direkte Port-Weiterleitung ins Internet, weil er ungewollte Zugriffsversuche von außen verhindert. Wir sehen in der Praxis oft, dass dieser Schritt als selbstverständlich vorausgesetzt wird, dann aber vergessen wurde. Ergebnis: Ohne freigegebenen Port funktioniert die App im lokalen WLAN, aber nicht über Mobilfunk oder aus dem Homeoffice.
API-Key für den Benutzer erzeugen und QR-Code generieren
Gehe in JTL-Wawi zu Admin > Benutzer und Rechte. Markiere den Benutzer, der die App nutzen soll, und klicke auf Bearbeiten. Im Benutzer-Formular findest du das Feld API-Key, klicke auf den Button Key erzeugen. Ein eindeutiger Token wird automatisch erstellt und dem Benutzer zugeordnet. Speichere den Benutzer. Klicke danach auf den Button Wawi-APP koppeln. Ein Fenster öffnet sich mit einem QR-Code, der alle Verbindungsinformationen enthält: Server-URL, Port und den Authentifizierungstoken dieses Benutzers. Lass dieses Fenster offen für den nächsten Schritt. Praxishinweis aus unseren Projekten: Jeder Mitarbeiter braucht einen eigenen Benutzer mit eigenem API-Key. QR-Codes sind nicht mehrfach verwendbar und gehören einem spezifischen Benutzer-Account. Das hat auch einen Sicherheitsvorteil: Geht ein Gerät verloren, lässt sich der API-Key für diesen Benutzer separat deaktivieren.
App herunterladen und QR-Code scannen
Lade die JTL-Wawi App aus dem Apple App Store (iOS) oder Google Play Store (Android) auf das Smartphone oder Tablet herunter. Öffne die App und tippe auf den Button Konfigurieren. Wähle den QR-Code-Scanner und halte die Kamera auf den QR-Code im Wawi-Desktop. Die App übernimmt automatisch alle Verbindungsparameter: Server-URL, Port und API-Key werden aus dem Code ausgelesen. Tippe danach auf Server konfigurieren und warte kurz auf den Verbindungsaufbau. Bei einer erfolgreichen Verbindung erscheint das Dashboard mit den Wawi-Daten. Fehlerbild: Wenn der Verbindungsaufbau hängt oder abbricht, ist meistens der POS-Server oder Worker in Wawi nicht gestartet. Ohne laufenden Worker antwortet der REST-Server nicht und die App bekommt keine Rückmeldung. Starte den Worker in JTL-Wawi und versuche die Verbindung erneut.
Berechtigungen prüfen und Dashboard-Vorlagen einrichten
Nach der Verbindung steuert JTL-Wawi die App-Berechtigungen über das bestehende Benutzerrechte-System: Was ein Benutzer in der Desktop-Wawi nicht darf, kann er auch in der App nicht tun. Prüfe deshalb in Admin > Benutzer und Rechte ob die Berechtigungen für den neuen App-Nutzer korrekt gesetzt sind. Für einen Lagerarbeiter braucht es andere Rechte als für jemanden im Vertrieb. Richte außerdem die Dashboard-Vorlagen ein: Die App zeigt auf dem Startbildschirm konfigurierbare Widgets mit Geschäftszahlen, offenen Aufträgen und Lagerbeständen. Für Lageranwender sind Bestandsübersichten und offene Kommissionierungen relevant, für den Vertrieb eher offene Aufträge und Kundenstammdaten. Diese Einstellungen lassen sich pro Benutzer individuell anpassen. Details zur Lizenzaufteilung zwischen den Editionen findest du direkt in der JTL-Wawi App Dokumentation. Lizenz-Hinweis: Bei der Start-Edition ist die Anzahl der App-Benutzer auf eine Lizenz begrenzt. Ab Advanced-Edition entfällt diese Einschränkung.

