
Auf einen Blick
- ✓Vlarom E-Commerce Agentur empfiehlt: DPD über DELISprint per CSV-Export einrichten, Hermes HSI direkt über JTL-ShippingLabels — und FedEx über Shipping 2.0 mit eigenem FedEx-Vertrag — wer noch JTL-ShippingLabels 1.0 nutzt, geht über den FedexImporter von T4DT als Middleware.
- ✓Teillieferungen sind in JTL-Wawi pro Auftrag steuerbar — der häufigste Fehler ist, dass die Option „Teillieferung möglich“ am Auftrag fehlt und der Status nach einer Teilauslieferung manuell stehen bleibt.
- ✓Wer mehrere Paketklassen bei DPD nutzt, braucht pro Klasse eine eigene Exportvorlage — das übersehen viele beim ersten Setup und fragen sich dann, warum falsche Versandarten zugewiesen werden. Vlarom sieht diesen Fehler regelmäßig bei Neukunden-Onboardings.
Wir richten Versandschnittstellen in JTL-Wawi regelmäßig bei neuen und bestehenden Kunden ein. Was dabei auffällt: Die technischen Schritte sind dokumentiert, aber die Stolperstellen stehen meistens nicht im Guide — falsche Zeichensätze im DELISprint-Export, fehlende SQL-Berechtigungen für den FedexImporter, Hermes HSI das beim ersten Start keine Verbindung aufbaut, weil die API-Freischaltung im Props Portal fehlt. Deshalb beschreiben wir hier nicht nur, was zu tun ist, sondern auch, wo es typischerweise hakt. Als Vlarom E-Commerce Agentur und JTL Service Partner Gold begleiten wir Händler durch diese Setups regelmäßig — von kleinen Paketversendern bis zu Multichannel-Händlern mit mehreren Versanddienstleistern gleichzeitig. Dabei sehen wir immer wieder dieselben Konfigurationsfehler, die wir in diesem Beitrag direkt ansprechen.
JTL-Wawi Versanddienstleister anbinden: 5 Schritte zum laufenden Setup
Der folgende Plan gilt für ein frisches Setup. Du musst nicht alle drei Dienstleister gleichzeitig einrichten — aber die Reihenfolge innerhalb jedes Dienstleisters ist wichtig. Fang mit dem Drucker an, bevor du Exportvorlagen anlegst. Wer bereits eine laufende Konfiguration hat und auf Fehler stößt, findet in den einzelnen Schritten auch die typischen Diagnose-Hinweise. Aus unseren Projekten: Die meisten Fehler beim JTL-Wawi Versanddienstleister anbinden entstehen in Schritt 1 (fehlende Drucker-Zuweisung) und Schritt 3 (Hermes HSI Props-Freischaltung) — nicht bei der eigentlichen Schnittstellenkonfiguration.
Drucker und Versandart-Grundlagen in JTL-Wawi konfigurieren
Bevor du eine Schnittstelle einrichtest, muss der Drucker für Versandetiketten korrekt hinterlegt sein. In JTL-Wawi öffnest du dazu Administration > Drucker und legst für jeden Versanddienstleister einen eigenen Druckerpool fest. Fehlt diese Zuweisung, erscheint beim ersten Versand ein Druckfehler ohne Hinweis auf die eigentliche Ursache. Parallel dazu legst du Versandarten an unter Administration > Versandarten — jede bekommt einen Namen, eine Paketklasse und später die Verknüpfung zur Exportvorlage. Ein häufiger Fehler: Versandart und Exportvorlage haben unterschiedliche Paketklassen, dann werden Etiketten für die falsche Klasse erzeugt. Die Drucker-Einrichtung für JTL-ShippingLabels ist im JTL-Guide gut beschrieben — ein sinnvoller erster Lesestopp.
DPD über DELISprint anbinden (Exportvorlage und zyklischer Import)
DPD arbeitet in JTL-Wawi über eine dateibasierte Schnittstelle: JTL-Wawi exportiert eine CSV, DELISprint liest sie ein, erzeugt Etiketten und schreibt die Tracking-IDs zurück. Lege dafür unter Versand > Import-/Exportvorlagen die Vorlage DPD DELISprint an. Wichtig bei den Dateiformat-Einstellungen in DELISprint: Zeichensatz ANSI, Feldtrenner Semikolon, Kopfzeile ausblenden (Wert 0), Länderformat Auto. Weicht einer dieser Werte ab, importiert DELISprint zwar die Datei, aber Sonderzeichen in Straßennamen werden fehlerhaft ausgegeben. Wer mit mehreren Paketklassen arbeitet, braucht pro Klasse eine eigene Exportvorlage. Den zyklischen Import in DELISprint einschalten, damit Tracking-IDs automatisch zurückfließen. Die Tracking-URL für DPD lautet: http://extranet.dpd.de/cgi-bin/delistrack?typ=1&lang=de&pknr=#IdentCode#. Alternativ bietet JTL die DPD Cloud-Schnittstelle an, die ohne DELISprint-Installation auskommt, sofern dein Vertrag das abdeckt.
Hermes HSI über JTL-ShippingLabels einrichten
Hermes läuft in aktuellen JTL-Wawi-Versionen ausschließlich über die HSI-Schnittstelle, die alte B2C-Schnittstelle wurde abgeschaltet. In JTL-ShippingLabels wählst du als Dienstleister Hermes HSI und trägst deine Zugangsdaten aus dem Props Portal ein. Ein bekanntes Problem aus dem JTL-Forum: Beim ersten Start zeigt Hermes HSI einen Verbindungsfehler, obwohl die Zugangsdaten korrekt sind. Ursache ist meistens eine fehlende Freigabe des Props-Kontos — Hermes muss den API-Zugang für HSI separat aktivieren, das passiert nicht automatisch nach der Registrierung. Zweiter Fallstrick: Das Feld addressAddition wird von Hermes HSI bei über 50 Zeichen automatisch gekürzt (Ticket WAWI-39348 im JTL-Issuetracker). Bei Firmenadressen mit langen Zusatzzeilen kann das zu Zustellproblemen führen — prüfe das Feld in deinen Vorlagen. Für den Retourenlabel-Versand über OTTO muss die Tracking-URL in der Versandart korrekt hinterlegt sein, sonst wird der Versandstatus nicht an den Marktplatz zurückgemeldet.
FedEx mit FedexImporter anbinden (T4DT und SQL-Konfiguration)
FedEx ist in Shipping 2.0 verfügbar, allerdings nur mit eigenem FedEx-Vertrag — anders als DHL und DPD, die sich zusätzlich über zentral verhandelte JTL-Konditionen buchen lassen. In JTL-ShippingLabels 1.0 fehlt die Anbindung; dort ist der FedexImporter des JTL Service Partners T4DT als Middleware die gängige Lösung. Dieser liest den CSV-Export aus JTL-Wawi ein, übergibt die Daten an FedEx Ship Manager und importiert die Tracking-IDs zurück. Die Einrichtung erfordert mehr Aufwand als DPD oder Hermes: Du musst in SQL Server Management Studio einen Datenbankbenutzer anlegen mit SELECT- und UPDATE-Berechtigungen auf die Tabelle tVersand. Die Exportvorlage in JTL-Wawi enthält spezifische Feldnummern (u.a. Felder 0 bis 2460), die exakt zum FedexImporter passen müssen. Eine Exportvorlage deckt dabei alle FedEx-Versandarten ab. Verarbeitete Dateien erkennst du am Dateiendungs-Status: .out für in Bearbeitung, .done für erfolgreich, .error für Fehler. Der Workflow in JTL-Wawi braucht den Trigger Lieferscheine_versendet damit der Sendungsnummernimport automatisch anläuft. Weitere Details findest du in der Carrier-Übersicht zu Shipping 2.0 im JTL-Guide.
Teillieferungen in JTL-Wawi einrichten und aktivieren
Teillieferungen ermöglichen es, einen Auftrag in mehreren Sendungen auszuliefern — nützlich wenn Artikel zu unterschiedlichen Zeitpunkten lieferbar sind. Am Auftrag selbst muss Teillieferung möglich aktiviert sein, entweder manuell oder via Workflow für alle passenden Aufträge. In der Auslieferungsmaske siehst du dann welche Positionen lieferbar sind und welche nicht. Ein bekanntes Problem (Ticket WAWI-53236): Der Status Teillieferung möglich bleibt nach einer abgeschlossenen Teillieferung manchmal bestehen, auch wenn alle Restmengen null sind. Das ist ein Darstellungsfehler, kein Datenfehler. Ein zweiter Fallstrick betrifft Stücklistenartikel: Wenn ein Stücklistenartikel im Auftrag enthalten ist und nur die darin enthaltenen Einzelartikel auf Lager sind, erscheint der Stücklistenartikel bei Teillieferung nicht auf der WMS-Pickliste. Wer Workflows für Teillieferungen nutzt, sollte die Bedingungen eng fassen, sonst werden Aufträge ohne Restbestand ebenfalls als teillieferbar markiert. Aus der Projektpraxis von Vlarom E-Commerce Agentur: Den Workflow auf Aufträge mit gemischtem Lagerstand begrenzen — nicht pauschal auf alle neuen Aufträge setzen.

