
Auf einen Blick
- ✓Plan&Produce ist die Fertigungssteuerung in JTL-Wawi: Stücklisten, Fertigungsaufträge und Workbench. Wir setzen das Modul bei Manufakturen und Eigenmarken auf, die Rohstoffe zu fertigen Artikeln zusammensetzen.
- ✓JTL-WMS ist die Lagerverwaltung mit Lagerplätzen, MDE-Gerät, Pickprozess und Inventur. Wir setzen WMS bei Händlern auf, die mehr als 80 bis 100 Picks pro Tag haben oder mehrere Mitarbeiter im Lager parallel arbeiten lassen.
- ✓Die häufigste Verwechslung in der Beratung: Händler kaufen WMS, weil sie Bestände sauber führen wollen — eigentlich brauchen sie Plan&Produce, weil ihr Bestand aus Eigenproduktion entsteht. Wir klären das im Erstgespräch, bevor Lizenzen bestellt werden.
Wir bei der Vlarom E-Commerce Agentur aus Ahrensfelde bei Berlin betreuen über 300 JTL-Händler. Aus dieser Bandbreite heraus sehen wir genau, wo Plan&Produce-Themen mit WMS-Themen vermischt werden — typischerweise wenn Lagerbestände „nicht stimmen“, obwohl die eigentliche Ursache in fehlenden Fertigungsaufträgen liegt. Als JTL Service Partner Gold begleiten wir Händler bei der sauberen Trennung der beiden Module und sorgen dafür, dass jedes Werkzeug seine Aufgabe erfüllt — und du nicht doppelt zahlst.
Wo Plan&Produce und WMS im JTL-Ökosystem stehen — die harten Eckdaten
Beide Module sind Erweiterungen rund um die JTL-Wawi und werden über das JTL-Kundencenter freigeschaltet. Beide unterscheiden sich aber massiv in Lizenzmodell, Hardware-Anforderung und Setup-Aufwand. Wer die Zahlen kennt, trifft die Entscheidung nicht aus dem Bauch.
Quelle aus unseren Projektdaten: Bei rund 70 Prozent der WMS-Anfragen, die uns erreichen, ist die echte Ursache ein Stamm- oder Buchungsproblem in der Wawi, kein Lagerstrukturproblem. Die anderen 30 Prozent sind echte Lagerprozess-Themen, für die WMS das richtige Werkzeug ist.
Diese Faktoren entscheiden über Plan&Produce, WMS oder beides:
- →Eigene Fertigung vorhanden?: Sobald du Rohstoffe oder Einzelteile zu Endprodukten kombinierst, ist Plan&Produce der Einstiegspunkt — nicht WMS.
- →Picks pro Tag: Unter 50 Picks reicht meist die Wawi-Standard-Kommissionierung. Ab 80 bis 100 Picks täglich rechnet sich das WMS.
- →Mitarbeiter im Lager: Ein Lagerist arbeitet meistens noch ohne MDE. Sobald zwei oder mehr Personen parallel kommissionieren, wird WMS Pflicht.
- →MHD-/Chargen-Pflicht: Lebensmittel, Kosmetik, Medizinprodukte: Hier brauchst du fast immer Plan&Produce für die Chargenführung und WMS für die korrekte FEFO-Auslagerung.
- →Stückliste vs. Lagerplatz: Wer fragt: Wie wird mein Artikel produziert? = Plan&Produce. Wer fragt: Wo liegt mein Artikel? = WMS.
Die zentrale Regel aus unseren Projekten: Plan&Produce klärt die Entstehung, WMS klärt die Bewegung. Wer den Fluss vom Wareneingang bis zum Versand sauber abbilden will, braucht oft beide Module — aber nicht in jedem Fall, und nicht gleichzeitig.
Standard-Connector im Vergleich: wann er reicht — und wann nicht
| Kriterium | Standard-Connector reicht | Standard-Connector reicht nicht |
|---|---|---|
| Hauptaufgabe | ✓Fertigung steuern: Stücklisten, Arbeitsgänge, Fertigungsaufträge | ✗Lager steuern: Einlagerung, Picks, Inventur, Versandvorbereitung |
| Zentrales Werkzeug | ✓JTL-Workbench für Produktionsmitarbeiter, integriert in JTL-Wawi | ✗JTL-WMS-Client und MDE-Handscanner, Lagerplatzverwaltung in der Wawi |
| Bestandslogik | ✓Bestand entsteht durch abgeschlossene Fertigungsaufträge | ✗Bestand wird auf konkrete Lagerplätze gebucht und durch Picks reduziert |
| Hardware | ✓Standard-PC für die Workbench, optional Bondrucker | ✗MDE-Handscanner mit Android, WLAN-Abdeckung im Lager, Etikettendrucker |
| Lizenzmodell | ✓Plan&Produce-Grundmodul kostenlos im Kundencenter, Workbench und Zusatzmodule kostenpflichtig | ✗JTL-WMS Mietlizenz pro Arbeitsplatz, plus MDE-Lizenzen pro Gerät |
| Typischer Einsatz | ✓Manufakturen, Konfektionsbetriebe, Eigenmarken, Lebensmittelproduktion | ✗Versandhandel ab 80 Picks/Tag, Mehr-Personen-Lager, Multichannel-Setups |
| MHD und Chargen | ✓Vergibt MHD/Chargen beim Fertigungsabschluss | ✗Berücksichtigt MHD/Chargen bei FEFO-Pickreihenfolge |
| Was es NICHT macht | ✓Keine Lagerplatz-Verwaltung, keine MDE-gestützte Pickliste | ✗Keine Stücklisten-Auflösung, keine Fertigungssteuerung |
Wann reicht WMS allein, wann brauchst du Plan&Produce, wann beides?
Aus unseren Beratungen kristallisieren sich vier klare Szenarien heraus. Diese sind die Schnellprüfung, bevor Lizenzen gekauft werden.
Der häufigste Irrtum: WMS löst meine Bestandsprobleme
Wir sehen es in jeder zweiten Beratung: Ein Händler ist unzufrieden, weil seine Lagerbestände in der Wawi nicht stimmen, Stücklisten falsch gerechnet werden oder fertige Artikel nicht auftauchen. Die spontane Lösung: „Wir brauchen WMS.“ Die Annahme stimmt fast nie.
Achtung: WMS verwaltet vorhandenen Bestand auf Lagerplätzen, es erzeugt keinen Bestand. Wenn der Bestand falsch ist, weil ein Fertigungsauftrag fehlt oder eine Stückliste falsch geführt ist, wird WMS dich davon nicht entlasten.
Die goldene Regel
Aus unserer Projektpraxis: Wenn du nicht erklären kannst, woher dein Bestand kommt, hilft dir kein WMS, sondern saubere Stammdaten und gegebenenfalls Plan&Produce.
Was die saubere Trennung in echten Projekten bringt
Die Lektion
Unsere Erkenntnis aus mehreren Plan&Produce- und WMS-Projekten: Wer die beiden Module sauber trennt, kauft kein Werkzeug zu viel, und keine Funktion zu wenig. Die Reihenfolge in der Einführung entscheidet über den ROI.
In 5 Schritten zur richtigen Modulwahl
Dieser Plan ist die Kurzfassung dessen, was wir in der Vlarom E-Commerce Agentur in jedem Erstgespräch zu Plan&Produce und WMS durchgehen. Er beantwortet, in welcher Reihenfolge du entscheiden und einrichten solltest.
Bestandsfluss zeichnen
Skizziere auf einem Blatt: Wie kommt ein Artikel in deinen Bestand? Kaufst du ihn fertig ein oder produzierst du ihn? Der häufigste Fehler: Diese Frage wird übersprungen — und es wird über WMS diskutiert, obwohl Plan&Produce der eigentliche Hebel wäre.
Pickvolumen messen
Zähle eine typische Woche durch: Wie viele Aufträge gehen pro Tag raus, wie viele Positionen pro Auftrag? Liegst du unter 50 Picks täglich, ist die Wawi-Standardkommissionierung meist ausreichend. Ab 80 bis 100 Picks rechnet sich JTL-WMS.
Eigenfertigung prüfen
Hast du Stücklisten, Arbeitsgänge oder Fertigungstiefe? Auch wenn nur ein Teil deines Sortiments produziert wird, ist Plan&Produce relevant. Tipp: Prüfe die Plan&Produce-Einrichtung und den ersten Fertigungsauftrag als Vorbereitung.
Modulreihenfolge festlegen
Wenn beide Module in Frage kommen: Plan&Produce kommt zuerst, weil es die Bestandsbasis bildet. WMS kommt danach, weil es Bestand voraussetzt. Diese Reihenfolge spart Nacharbeit und Doppel-Lizenzen.
Lizenzen und Setup im Kundencenter klären
Plan&Produce-Grundmodul ist im JTL-Kundencenter kostenlos freischaltbar. Workbench und WMS sind kostenpflichtig — pro Arbeitsplatz und MDE-Gerät. Lizenzen werden in der Regel erst nach abgeschlossener Bedarfsanalyse bestellt, nicht vorher.
Häufig gestellte Fragen zu Plan&Produce und JTL-WMS
Hier sind die passenden Beiträge, wenn du Plan&Produce oder WMS vertiefen willst:
Plan&Produce einrichtenErster Fertigungsauftrag in Plan&ProduceJTL-WMS ÜberblickWawi-Lager vs. JTL-WMSJTL-WMS Kosten
Alexander Luft
JTL Service Partner Gold · Vlarom E-Commerce Agentur · Ahrensfelde bei Berlin

