JTL-Wawi Versanddienstleister anbinden — Vlarom E-Commerce Agentur

JTL-Wawi Versanddienstleister anbinden: DPD, Hermes HSI und FedEx in der Praxis

Drei Versanddienstleister, drei verschiedene Schnittstellen — und jeder davon funktioniert in JTL-Wawi anders. DPD läuft über DELISprint und eine CSV-Exportvorlage, Hermes setzt auf die HSI-Schnittstelle per JTL-ShippingLabels, FedEx ist inzwischen über Shipping 2.0 buchbar — mit eigenem FedEx-Vertrag; wer noch mit JTL-ShippingLabels 1.0 arbeitet, braucht den FedexImporter eines JTL Service Partners und eine SQL-Konfiguration. Dazu kommen Teillieferungen, die viele Händler erst dann richtig einrichten, wenn der erste Auftrag mit fehlendem Bestand liegen bleibt. Wer alle vier Themen einmal sauber durchgearbeitet hat, spart danach täglich Zeit beim JTL-Wawi Versanddienstleister anbinden.

Du willst wissen, welche Einstellungen bei welchem Dienstleister tatsächlich wichtig sind — und wo die häufigsten Fehler passieren?

Dieser Beitrag zeigt dir die wichtigsten Schritte zur Anbindung von DPD, Hermes HSI und FedEx sowie die korrekte Einrichtung von Teillieferungen — auf Basis der Praxiserfahrung der Vlarom E-Commerce Agentur aus echten Kundenprojekten.

Auf einen Blick

  • Vlarom E-Commerce Agentur empfiehlt: DPD über DELISprint per CSV-Export einrichten, Hermes HSI direkt über JTL-ShippingLabels — und FedEx über Shipping 2.0 mit eigenem FedEx-Vertrag — wer noch JTL-ShippingLabels 1.0 nutzt, geht über den FedexImporter von T4DT als Middleware.
  • Teillieferungen sind in JTL-Wawi pro Auftrag steuerbar — der häufigste Fehler ist, dass die Option „Teillieferung möglich“ am Auftrag fehlt und der Status nach einer Teilauslieferung manuell stehen bleibt.
  • Wer mehrere Paketklassen bei DPD nutzt, braucht pro Klasse eine eigene Exportvorlage — das übersehen viele beim ersten Setup und fragen sich dann, warum falsche Versandarten zugewiesen werden. Vlarom sieht diesen Fehler regelmäßig bei Neukunden-Onboardings.

Wir richten Versandschnittstellen in JTL-Wawi regelmäßig bei neuen und bestehenden Kunden ein. Was dabei auffällt: Die technischen Schritte sind dokumentiert, aber die Stolperstellen stehen meistens nicht im Guide — falsche Zeichensätze im DELISprint-Export, fehlende SQL-Berechtigungen für den FedexImporter, Hermes HSI das beim ersten Start keine Verbindung aufbaut, weil die API-Freischaltung im Props Portal fehlt. Deshalb beschreiben wir hier nicht nur, was zu tun ist, sondern auch, wo es typischerweise hakt. Als Vlarom E-Commerce Agentur und JTL Service Partner Gold begleiten wir Händler durch diese Setups regelmäßig — von kleinen Paketversendern bis zu Multichannel-Händlern mit mehreren Versanddienstleistern gleichzeitig. Dabei sehen wir immer wieder dieselben Konfigurationsfehler, die wir in diesem Beitrag direkt ansprechen.

JTL-Wawi Versanddienstleister anbinden: 5 Schritte zum laufenden Setup

Der folgende Plan gilt für ein frisches Setup. Du musst nicht alle drei Dienstleister gleichzeitig einrichten — aber die Reihenfolge innerhalb jedes Dienstleisters ist wichtig. Fang mit dem Drucker an, bevor du Exportvorlagen anlegst. Wer bereits eine laufende Konfiguration hat und auf Fehler stößt, findet in den einzelnen Schritten auch die typischen Diagnose-Hinweise. Aus unseren Projekten: Die meisten Fehler beim JTL-Wawi Versanddienstleister anbinden entstehen in Schritt 1 (fehlende Drucker-Zuweisung) und Schritt 3 (Hermes HSI Props-Freischaltung) — nicht bei der eigentlichen Schnittstellenkonfiguration.

Drucker und Versandart-Grundlagen in JTL-Wawi konfigurieren

Bevor du eine Schnittstelle einrichtest, muss der Drucker für Versandetiketten korrekt hinterlegt sein. In JTL-Wawi öffnest du dazu Administration > Drucker und legst für jeden Versanddienstleister einen eigenen Druckerpool fest. Fehlt diese Zuweisung, erscheint beim ersten Versand ein Druckfehler ohne Hinweis auf die eigentliche Ursache. Parallel dazu legst du Versandarten an unter Administration > Versandarten — jede bekommt einen Namen, eine Paketklasse und später die Verknüpfung zur Exportvorlage. Ein häufiger Fehler: Versandart und Exportvorlage haben unterschiedliche Paketklassen, dann werden Etiketten für die falsche Klasse erzeugt. Die Drucker-Einrichtung für JTL-ShippingLabels ist im JTL-Guide gut beschrieben — ein sinnvoller erster Lesestopp.

DPD über DELISprint anbinden (Exportvorlage und zyklischer Import)

DPD arbeitet in JTL-Wawi über eine dateibasierte Schnittstelle: JTL-Wawi exportiert eine CSV, DELISprint liest sie ein, erzeugt Etiketten und schreibt die Tracking-IDs zurück. Lege dafür unter Versand > Import-/Exportvorlagen die Vorlage DPD DELISprint an. Wichtig bei den Dateiformat-Einstellungen in DELISprint: Zeichensatz ANSI, Feldtrenner Semikolon, Kopfzeile ausblenden (Wert 0), Länderformat Auto. Weicht einer dieser Werte ab, importiert DELISprint zwar die Datei, aber Sonderzeichen in Straßennamen werden fehlerhaft ausgegeben. Wer mit mehreren Paketklassen arbeitet, braucht pro Klasse eine eigene Exportvorlage. Den zyklischen Import in DELISprint einschalten, damit Tracking-IDs automatisch zurückfließen. Die Tracking-URL für DPD lautet: http://extranet.dpd.de/cgi-bin/delistrack?typ=1&lang=de&pknr=#IdentCode#. Alternativ bietet JTL die DPD Cloud-Schnittstelle an, die ohne DELISprint-Installation auskommt, sofern dein Vertrag das abdeckt.

Hermes HSI über JTL-ShippingLabels einrichten

Hermes läuft in aktuellen JTL-Wawi-Versionen ausschließlich über die HSI-Schnittstelle, die alte B2C-Schnittstelle wurde abgeschaltet. In JTL-ShippingLabels wählst du als Dienstleister Hermes HSI und trägst deine Zugangsdaten aus dem Props Portal ein. Ein bekanntes Problem aus dem JTL-Forum: Beim ersten Start zeigt Hermes HSI einen Verbindungsfehler, obwohl die Zugangsdaten korrekt sind. Ursache ist meistens eine fehlende Freigabe des Props-Kontos — Hermes muss den API-Zugang für HSI separat aktivieren, das passiert nicht automatisch nach der Registrierung. Zweiter Fallstrick: Das Feld addressAddition wird von Hermes HSI bei über 50 Zeichen automatisch gekürzt (Ticket WAWI-39348 im JTL-Issuetracker). Bei Firmenadressen mit langen Zusatzzeilen kann das zu Zustellproblemen führen — prüfe das Feld in deinen Vorlagen. Für den Retourenlabel-Versand über OTTO muss die Tracking-URL in der Versandart korrekt hinterlegt sein, sonst wird der Versandstatus nicht an den Marktplatz zurückgemeldet.

FedEx mit FedexImporter anbinden (T4DT und SQL-Konfiguration)

FedEx ist in Shipping 2.0 verfügbar, allerdings nur mit eigenem FedEx-Vertrag — anders als DHL und DPD, die sich zusätzlich über zentral verhandelte JTL-Konditionen buchen lassen. In JTL-ShippingLabels 1.0 fehlt die Anbindung; dort ist der FedexImporter des JTL Service Partners T4DT als Middleware die gängige Lösung. Dieser liest den CSV-Export aus JTL-Wawi ein, übergibt die Daten an FedEx Ship Manager und importiert die Tracking-IDs zurück. Die Einrichtung erfordert mehr Aufwand als DPD oder Hermes: Du musst in SQL Server Management Studio einen Datenbankbenutzer anlegen mit SELECT- und UPDATE-Berechtigungen auf die Tabelle tVersand. Die Exportvorlage in JTL-Wawi enthält spezifische Feldnummern (u.a. Felder 0 bis 2460), die exakt zum FedexImporter passen müssen. Eine Exportvorlage deckt dabei alle FedEx-Versandarten ab. Verarbeitete Dateien erkennst du am Dateiendungs-Status: .out für in Bearbeitung, .done für erfolgreich, .error für Fehler. Der Workflow in JTL-Wawi braucht den Trigger Lieferscheine_versendet damit der Sendungsnummernimport automatisch anläuft. Weitere Details findest du in der Carrier-Übersicht zu Shipping 2.0 im JTL-Guide.

Teillieferungen in JTL-Wawi einrichten und aktivieren

Teillieferungen ermöglichen es, einen Auftrag in mehreren Sendungen auszuliefern — nützlich wenn Artikel zu unterschiedlichen Zeitpunkten lieferbar sind. Am Auftrag selbst muss Teillieferung möglich aktiviert sein, entweder manuell oder via Workflow für alle passenden Aufträge. In der Auslieferungsmaske siehst du dann welche Positionen lieferbar sind und welche nicht. Ein bekanntes Problem (Ticket WAWI-53236): Der Status Teillieferung möglich bleibt nach einer abgeschlossenen Teillieferung manchmal bestehen, auch wenn alle Restmengen null sind. Das ist ein Darstellungsfehler, kein Datenfehler. Ein zweiter Fallstrick betrifft Stücklistenartikel: Wenn ein Stücklistenartikel im Auftrag enthalten ist und nur die darin enthaltenen Einzelartikel auf Lager sind, erscheint der Stücklistenartikel bei Teillieferung nicht auf der WMS-Pickliste. Wer Workflows für Teillieferungen nutzt, sollte die Bedingungen eng fassen, sonst werden Aufträge ohne Restbestand ebenfalls als teillieferbar markiert. Aus der Projektpraxis von Vlarom E-Commerce Agentur: Den Workflow auf Aufträge mit gemischtem Lagerstand begrenzen — nicht pauschal auf alle neuen Aufträge setzen.

Häufige Fragen: JTL-Wawi Versanddienstleister anbinden

Der automatische Rückimport funktioniert nur wenn der zyklische Schnittstellenimport in DELISprint aktiviert ist. Den findest du in den DELISprint-Konfigurationseinstellungen unter Schnittstelle. Ist er deaktiviert, muss der Import nach jedem Etikettendruck manuell angestoßen werden. Zweite häufige Ursache: Der Speicherpfad für Import- und Exportdateien ist in JTL-Wawi und DELISprint unterschiedlich konfiguriert. Dann findet DELISprint die Exportdatei nicht. Beide Programme müssen exakt denselben freigegebenen Netzwerkpfad nutzen.
Der häufigste Grund ist eine fehlende API-Freigabe im Props Portal von Hermes. Nach der Registrierung ist der HSI-Zugang nicht automatisch aktiv — Hermes muss ihn auf Anfrage freischalten. Ruf dazu deinen Hermes-Ansprechpartner an oder wende dich direkt an den Hermes-Technischen Support mit Angabe deiner Kundennummer. Erst nach Freischaltung kannst du dich über JTL-ShippingLabels erfolgreich verbinden. Prüfe zusätzlich ob deine Zugangsdaten aus dem Props Portal korrekt ohne Leerzeichen übertragen wurden.
In Shipping 2.0 ja, allerdings nur mit eigenem FedEx-Vertrag — DHL und DPD lassen sich zusätzlich über zentral verhandelte JTL-Konditionen buchen, FedEx nicht. Wer noch JTL-ShippingLabels 1.0 nutzt, findet dort keine FedEx-Anbindung; in dem Fall übernimmt der FedexImporter des JTL Service Partners T4DT die Verbindung zwischen JTL-Wawi und dem FedEx Ship Manager. Dabei exportiert JTL-Wawi eine CSV-Datei, T4DT’s Tool übergibt die Daten an FedEx und importiert die Tracking-IDs zurück. Das erfordert etwas mehr Einrichtungsaufwand, läuft dann aber automatisiert.
Ja, wenn du mehrere DPD-Paketklassen nutzt, braucht jede Klasse eine eigene Exportvorlage in JTL-Wawi unter Versand > Import-/Exportvorlagen. Die Versandart in JTL-Wawi wird dann mit der passenden Vorlage verknüpft. Wenn du nur eine Vorlage für alle Klassen nutzt, werden beim Export alle Pakete mit denselben Klassen-Einstellungen übergeben. Das führt bei DPD zu falschen Tarifen oder abgelehnten Etiketten.
Du kannst einen Workflow in JTL-Wawi einrichten der bei jedem neuen Auftrag automatisch die Option Teillieferung möglich setzt. Dazu legst du einen Workflow mit dem Trigger Neuer Auftrag an und als Aktion Auftrag: Teillieferung erlauben. Wenn du Teillieferungen nur für bestimmte Auftragsarten erlauben willst, ergänze entsprechende Bedingungen. Ohne Workflow muss die Option pro Auftrag manuell in der Auftragsmaske gesetzt werden.
Wenn du einen Auftrag teilauslieferst, wird der Versandstatus mit der ersten Lieferung an Marktplätze wie eBay oder Amazon übermittelt, sofern die Tracking-ID korrekt über den Versanddatenimport zurückgespielt wurde. Die Restmenge bleibt im Auftrag offen. Beim Versand der zweiten Teillieferung wird erneut eine Tracking-ID erzeugt und an den Marktplatz übertragen. Manche Marktplätze erwarten nur eine Tracking-ID pro Auftrag, was bei Teillieferungen zu Statusinkonsistenzen führen kann. Prüfe die Marktplatz-Einstellungen für Sendungsinformationen daher vorab.

Versandschnittstellen richtig einrichten spart täglich Zeit — wenn das Setup von Anfang an stimmt.

Vlarom E-Commerce Agentur richtet deine JTL-Versandanbindung ein.

Als JTL Service Partner Gold richten wir DPD, Hermes HSI, FedEx und Teillieferungen in JTL-Wawi ein — von der ersten Vorlage bis zum automatisierten Tracking-Rückimport. Lies auch unseren Beitrag zur JTL Versandplattform Shipping 2.0 für den größeren Kontext. Ruf direkt an unter +49 30 91473862, schreib an info@vlarom.de oder nutze unser Kontaktformular für ein unverbindliches Erstgespräch.

Autor

Alexander Luft

JTL Service Partner Gold · Vlarom E-Commerce Agentur · Ahrensfelde bei Berlin